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THW Kiel Kieler Freude und Mannheimer Frust
Sport THW Kiel Kieler Freude und Mannheimer Frust
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08:01 27.03.2018
Von Niklas Schomburg
Während Lukas Nilsson und der THW Kiel einen großen Sieg feiern konnten, waren die Löwen „die kompletten Idioten“, wie Kapitän Andy Schmid (hinten links) es ausdrückte. „Dieser Tag wird nicht in die positive Geschichte des Klubs eingehen“, resümierte der Schweizer. Quelle: Sascha Klahn
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Kiel

„Ein geiler Kampf von der ersten bis zur letzten Minute“, befand THW-Abwehrrecke Sebastian Firnhaber, der schon am Sonnabend ein Extra-Lob seines Trainers Alfred Gislason ausgesprochen bekommen hatte. Und es prompt zurückgab: „Alfred hat uns super eingestellt. Wir wollten von Anfang an hart spielen, die Angreifer früh angehen. Das ist uns gelungen. Es ist ein gutes Gefühl, den Tabellenführer geschlagen zu haben.“

Auf der anderen Seite fasste Löwen-Kapitän Andy Schmid den völlig verkorksten Sonnabend in einem drastischen Dreiklang zusammen. „Das war ein Scheiß-Tag für uns, ein Scheiß-Tag für den Verein und ein Scheiß-Tag für den Handball“, meinte der Schweizer. Zwei Stunden vor der herben Pleite in Kiel steckte die Löwen-Reserve in der Champions League eine 17:41-Klatsche bei Vive Kielce ein. Der Terminstreit zwischen EHF und HBL machte aus dem deutschen Meister einen Doppel-Verlierer.

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„Es war eine ganz komische Stimmung am Wochenende“, sagte Löwen-Linkshänder Harald Reinkind. „Es wurde viel über die Champions League geredet, über den Streit zwischen den Verbänden. Das machte es für uns in Kiel nicht leichter.“ Der Norweger blickte am Montag zurück auf „ein hartes Wochenende“, suchte die Schuld aber zunächst in der eigenen Leistung. „Kiel hat sehr gut gespielt. Wir sind auch gut reingekommen. Dann verschießen wir zu viel, und alles geht ganz schnell.“ Eine Diskussion über Sinn und Unsinn der Entscheidung, mit den Stars in Kiel anzutreten und die Drittliga-Amateure nach Polen zu schicken, hält Reinkind für müßig. „Hinterher kann man immer sagen, man hätte es anders machen können.“ Die Mannschaft habe vor dem eigenen Spiel den Auftritt der Zweiten in Kielce verfolgt, „aber versucht, den Fokus nur auf uns zu legen“, so Reinkind.

War das Spiel am Sonnabend das letztes Spiel des Rückraumrechten gegen die Zebras? Nach unseren Informationen wird der 1,97-Meter-Mann im Sommer ein Kieler. „Das kann sein, wir werden sehen“, sagt Reinkind, will sich zu seiner Zukunft (noch) nicht weiter äußern. „Der Plan steht, mehr kann ich nicht sagen.“