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THW Kiel Kiels Handballer siegen 34:29
Sport THW Kiel Kiels Handballer siegen 34:29
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22:20 19.09.2019
Von Tamo Schwarz
In der DKB Handball-Bundesliga trifft der THW Kiel (weiß) auf den Bergischen HC (rot). Milan Kotrc fliegt beim Wurf dem Kieler Torwart Niklas Landin entgegen. Quelle: Sascha Klahn (Archiv)
Wuppertal

Für die Bergischen Löwen erzielte Jeffrey Boomhouwer acht Treffer. Für den THW war es im 17. Duell mit den Löwen aus Wuppertal und Solingen der 17. Sieg.

Es dauerte lange, bis der THW gegen die beherzt aufspielenden Gastgeber in Fahrt kam. Dreimal hintereinander hatten es die Löwen des Bergischen HC zuletzt auf der großen Bühne versucht, die Zebras aus Kiel zu „reißen“. 2018 im Düsseldorfer ISS Dome: ohne Erfolg. 2016 in der Kölner Lanxess Arena: Fehlanzeige! Der „Christmas Fight“ 2015 in Köln: wieder nichts! 16 Duelle, 16 Niederlagen. Am Donnerstagabend will es der BHC nun endlich wissen, endlich das letzte Häkchen auf der internen Liste der bezwungenen Schwergewichte machen – dieses Mal in der ausverkauften Uni-Halle in Wuppertal.

THW leistet sich viele technische Fehler vor der Pause

„Dieser Weg wird kein leichter sein“, kündigt Xavier Naidoo allerdings schon vor dem Anpfiff lautstark über die Beschallungsanlage des aus Zuschauersicht architektonisch etwas fragwürdigen Gebäudes an. Wird er auch nicht. In den ersten 30 Minuten jedoch insbesondere nicht für THW-Chefcoach Filip Jicha, der eine Vielzahl technischer Fehler seiner Mannschaft über sich ergehen lassen muss. Die Bergischen gehen mit dem Mut des Löwen zu Werke, können zuweilen ihr Tempospiel entfalten, sich auf 5:2 absetzen (8.), profitieren dabei allerdings auch von einem Kieler Laissez-faire in der Deckung. 

Boomhouwer trifft fünfmal zwischen der 22. und 30.

Das bessert sich zwar, als Jicha auf eine offensivere 3:2:1-Deckung umstellt, Hendrik Pekeler in der zweiten Welle (12:13/22.), der eingewechselte Ole Rahmel (13:13/24.) und Nikola Bilyk im Gegenstoß (14:13/24) das Spiel zu drehen scheinen. Kapitän Domagoj Duvnjak ist dadurch im Dauereinsatz, hält seinen Klub anfangs mit drei Toren in Folge über Wasser, gibt defensiv den permanenten Störer. Verhindern kann auch er nicht, dass Ragnar Johannsson durch die Kieler Deckung spaziert wie ein Löwe durch eine Herde ... Zebras (16:16/28.). Verhindern kann auch der Kroate nicht, dass der auffällige BHC-Linksaußen Jeffrey Boomhouwer gleich fünfmal zwischen der 22. und 30. Minute jubeln darf. Gleich dreimal in kurzer Folge kommt der Niederländer gegen Rahmel zum Zug.

Duvnjak führt seine Mannschaft zum Sieg

Die Eleganz des Kieler Spiels tritt an diesem Abend in den Hintergrund, blitzt hier und da auf, wenn Lukas Nilsson, der später verletzt ausscheidet, oder Nikola Bilyk am Kreis Hendrik Pekeler finden. Jicha ist nach dem Pausenpfiff ungehalten, analysiert später kritisch: „Der BHC hat den Angriff bestimmt, wir haben haben nur reagiert.“ Aus Reaktion wird ab sofort Aktion. Die Deckung agiert fortan „beweglicher, hilft Niklas Landin im Tor mehr und mehr“ (Duvnjak). Domagoj Duvnjak geht voran, mit dem Riecher für den Moment. Schlagwurf – 20:18 (35.); Schlagwurf – 21:19 (37.); Steal und Tempogegenstoß – 30:25 (51.). Als scheine der 31-Jährige zu sagen: Nur über meine Leiche. 

Endlich hat Landin auch Boomhouwer ausgeguckt, pariert dann doppelt gegen Arnor Thor Gunnarsson und Fabian Gutbrod (57.). Da ist die Begegnung endgültig entschieden, hat sich der THW zu zwei Punkten gearbeitet. „Ein eigenartiges Spiel. Unterschätzt haben wir sie nicht. Vielleicht waren wir müde“, sagt Kreisläufer Patrick Wiencek. Apropos Müdigkeit: Heute geht es für den THW-Tross nach einer Nacht in Solingen via Düsseldorf und Wien weiter nach Veszprém. Anpfiff: Sonnabend um 17.30 Uhr. Wahnsinnige Handball-Welt. 

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