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THW Kiel 26:25 - Der THW steht im Viertelfinale
Sport THW Kiel 26:25 - Der THW steht im Viertelfinale
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22:51 02.10.2019
Von Tamo Schwarz
Kieler Jubeltraube nach dem Last-Minute-Sieg im Pokal-Achtelfinale bei der HSG Wetzlar. Quelle: imago/Thomas Jäger
Wetzlar

Damit steht der Titelverteidiger im Viertelfinale, das am Donnerstagabend nach der Partie der SG Flensburg-Handewitt gegen Hannover-Burgdorf ausgelost wird.

Katastrophale Fehlerquote der Zebras

Die erste Halbzeit in der mit 3734 Zuschauern nicht ausverkauften Rittal Arena in Wetzlar wurde schnell dem vielbemühten Bild der Pokalschlacht gerecht. Der THW Kiel kam – mit Domagoj Duvnjak, Miha Zarabec und Harald Reinkind – gut aus den Startlöchern, Reinkind traf schnell dreimal bis zur 5:3-Führung (10.). So weit, so gut. Wäre da nicht Goalgetter Stefan Cavor gewesen, der die Tore zwei bis fünf für die HSG erzielte (5:5/14.). Wäre da nicht Till Klimpke im Tor der HSG gewesen, der einen guten Tag erwischt hätte. Und vor allem: Wäre da nicht eine katastrophale Fehlerquote und schlechte Chancenverwertung der Zebras gewesen.

HSG Wetzlar bestraft Kieler Fehler brutal

20 Fehlwürfe und eine zweistellige Anzahl an technischen Fehlern - so schwer wog die Hypothek, die der THW durch die 60 Minuten schleppte. "So kann man normalerweise kein Spiel gewinnen", gestand THW-Kreisläufer Hendrik Pekeler später ein. Bis zum 21:17 (42.) steuerte die HSG sicher die Siegerstraße entlang, "bestrafte THW-Fehler brutal" (THW-Trainer Filip Jicha) und fand gute Lösungen gegen die zwischen einer 6:0- und 3:2:1-Formation wechselnden Kieler Deckung.

Niklas Landin wechselt sich selbst aus

Kein Wunder, dass HSG-Trainer Kai Wandschneider seiner Mannschaft eine "grandiose Leistung" attestierte. Die hatte in Stefan Cavor - momentan bester Feldtorschütze der Bundesliga - ihren besten Akteur. Der Montenegriner erzielte zehn Tore, brachte die Kieler Abwehr und Schlussmann Niklas Landin zwischenzeitlich zur Verzweiflung. In der 41. Minute wechselte sich der Däne selbst aus, räumte das Feld für Dario Quenstedt. Wenig später brachte Filip Jicha aus einem Impuls ("So kann es nicht weitergehen") den siebten Feldspieler.

Der THW hatte wieder zum 21:21 ausgeglichen (50.), Quenstedt parierte gegen Lenny Rubin (46.), zweimal gegen Ex-Zebra Emil Frend Öfors (48./50.). Doch die Chancenverwertung blieb schlecht! Domagoj Duvnjak in den Block (51.), Hendrik Pekeler vorbei (52.), Duvnjak Fehlpass auf Patrick Wiencek im Gegenstoß (52.), Harald Reinkind vorbei (57.). Wetzlar führte 23:21, jetzt endlich schaffte es der THW, seine Außen in Szene zu setzen. Ausgleich Niclas Ekberg (23:23/55.), Ausgleich Magnus Landin (24.24/56.), Ausgleich Nikola Bilyk (25:25/59.).

Quenstedt mit starken Paraden

Noch eine Parade von Quenstedt gegen Filip Mirkulovski (58.), 68 Sekunden vor dem Ende nahm HSG-Coach Wandschneider eine Auszeit, doch Linksaußen Maximilian Holst warf am Kieler Tor vorbei. Jetzt blieben den Kielern noch genau 36 Sekunden für den Siegtreffer, 36 Sekunden, um die drohende Verlängerung zu verhindern. Der Pass von Miha Zarabec landete bei Hendrik Pekeler, der zum 26:25 traf. Im Gegenzug kam die HSG nicht mehr zum Torwurf. Der Rest: enttäuschte Wetzlarer (Kristian Bjørnsen: "Wir schmeißen den Sieg weg") und eine Kieler Jubeltraube.

Heimfahrt in die Nacht hinein

Gegen 22.30 Uhr setzte sich der Kieler Mannschaftsbus in Bewegung in die Nacht hinein in Richtung Heimat. "Ich freue mich mehr über den Weg als über die zwei Punkte", resümierte Filip Jicha. "Ich bin froh, wie meine Mannschaft Geschlossenheit gezeigt und unter extremem Druck funktioniert hat." Einen Wunschgegner für das Viertelfinale haben die Zebras nicht, einen Wunsch schon. Domagoj Duvnjak: "Ich will einfach nur zu Hause spielen."

HSG Wetzlar - THW Kiel 25:26 (14:12)

HSG Wetzlar: Klimpke (1.-60. Minute/13 Paraden), Suljakovic n.e. – Feld 1, Kneer, Bjørnsen 4, Ferraz 1, Mirkulovski, Torbrügge 1, Weissgerber n.e., Frend Öfors 1, Holst 2/2, Forsell Schefvert 1, Rubin 3, Lindskog 1, Cavor 10.

THW Kiel: N. Landin (1.-41. Minute/8 Paraden), Quenstedt (ab 41./6) – Duvnjak 2, Reinkind 5, M. Landin 3, Kristjánsson n.e., Wiencek 1, Ekberg 6/1, Rahmel n.e., Dahmke n.e., Zarabec 1, Horak, Bilyk 5, Pekeler 3, Nilsson.

Schiedsrichter: Schulze/Tönnies (Magdeburg/Stendal) – Strafminuten: HSG 8 (Kneer, 2x Mirkulovski, Lindskog), THW 4 (Pekeler, Reinkind)– Siebenmeter: HSG 2/2, THW 2/1 (Ekberg an die Latte) – Spielfilm: 0:2, 2:4 (9.), 5:5, 5:7 (17.), 9:8, 10:10 (24.), 12:11, 14:12 – 16:13, 19:16 (39.), 21:17, 21:21 (50.), 23:23, 25:24 (57.), 25:26 – Zuschauer: 3734 in der Rittal Arena in Wetzlar.

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