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THW Kiel Bundestrainer Gislason kritisiert Wolff
Sport THW Kiel

Handball-WM - Bundestrainer Alfred Gislason kritisiert Andreas Wolff

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15:30 11.01.2021
Von Tamo Schwarz
Kritischer Blick: Bundestrainer Alfred Gislason. Quelle: Sascha Klahn
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Düsseldorf

"Das finde ich persönlich halt ein bisschen bedenklich, dass nur die deutschen Spieler sich dann so um ihre eigenen Familien sorgen und die ausländischen Spieler anscheinend sagen: ,Ach, komm, ich lass Frau und Kinder einfach zurück, die machen das schon'", hatte Wolff am Donnerstag in einem Podcast des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen gesagt. 

Gislason über Handball-WM-Absagen: "Verstehe ihre Beweggründe"

Bundestrainer Gislason (61), der Andreas Wolff von 2016 bis 2019 beim THW Kiel trainiert hatte, betonte am Freitag in Düsseldorf im Vorfeld des EM-Qualifikationsspiels gegen Österreich am Sonntag (18.10 Uhr/ARD) sein "sehr gutes Verhältnis" zu seinen ehemaligen Kieler Schützlingen Patrick Wiencek, Steffen Weinhold und Hendrik Pekeler: "Sie gehören weiter zum deutschen Kader, und ich gehe davon aus, dass sie uns weiter zur Verfügung stehen werden nach der WM. Ich verstehe ihre Beweggründe. Darum bin ich nicht zufrieden, dass diese Diskussion jetzt losgeht."

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Wolff hatte sich "sehr, sehr kritisch" gezeigt, dass die THW-Akteure beispielsweise in der Champions League zuletzt Reisen auf sich genommen hatten, jetzt aber für die WM aus familiären Gründen nicht zur Verfügung stehen. Dass der THW per Charterflieger maximal zwei Tage zu den Partien in der Königsklasse unterwegs war, sich die Nationalspieler aber im Januar für einen Monat mit dem Bundeskader in einer "Blase" aufhalten würden, hatte der kinderlose 29-Jährige vom polnischen Klub Vive Kielce nicht ins Verhältnis gesetzt.

Auch nicht die Tatsache, dass alle Spieler vertraglich an ihren Klub als Arbeitgeber gebunden sind. "Andi ist bekannt dafür, dass er seine Meinung raushaut. Aber jeder versteht die Gründe der Spieler, die abgesagt haben. Das stört die Vorbereitung", so Gislason weiter. Alles sei besprochen gewesen. "Ich hoffe, dass das Thema jetzt begraben wird."

Böhm: "Andi tut seine Meinung laut und groß kund"

Auch Nationalspieler Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf) ging am Freitag auf Distanz zu Torwart Wolff: "Wir haben darüber in der Mannschaft gesprochen. Jeder hat seine eigene Meinung. Andi tut seine oft sehr laut und groß kund. Ich habe persönlich eine andere Meinung."

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Kritische Worte auch vom THW Kiel

Kritik gab es ebenfalls vom THW Kiel zu den Äußerungen von Andi Wolff: "Niemand sollte sich angesichts der Pandemie und der Vielschichtigkeit der Herausforderungen das Recht herausnehmen, über die individuell getroffene Entscheidung einzelner urteilen zu wollen", sagte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi. „In diesen besonderen Zeiten stehen auch Profi-Handballer vor besonderen Herausforderungen abseits des Spielfeldes, Hygienekonzepten und sportlichen Resultaten.

Wie viele andere Menschen müssen auch sie den Alltag mit ihren Familien organisieren, die bestmögliche Betreuung und Begleitung ihrer Kinder angesichts von Kontaktbeschränkungen und geschlossenen Kitas sicherstellen. Als THW Kiel können und wollen wir uns in die persönliche Entscheidung der Spieler nicht einmischen. Fünf unserer Spieler haben sich gegen eine WM-Teilnahme entschieden, sechs dafür. Alle haben dabei die volle Unterstützung des THW Kiel."

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