Jicha nach Sieg von THW Kiel in Melsungen: „Die Körpersprache war unglaublich“
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THW Kiel Jicha: „Die Körpersprache war unglaublich“
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Jicha nach Sieg von THW Kiel in Melsungen: „Die Körpersprache war unglaublich“

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18:55 12.09.2021
Von Tamo Schwarz
Jubel bei Niclas Ekberg (rechts), Elvar Örn Jónsson (hinten) ist geschlagen.
Jubel bei Niclas Ekberg (rechts), Elvar Örn Jónsson (hinten) ist geschlagen. Quelle: imago/Roland Sippel/Eibner
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4:0 Punkte, Tabellenführer, ein (vermeintliches) Top-Team souverän in die Schranken gewiesen. Fast schien es nach dem Abpfiff des 33:26-Matches des THW Kiel bei der MT Melsungen, als würden die Zebras dem Braten noch nicht so recht trauen. „Ganz ehrlich: Ich habe nicht erwartet, dass wir im zweiten Spiel schon so eine starke Leistung zeigen würden“, sagte THW-Spielmacher Miha Zarabec. Ja, man habe „das Spiel kontrolliert, stark verteidigt, im Angriff gute Chancen herausgespielt“, zählte der Slowene auf. Aber? „Aber wir haben nicht so effektiv geworfen. Jetzt wissen wir, wo wir noch Fehler machen.“

Niclas Ekberg steht nun schon bei 1314 Liga-Treffern

Mit einem Zwischenspurt zum 21:14 hatten die Kieler nach der Pause die Weichen auf Sieg gestellt. Der Vorsprung geriet nie mehr in Gefahr. Der Grund: für Rechtsaußen Niclas Ekberg schlicht „Coolness.“ Die Idee, mit der der THW in diese Begegnung gegangen war, habe „gut funktioniert“, so der Kieler Top-Torschütze, der sich mit nunmehr 1314 Bundesliga-Treffern für den deutschen Meister anschickt, seinen Trainer Filip Jicha (1319) schon bald von Platz zwei der ewigen Kieler Liga-Torjägerliste zu verdrängen. „Wir hatten jedes Mal gute Chancen, haben nur die Würfe liegenlassen. Wir standen kompakt in der Abwehr, das hat uns vorne eben Ruhe und Coolness gegeben.“

Von dieser Coolness zeigte sich auch Elvar Örn Jónsson beeindruckt. Der 24-jährige Isländer stellte mit fünf Toren und einer trotz seiner mit 1,89 Metern vergleichsweise geringen Körpergröße auf der Deckungsposition drei imposanten Abwehrleistung seinen Status als super spannender Sommertransfer erneut unter Beweis. „Ich lerne die Bundesliga erst kennen, aber ich mag den deutschen Style, das Körperliche, das Schnelle. Nach meinem ersten Match gegen Kiel weiß ich, warum der THW als eine der besten Mannschaften in der Welt gilt.“

Jicha: Jónsson ist eine „Bereicherung für die Liga“

Auch THW-Coach Filip Jicha waren die Qualitäten des Isländers im Vorwege nicht verborgen geblieben. „Wir haben vorher das eine oder andere Wörtchen über ihn gesprochen, er ist eine Bereicherung für die Bundesliga“, sagte der Tscheche nach der Partie. Seiner Mannschaft sei es gut gelungen, „gegen die isländische 6:0-Deckung der MT Räume zu schaffen“. Und das war erst der Anfang einer Lobeshymne des 39-Jährigen: „Hätten wir die Chancen besser genutzt, wäre es noch viel deutlicher geworden. Alle waren beweglich, flink, die Körpersprache war unglaublich, und unsere zweite Welle habe ich lange schon nicht mehr so druckvoll gesehen.“

Insbesondere nach der Pause hatte der THW seinen Gegner in Grund und Boden gelaufen, jeden Fehler mit blitzschnellem Konterspiel bestraft. „Zwei Punkte, plus sieben Tore – nix zu meckern“, bilanzierte auch Niclas Ekberg, für den ein Blick nach Flensburg allerdings noch „zu früh in der Saison“ sei. Der Nordrivale SG Flensburg-Handewitt hatte am Sonnabend nur 27:27 gegen Erlangen gespielt, dabei zuerst den verletzten Hampus Wanne, danach Lasse Svan (Rote Karte) verloren. Da Rückraum-Linkshänder Magnus Rød mit einer Knieverletzung längerfristig ausfällt, stand wie schon im ersten Saisonspiel der 39 Jahre alte Co-Trainer Mark Bult bei der SG auf dem Spielberichtsbogen. Dazu hatte SG-Coach Maik Machulla den 18-jährigen Oscar van Oettingen in den Profikader berufen.

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Am kommenden Sonntag (13.40 Uhr) treffen die beiden Nordrivalen in Kiel zum 105. Nordderby aufeinander. Filip Jicha freut sich auf die kommende „Arbeitswoche“: „Derbywoche, Start in die Champions League, mit dieser Laune und diesem Gefühl soll es in der Woche weitergehen.“

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