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THW Kiel Rune Dahmke nicht in Prokops Kader
Sport THW Kiel Rune Dahmke nicht in Prokops Kader
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10:34 12.12.2018
Von Tamo Schwarz
Rune Dahmke (links) im Gespräch mit KN-Redakteur Tamo Schwarz. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Der 25-jährige THW-Linksaußen kennt dieses Gefühl. Wie hält man das aus? Wenn einer das kann, dann er. Am Sonntag rief Bundestrainer Christian Prokop bei Rune Dahmke an, erklärte ihm die Situation. Gensheimer, Musche, Schiller – drei Linksaußen stehen im erweiterten 28-köpfigen Kader für die Heimweltmeisterschaft im Januar. Rune Dahmke gehört nicht dazu. Damit ist das Buch emotionaler Grenzerfahrungen bei dem Norddeutschen um ein Kapitel reicher.

Vor den Olympischen Spielen 2016 wurde der frisch gebackene Europameister aussortiert. Bei der WM 2017 musste Dahmke nach der Vorrunde abreisen, wurde für die EM 2018 zunächst nicht berücksichtigt, um schließlich doch noch nachnominiert zu werden. Wie hält man das aus? „Die Enttäuschung ist groß, eine Heim-WM ist wohl eine einmalige Chance. Ich muss aber auch sagen: Die Jungs, die jetzt im Kader dabei sind, haben es verdient, auch wenn es in den letzten Spielen bei mir wieder gut lief. Für einen selbst ist so etwas schon schwer.“

Dahmkes Saison läuft durchwachsen

Die aktuelle Saison läuft durchwachsen. Der Zähler in seiner fünften Profi-Saison steht bei nur 14 Einsätzen in Schwarz-Weiß und 29 Toren. Bislang war Neuzugang Magnus Landin die klare Nummer eins. Achtmal wurde Dahmke indes nicht eingesetzt. Er, der auf dem Feld echte Kieler Action verkörpert, in Düsseldorf beim Bergischen HC mit einer seiner Flugeinlagen die Wende einleitete. Eine Flugeinlage fast so schön wie die bei der EM im Januar gegen Dänemark. Dieser „Diver“ ging um die Welt – und brachte Dahmke ein halbes Jahr Verletzungspause ein wegen einer Schambeinentzündung. „Wenn ich an meine Auftritte in der Nationalmannschaft denke, habe ich immer meine Leistung gebracht.“ Leistung gebracht, alles in die Waagschale geworfen. Dahmke ist bei den Bad Boys beliebt. Ein bisschen habe er noch gehofft. Dann kam der Anruf vom Bundestrainer. Bei der Heim-EM wird Rune Dahmke 30 Jahre alt sein. „Eigentlich müsste man jetzt von mir erwarten, dass ich die Mannschaft zu 100 Prozent unterstütze. Aber ich bin ehrlich: Ich bin natürlich mit gemischten Gefühlen dabei. Vor einem Jahr hatte ich zuerst auch gedacht: ,Das gucke ich mir nicht an‘. Dann habe ich aber doch am Fernseher mitgefiebert. Die Jungs, die da sind, sind ja nun mal auch meine Kumpels.“

Dahmke: "Ich will hier endlich wieder Titel gewinnen"

Der Kieler Publikumsliebling sitzt vor einem Metallspind im Kieler Café „Loppokaffee“ und erzählt. Ruhig, überlegt. Dahmke ist einer, der gönnen kann, der erfolgsorientiert denkt. Einer, der nach einem gebrauchten Tag nichts schönredet. Ein „Weiß ich doch selbst“-Typ. Gefühle? Echt, wenn er sagt: „Magnus und ich kommen richtig gut miteinander aus. Er ist ein super Typ. Ich freue mich auf jeden Fall sehr für Magnus. Wenn er gut spielt, heißt es schließlich, dass er uns besser macht. Ich will hier endlich wieder Titel gewinnen.“ Trotzdem bleiben gemischte Gefühle: „Erfolg ist mir sehr wichtig. Aber ich möchte auch spielen. Ich fühle mich wohl in Kiel. Kiel ist ohne Frage meine Heimat. Ich kann mir vorstellen, hier bis zum Karriereende zu bleiben. Ich kann mir aber auch vorstellen, noch einmal ins Ausland zu gehen. Man muss einfach sehen, wie es in Zukunft läuft.“

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