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THW Kiel Bei den Zebras spielt das Risiko mit
Sport THW Kiel Bei den Zebras spielt das Risiko mit
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07:49 08.10.2019
Von Tamo Schwarz
Auch in Lemgo war Niklas Landin großer Rückhalt seiner Mannschaft. Nicht immer gab das, was er vor sich sah, dem Dänen Grund zur Freude. Quelle: imago/Eibner
Lemgo

Denn die Zebras wandeln immer wieder auf Umwegen, leisten sich Schwächeperioden, gewinnen ohne Glanz. Wie lange kann das gutgehen?

Der THW Kiel rollt das Feld von hinten auf

Am frühen Sonntagabend in Lemgo war wieder mal ein kleines Kieler Zwischenziel erreicht: zwei Punkte in der Handball-Bundesliga. Der Rekordmeister, der anders als die meisten Konkurrenten mit acht absolvierten Partien in der Liga erst sechs Spiele hinter sich gebracht hat, rollt das Feld in der Tabelle von hinten auf. 10:2 Punkte – so wenig Minuspunkte hat nur die TSV Hannover-Burgdorf (14:2). Spätestens im November könnte die Tabellenführung erobert sein. Kein unrealistisches Ziel.

Ekberg: "Müssen uns Gedanken über den Spielverlauf machen"

Rechtsaußen Niclas Ekberg, der am Sonntag mit zehn Treffern aus einer durchwachsenen Leistung hervorstach und sowohl aus dem Feld als auch beim Siebenmeter eine (fast) fehlerfreie Quote ablieferte, verschwendet an Tabellenstände indes keinen Gedanken: „Das kostet nur Konzentration“, sagte der Schwede, der das Geschehen in Ostwestfalen realistisch einzuordnen wusste: „Das war keine überragende Leistung, aber zwei wichtige Punkte. Wir spielen zuletzt immer nicht optimal, aber erreichen ein gutes Ergebnis. Das kann auf lange Sicht gefährlich sein. Wir müssen uns Gedanken über den Spielverlauf machen.“

Fehlerschlendrian, punktuelle Leistungstäler – nichtsdestotrotz geriet der Kieler Sieg in Lemgo niemals in Gefahr. Doch das Risiko – siehe Wetzlar! – spielt immer mit. Bei der HSG taumelte der THW am Rande des Pokalabgrundes, in Lemgo gab er eine sichere Sechs-Tore-Führung zwischen dem 19:13 (36.) und 26:24 (54.) aus der Hand. Was passiert, wenn ein Gegner von anderem Kaliber den entscheidenden Dolchstoß zu setzen weiß? „Wir machen viele Fehler, Lemgo gibt nie auf. Wir hatten das Spiel 60 Minuten lang unter Kontrolle. Aber wir sind nicht zufrieden, haben die zweite Halbzeit schließlich mit zwei Toren Unterschied verloren. Das ist nicht unser Anspruch“, sagte Nikola Bilyk, in Lemgo mit fünf Treffern bester Feldtorschütze der Kieler.

Zarebec: "Machen Konzentrationsfehler"

„Im Kopf hatten wir das Spiel zur Pause schon gewonnen. Am Ende passiert genau das, was wir nicht wollten: Wir machen technische Fehler, Lemgo macht leichte Tore, auf einmal sind wir nur noch mit zwei Toren vorn. Wir wussten, wie schwer es in Lemgo ist. Aber das Spiel hätten wir höher gewinnen müssen“, kritisierte Kiels Spielmacher Miha Zarabec. „Wir machen Konzentrationsfehler, wollten zu viel. Unsere Abwehr stand besser als in Wetzlar. Am Ende zählen nur die zwei Punkte. Jetzt kommen wichtige Spiele, und wir wollen uns Schritt für Schritt steigern“, so der Slowene weiter. „Eigentlich müssten wir nach der Pause auf sieben, acht Tore wegziehen, den Sack zumachen. Aber so kämpfen wir bis zum Ende. In der Bundesliga kann man eben gegen jede Mannschaft verlieren“, ergänzte Kapitän Domagoj Duvnjak.

Nordhorn-Lingen am Donnerstag nächster Gegner

Können ja, dürfen nein. So große Umwege sind dann auch bei Filip Jicha nicht erlaubt. „Wir mussten gewinnen, hatten viel zu verlieren, das ist immer gefährlich.“ Einen „leichten Bruch“, den Verlust „der Lockerheit“ hatte Jicha nach der Pause erkannt. Man sei zwar „nie in Stress geraten“, habe allerdings „Anpassungsprobleme“ offenbart. „Es lag an unserer Konzentration, aber auch am Gegner“, erkannte auch THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi. Stärkere Gegner als Lemgo werden kommen. Vielleicht noch nicht am Donnerstag (19 Uhr), wenn die HSG Nordhorn-Lingen in Kiel gastiert. Doch danach geht es in der Bundesliga erneut nach Wetzlar (17. Oktober), zu Hause gegen die MT Melsungen (31. Oktober), im Spitzenspiel zu den Rhein-Neckar Löwen (7. November).

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Es gibt Spiele, in denen hat der Favorit viel zu verlieren und wenig zu gewinnen. So war es auch am Sonntag in Lemgo. Beim verletzungsgebeutelten TBV Lemgo Lippe setzte sich der THW Kiel mit 30:27 (17:12) durch und durfte die zwei Punkte in der Handball-Bundesliga am Abend mit nach Kiel nehmen.

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