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THW Kiel THW Kiel nimmt den VfL in die Pflicht
Sport THW Kiel THW Kiel nimmt den VfL in die Pflicht
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07:53 20.05.2014
Von Ralf Abratis
THW-Kreisläufer Patrick Wiencek setzt im Saisonfinale auch auf die Schützenhilfe seiner ehemaligen Mannschaftskameraden vom VfL Gummersbach. Quelle: pae
Kiel

Ein Fernduell um die bessere Trefferbilanz hat es in der Bundesliga zwar lange nicht gegeben, doch unbekannt ist die Situation nicht: Bereits 2007 und 2000 ging es nicht um Punkte, sondern um Tore – und jeweils ging der THW Kiel als Sieger aus dem Kampf hervor. Der HSV Hamburg (2007) und die SG Flensburg-Handewitt (2000) mussten dem deutschen Rekordmeister ehemals den Vortritt lassen. Die Konstellation war für die Kieler jedoch eine andere. Sie gingen jeweils als Führende in den letzten Spieltag und mussten aufgrund der deutlich besseren Tordifferenz ihre Spiele „nur“ gewinnen. Diesmal sind die Löwen in der komfortablen Lage, dass sie ein Sieben-Toren-Plus in ihr Gastspiel beim Tabellenzwölften VfL Gummersbach nehmen, während der THW Kiel in eigener Halle den Füchsen Berlin (Platz fünf) in seinem Torlauf keine Luft zum Atmen geben darf.

 Mit der Erfahrung eines Tore-Wettlaufs im Sieben-Jahres-Rhythmus beschwört der THW Kiel neben der eigenen Stärke vor allem das Engagement der Gegner der Titelaspiranten am Sonnabend. „Ich setze darauf, dass alle Mannschaften bis zum Schluss alles geben – genauso wie wir in der vergangenen Saison“, sagt THW-Trainer Alfred Gislason und nimmt damit den VfL Gummersbach in die Pflicht. Denn vor Jahresfrist standen die Altmeister am Abgrund, wären abgestiegen, wenn der THW Kiel nicht am letzten Spieltag in Großwallstadt gewonnen hätte, obwohl die Kieler bereits in Partystimmung für die eigene Meisterfeier waren.

 In diesem Jahr sind die Gummersbacher am letzten Spieltag bar aller Sorgen, aber eben nicht entsprechender Erwartungen: „Gummersbach ist uns aus dem letzten Jahr noch einen Gefallen schuldig“, sagt THW-Kreisläufer Patrick Wiencek, bis vor zwei Jahren selbst in Diensten des VfL Gummersbach. „Der Druck liegt bei den Löwen. Sieben Treffer aufzuholen, ist im Handball möglich. Wir haben nichts zu verlieren und werden voll konzentriert gegen die Füchse spielen.“

 Möglich scheint im Finale auch, dass am Ende beide Top-Teams mit der gleichen Tordifferenz dastehen. Dann müsste der Titel laut Durchführungsbestimmungen über Entscheidungsspiele in Mannheim und Kiel vergeben werden. Ein Szenario, dem Gislason grundsätzlich viel abgewinnen könnte: „Ich bin ein Fan von Play-Offs. Aber aufgrund der Terminenge ist das normal gar nicht möglich.“ Und in diesem Jahr ist eine Terminierung aufgrund des Champions League Final4 (31. Mai/1. Juni) und der WM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen (7. und 14. Juni) besonders schwierig. Bei der Handball-Bundesliga (HBL) wird dennoch nach einer Terminlösung gesucht. Klaus Elwardt, THW-Geschäftsführer, richtet den Blick aber erst einmal auf Sonnabend: „Es ist im Titelrennen alles offen. Sowohl die Löwen als auch wir müssen das letzte Spiel erst einmal gewinnen.“

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