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THW Kiel THW Kiel vor den Wochen der Wahrheit
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15:36 08.05.2019
Von Merle Schaack
Den DHB-Pokal haben die Kieler Handballer Lukas Nilsson (links) und Steffen Weinhold mit dem THW diese Saison schon geholt. In den kommenden Wochen stehen für die Zebras weitere entscheidende Spiele an. Zunächst gegen Wetzlar, dann wartet das Top-Duell mit der SG Flensburg-Handewitt. Quelle: Sascha Klahn
Kiel

Steffen Weinhold teilt sich die Handball-Saison in Blöcke ein. "Ich sehe immer drei bis fünf Spiele blockweise zusammen – bis ein paar Tage kommen, an denen man durchschnaufen kann", verrät der Rückraum-Linkshänder des THW Kiel.

Der Block, der den Kielern nun bevorsteht, hat es in sich: Am Donnerstag (19 Uhr) treten sie bei der HSG Wetzlar an. Nur drei Tage später kommt die SG Flensburg-Handewitt zum Spitzenspiel nach Kiel. Für den THW die Gelegenheit, bis auf zwei Punkte an den Tabellenführer heran zu rücken. Nach dem 99. Nord-Derby sind es nur noch sechs Tage, bis in der Kieler Sparkassen-Arena der EHF-Cup vergeben wird. "In solchen Phasen herrscht in der Mannschaft schon eine andere Art der Anspannung", sagt Weinhold. "Man kann nicht auf jedes Spiel in der Saison gleich heiß sein wie auf das gegen Flensburg. Sonst macht man sich mental kaputt. Aber auf die kommenden Wochen freue ich mich sehr."

Gislason warnt vor Wetzlar

Jegliches verfrühte Derbyfieber versuchte THW-Trainer Alfred Gislason aber im Training am Dienstagvormittag im Keim zu ersticken. "Alfred hat uns noch mal verdeutlicht, wie wichtig das Spiel gegen Wetzlar ist", sagt Weinhold.

Dazu hatte der Isländer auch allen Grund, verlor seine Mannschaft doch die letzten beiden Auswärtsspiele bei den Mittelhessen. "Wenn wir in Wetzlar nicht unsere Leistung bringen, wird das Spiel gegen Flensburg nicht das, das wir uns erhoffen", sagt Weinhold, der in der Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider einen unangenehmen Gegner sieht. "Sie spielen sehr lange Angriffe, gehen immer wieder ins Eins-gegen-Eins und versuchen irgendwann den letzten Pass an den Kreis zu spielen. Wenn man da nicht bis zum letzten Abpraller konzentriert bleibt, kann man Probleme bekommen."

THW Kiel hat sich Sicherheit geholt

Probleme hatte der THW Kiel, der wettbewerbsübergreifend seit 14 Spielen ohne Punktverlust ist, zuletzt maximal phasenweise. Beim 30:21-Sieg in Erlangen packte die Abwehr zu Beginn nicht aggressiv genug zu. Beim 32:24-Sieg über den Bergischen HC erlebte der Angriff Mitte der ersten Halbzeit eine kleine Schwächephase. "Aber wir wissen, das kommt im Laufe des Spiels. Diese Selbstsicherheit bekommt man, wenn man auch mal knappe Spiele für sich entscheidet", sagt Weinhold, der mit Harald Reinkind das Duo auf der rechten Halbposition im THW-Rückraum bildet.

"Wir ergänzen uns sehr gut und teilen uns die Spielanteile", sagt der Nationalspieler, der nach Nikola Bilyk (59 Prozent) mit 58 Prozent die zweitbeste Wurfquote der THW-Rückraumspieler hat. Ein Satz, der derzeit für den gesamten Kieler Rückraum gilt. "Wir können viele verschiedene Formationen erfolgreich spielen. Das stachelt uns auch untereinander an", sagt Weinhold. Gleichzeitig nimmt dieser Umstand auch Druck von den einzelnen Zebras. "Für mich ist es gut, wenn ich weiß, dass ich auf der Platte Gas geben kann. Und wenn es nicht läuft oder ich müde werde, kann jederzeit der nächste reinkommen", sagt Weinhold.

Hoffnung auf die Meisterschaft lebt

Die Hoffnung auf die Meisterschaft hat der 32-Jährige noch nicht aufgegeben, auch wenn die Zebras auch nach Siegen gegen Wetzlar und Flensburg noch auf einen weiteren Patzer der Nordrivalen hoffen müssten. "Wir glauben immer noch dran. Wenn nicht, würden wir nicht mit der nötigen Intensität in die Spiele gehen", sagt er. "Am Ende der Saison, sehen wir dann, was dabei rauskommt."

Das Derby gegen Flensburg hat Weinhold bereits in allen möglichen Rollen erlebt: Von 2012 bis 2014 spielte er selbst für die SG. Seine Derby Bilanz aus dieser Zeit: vier Siege, vier Niederlagen. Als Zebra ist sie ähnlich ausgeglichen: Seit Weinhold 2014 nach Kiel wechselte, gewann der THW zehnmal gegen die SG, neunmal gab es eine Niederlage, einmal ein Unentschieden. "Da sieht man mal, wie eng das ist", sagt er, der sich auch mit der Rolle als SG-Jäger anfreunden kann. "Ich mag unsere Ausgangsposition. Wir haben am Sonntag nichts zu verlieren. Aber erst geht es nach Wetzlar."

Die Halbfinalpartien im EHF-Cup sind terminiert: Die Handballer des THW Kiel bestreiten am Freitag, 17. Mai, um 18 Uhr das erste der beiden Spiele. Das ergaben die Gespräche der EHF mit den übertragenden TV-Anstalten. Gegner der Kieler ist TTH Holstebro aus Dänemark.

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