Kampf um Gruppenplatz drei - Zeit der Rechenschieber beim THW Kiel
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Kampf um Gruppenplatz drei - Zeit der Rechenschieber beim THW Kiel

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08:00 23.02.2021
Von Merle Schaack
Die dänischen Weltmeister Magnus Saugstrup (li.) und Henrik Møllgaard wollen gegen die Kieler um Hendrik Pekeler und Sander Sagosen (re.) wichtige Punkte im Kampf um Tabellenplatz drei holen, sehen sich aber als Opfer der Corona-Neuansetzungen
Die dänischen Weltmeister Magnus Saugstrup (li.) und Henrik Møllgaard wollen gegen die Kieler um Hendrik Pekeler und Sander Sagosen (re.) wichtige Punkte im Kampf um Tabellenplatz drei holen, sehen sich aber als Opfer der Corona-Neuansetzungen Quelle: René Schütze/imago
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Kiel

Denn auch wenn der Modus in der Handball-Champions-League inzwischen so geändert ist, dass alle Teams ins Achtelfinale einziehen, ist es für den THW Kiel keine Option, Kräfte zu sparen.

Sein aktuell fünfter Platz würde im weiteren Wettbewerbsverlauf mit großer Wahrscheinlichkeit besonders hochkarätige Gegner bedeuten – spätestens im Viertelfinale: Dort würde im Falle eines Sieges im Achtelfinale über den Vierten der Gruppe A aller Voraussicht nach der FC Barcelona warten. „Barcelona hat mit Abstand die stärkste Mannschaft“, sagt THW-Kreisläufer Hendrik Pekeler. „Wir wollen uns so weit wie möglich nach oben kämpfen und Barcelona aus dem Weg gehen.“

Der zweite Tag nach dem Kaltstart ist der schlimmste

Dass Etappe Nummer zwei im Marathon der Restsaison nicht unbedingt einfacher wird als der 24:24-Kaltstart aus der Quarantäne gegen Magdeburg am Sonntag, ist auch Trainer Filip Jicha bewusst.

„Einen Tag nach so einem körperbetonten Spiel ist man als Spieler einfach nicht zu gebrauchen“, sagt der 38-Jährige, der seine Zebras gestern vor allem fürs Video-Studium, eine freiwillige Ball-Einheit und einige Kraftübungen zur Verletzungs-Prophylaxe zusammentrommelte. „Bei manchen ist auch der zweite Tag nach einem Spiel der schlimmste.“ Also der Dienstag.

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„Aber wir wollen nicht rumheulen“, sagt Jicha. Vor allem habe ihm der Kampfgeist seiner Mannschaft imponiert. „Auch wenn die Spritzigkeit und die Genauigkeit in den Abläufen gefehlt haben, hat sie nie aufgegeben und die Intensität angenommen“, sagt er.

Aalborg fühlt sich von der EHF benachteiligt

Das wird auch gegen Aalborg nötig sein. Hendrik Pekeler mahnt: „Mit Aalborg kommt eine Mannschaft, die unglaublich aufs Tempo drückt.“

Bei den Dänen ist die Vorfreude auf das Duell mit dem THW ebenfalls getrübt. Sie fühlen sich durch die Neuansetzung der Kieler Nachhol-Spiele durch die Europäische Handball-Föderation (EHF) benachteiligt. Hintergrund ist die Konstellation in der Gruppe B, in der sich THW, Aalborg und Motor Zaporozhye Chancen auf Platz drei und damit vermeintlich „leichtere“ Gegner ausrechnen.

Bisher nicht terminiert ist das als erstes wegen der Kieler Quarantäne ausgefallene Spiel bei Motor Zaporozhye aus der Ukraine. Eine aufwendige Reise in ein Nicht-EU-Land, die Aalborg nun nur zwei Tage nach dem Gastspiel in Kiel antreten muss.

THW muss wohl nicht mehr nach Zaporozhye

Der THW wohl hingegen gar nicht mehr. Die Gruppenphase endet am 4. März, bis dahin spielen die Zebras bereits alle zwei Tage. Heißt: Wenn die EHF am 26. Februar alle bis dahin nicht neu terminierten Partien am grünen Tisch wertet, wird die Begegnung aller Voraussicht nach mit 2:0 Punkten und 10:0 Toren für Zaporozhye gewertet.

Gewinnt der THW seine übrigen Partien gegen Aalborg, in Nantes und zu Hause gegen Celje und Zagreb, werden die Kieler Dritter. Aalborg hingegen könnte durch die „geschenkten“ Punkte für Motor Zaporozhye noch auf Rang fünf abrutschen. Hinter vorgehaltener Hand spricht man in Aalborg von einem Skandal, hätte sich eine chronologische Neuansetzung der THW-Spiele gewünscht.

Jicha: "Das Beste draus machen"

Die EHF erklärte auf Nachfrage von KN-online, manchmal sei es „verständlicherweise etwas einfacher, einen Termin zu finden. Das hängt aktuell auch sehr an den verschiedenen Reisebeschränkungen bzw. Quarantänebestimmungen, die für die jeweiligen Länder/Reisen in Kraft sind“.

Den müden Zebra-Beinen kommt die Entscheidung zumindest in Sachen Regeneration entgegen, wird die doch durch jeden Reisetag verlangsamt. „Wir wollen das Beste draus machen und schauen, dass wir auf Kurs bleiben“, sagt Jicha.

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