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THW Kiel Markus Assemacher: In Sachen Lautstärke geht noch was in der Wunderino-Arena
Sport THW Kiel

Markus Assemacher ist der neue Hallensprecher des THW Kiel: Bei der Lautstärke geht noch was

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16:17 23.09.2021
Von Merle Schaack
Am Hallensprecher-Pult im Kieler Handball-Tempel gibt seit dieser Saison Markus Assemacher den Ton an. Er will die Wunderino-Arena zur lautesten der Liga machen.
Am Hallensprecher-Pult im Kieler Handball-Tempel gibt seit dieser Saison Markus Assemacher den Ton an. Er will die Wunderino-Arena zur lautesten der Liga machen. Quelle: Pat Scheidemann
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Der THW Kiel startet ohne Neuzugang in die Handball-Saison? Von wegen. Bei den Heimspielen gab es einen Wechsel auf prominenter Position: Hallensprecher Markus Assemacher kam von den Füchsen Berlin – und machte bei seinen ersten Auftritten gleich Bekanntschaft mit dem norddeutschen Gemüt.

Wenn es eine Koryphäe unter den Hallensprechern in der Handball-Bundesliga gibt, dann war sie bislang in Berlin zu Hause. 20 Jahre lang sorgte Markus Assemacher für Stimmung im Fuchsbau. Erst in der Dritten Liga, zwischenzeitlich auch in der Champions League. Und zwar nicht nur als Torschützen-Ansager, sondern als lautstarker Anheizer – was ihm bei gegnerischen Fans den Ruf eines Marktschreiers einbrachte, aber auch dazu beitrug, dass die Max-Schmeling-Halle zu einer für manchen Gegner uneinnehmbaren Festung wurde.

Über Christian Sprenger kam der Kontakt zustande

Nicht umsonst widmete ihm Stefan Kretzschmar in seinem Buch „Hölleluja“ eine eigene Passage. Als Spieler des SC Magdeburg und heutiger Sportvorstand der Füchse lernte er die Berliner Kulisse fürchten. Und auch Kretzschmars ehemaliger Magdeburger Teamkollege Christian Sprenger, heute Co-Trainer beim THW Kiel, war beeindruckt. So sehr, dass er Assemacher irgendwann sagte: „So eine Atmosphäre hätte ich auch gern in Kiel.“

Der Satz blieb dem gebürtigen Rheinländer („Ursprünglich gab es für mich nur zwei Klubs: Den VfL Gummersbach und den THW Kiel“) im Ohr. Und als er nach 20 Jahren als Gastronom und Unternehmer in Berlin seine Zelte abbrach und nach Hamburg zog, tat sich die Wechsel-Option auf. Zumal der bisherige THW-Hallensprecher Thomas Lorenzen, seit 2013 im Amt, aus beruflichen Gründen kürzer treten muss.

Gegenwind nach dem Einstand, versöhnliche Töne bei Facebook

Aber wer ist der Mann hinter dem Mikro? Optisch ist die Verwandlung vom Fuchs zum Zebra bereits vollkommen: Brille, Schuhe – alles im Zebra-Look. Nach „geilen Männerschuhen in Zebra-Optik“, erzählt Assemacher, habe er das gesamte Internet durchforstet, sei schließlich in Italien fündig geworden. Zehn Minuten vor dem Beginn seines ersten Arbeitstages im THW-Trikot sei die Express-Lieferung eingetroffen. Punktlandung.

Die gelang ihm beim Heim-Auftakt gegen Balingen in den Augen vieler Fans nicht ganz. In den sozialen Netzwerken oder per Leserbrief an unsere Zeitung empörten sich viele über die neuen Töne am Mikro („Der gehört auf den Fischmarkt, aber nicht in die Halle!“).

Assemacher reagierte, schaltete einen Gang zurück, meldete sich zudem bei Facebook selbst zu Wort („Der schreckliche Typ stellt sich mal vor...“), lud zum Dialog ein und erntete viel Lob. „Wenn ich etwas mache, dann mit Herzblut“, sagt der 46-Jährige, der seit 41 Jahren selbst Handball spielt. „Im ersten Spiel gegen Balingen habe ich es vielleicht ein bisschen übertrieben.“

Assemacher will dazu beitragen, dass der THW Kiel punktet

Nun nähert er sich dem Kieler Publikum behutsam an. Die THW-Fans seien die fairsten der Liga. In Sachen Lautstärke sieht Assemacher, der auch als Moderator oder Ringsprecher beim Boxen unterwegs ist, aber noch Luft nach oben. „Mein Ziel ist es, die Halle genauso in den Griff zu kriegen wie in Berlin. Ich weiß, dass wir mit Abstand die lauteste Halle in Deutschland werden.“ Das soll auch die Spieler beflügeln. „Ich will genau wie die Zuschauer dazu beitragen, dass die Mannschaft die Punkte holt.“

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Die Station in Kiel soll Assemachers letzte in der Liga sein. „Mehr geht auch nicht, wenn man ehrlich ist“, sagt er, weiß aber auch genau, wann das für ihn schwierigste Bundesligaspiel bevorsteht: Im März, wenn die Kieler am 24. Spieltag die Füchse empfangen. „Aber da muss man Profi genug sein. Das ziehe ich mit genauso viel Herzblut durch.“ Dann im Zebra-Trikot.

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