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THW Kiel Was läuft beim THW Kiel, was noch nicht?
Sport THW Kiel Was läuft beim THW Kiel, was noch nicht?
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07:10 27.09.2019
Von Merle Schaack
Elf Siege, ein Unentschieden (gegen Kielce) sowie drei Niederlagen (Supercup gegen Flensburg, Super-Globe-Finale gegen Barcelona, Liga-Niederlage in Magdeburg) - das ist die Bilanz nach 15 Spielen des THW Kiel. Quelle: Sascha Klahn
Kiel

Die Ergebnisse:

Hier ist der THW Kiel in allen Wettbewerben voll im Soll – auch wenn er ohne die Bundesliga-Niederlage in Magdeburg und den Punktverlust in letzter Sekunde in der Champions League gegen Kielce noch besser dastehen könnte. Dafür setzten sie in der Liga mit dem Derby-Sieg gegen Flensburg und vor allem mit ihrem 37:31-Champions-League-Triumph in Veszprém Ausrufezeichen. „Da haben wir uns den verlorenen Punkt gegen Kielce wieder geholt“, sagt Regisseur Miha Zarabec über den ersten THW-Sieg seit 2013 in Ungarn – und den zweiten überhaupt.

Die Spielweise:

Rotation, Rotation, Rotation – die feste Startsieben hat THW-Trainer Filip Jicha abgeschafft. Zum einen, um die Belastung aller Wettbewerbe gleichmäßig zu verteilen. Zum anderen macht diese Philosophie die Zebras für die Gegner unberechenbar. Mal kommen die Kieler ohne Spezialistenwechsel zwischen Angriff und Abwehr aus, mal lässt Jicha in der Abwehr zwei Angreifer verschnaufen.

Mit Domagoj Duvnjak, Miha Zarabec, Gisli Kristjánsson und ab und zu auch Lukas Nilsson hat er vier potenzielle Spielmacher im Kader. Die Kieler Offensive ist an guten Tagen so variantenreich wie lange nicht, und auch in der Deckung verfügt der THW mit der 3:2:1 und der flexiblen 6:0-Abwehr über zwei Formationen, von denen eine fast immer sticht.

Dritter Effekt der vielen Wechsel, die Jicha auch innerhalb der einzelnen Partien vornimmt: Frische Beine helfen der Mannschaft, das Tempo hochzuhalten – ein wichtiger Faktor im THW-Spiel, das schnelle Mitte sowie erste und zweite Welle forciert. Nicht umsonst wiederholt der Trainer fast schon mantraartig diesen Satz: „Wir brauchen jeden Mann.“

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Die Konstanz:

Die fehlte in vielen der ersten Spiele. Auch am Mittwochabend beim 31:23-Sieg über Meshkov Brest leisteten die Zebras sich eine erste Halbzeit mit vielen Fehlern im Angriff und einer zu zahmen Abwehr. „Das passiert immer, wenn wir nicht vollkommen bei der Sache sind“, gibt Miha Zarabec zu. Erschwerend kam hinzu, dass die Torhüter zu Beginn der Saison selten überragende Quoten verzeichnen konnten. In der Liga rangieren Niklas Landin (im Schnitt sieben Paraden pro Spiel) und Dario Quenstedt (5) derzeit nur im Mittelfeld.

Zuletzt zeigten sie aber beide in der Champions League ihre Klasse. Landin war beim Auswärtssieg in Veszprém mit 17 Paraden ein wichtiger Faktor, Quenstedt machte gegen Brest mit 15 gehaltenen Bällen sein bisher bestes THW-Spiel. „Generell machen die Jungs das gut“, sagt Filip Jicha. „Man darf nicht vergessen, dass wir erst im September sind. Alles braucht seine Zeit. Und die können wir nicht mit der Anzahl der Spiele überspringen.“

Das Selbstbewusstsein:

Ist vor allem in Veszprém noch einmal gewachsen. „Wir wissen jetzt, dass wir eine richtig gute Mannschaft sind“, sagt Miha Zarabec. Was das bedeutet, weiß Jicha aus eigener Erfahrung. „Solche Siege machen etwas mit der Aura der Mannschaft, mit der Energie. Wissenschaftlich ist das nicht belegbar. Aber je mehr solcher Siege man errungen hat, desto einfacher wird es, solche Spiele zu spielen.“

So geht’s weiter:

Das Programm bleibt straff. Sieben Spiele bestreiten die Zebras im Oktober, nur zwei davon zu Hause. Los geht’s mit dem Pokal-Achtelfinale in Wetzlar am 2. Oktober. Es folgen das Auswärtsspiel in Lemgo, das Heimspiel gegen Nordhorn und dann ein Reise-Marathon nach Skopje, wieder Wetzlar und Montpellier, ehe die Kieler den Oktober zu Hause gegen Melsungen beschießen.

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