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THW Kiel Schafft der THW Kiel den elften Streich?
Sport THW Kiel Schafft der THW Kiel den elften Streich?
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18:30 04.04.2019
Von Merle Schaack
Zum zehnten und bislang letzten Mal gewannen die Handballer des THW Kiel den DHB-Pokal im Jahr 2017. Am Wochenende treten sie nach einem Jahr Pause wieder im Final Four um den ersten Titel der Saison an. Quelle: Axel Heimken/dpa
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Kiel/Hamburg

Mit zehn Pokalsiegen ist der THW Kiel Rekordsieger in diesem Wettbewerb. Doch auch für die Füchse Berlin, den SC Magdeburg und die TSV Hannover ist das Final Four kein Premierenball. Und im Pokal, da sind sich alle Beteiligten stets einig, ist sowieso alles möglich. Ein Überblick über die (möglichen) THW-Gegner am Wochenende.

Füchse Berlin

In der Liga unter ihren Möglichkeiten, im EHF-Pokal im Soll – die Füchse Berlin sind in dieser Saison eine Wundertüte. Während sie auf europäischer Ebene sicher als Gruppensieger ins Viertelfinale einzogen, ist in der Liga der Wurm drin.

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Nacheinander verlor die Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic zuletzt in Melsungen, gegen Göppingen und in Leipzig. Vor allem kämpfen die Füchse, die 2014 zum ersten Mal ins Final-Turnier um den DHB-Pokal einzogen und ihn gleich im ersten Anlauf gewannen, in dieser Spielzeit mit großem Verletzungspech.

Zwischenzeitlich fielen neun Spieler gleichzeitig aus. Aktuell stehen mit Simon Ernst (Kreuzbandriss) und Marko Kopljar (Achillessehnenriss) „nur“ noch zwei Rückraumspieler auf der Liste der Langzeitverletzten. Der Kroate Stipe Mandalinic, im linken Rückraum zu Hause, feierte am vergangenen Wochenende im EHF-Pokal gegen Balatonfüredi (36:23 für die Füchse) sein Comeback nach einem Kreuzbandriss, dürfte gegen den THW Kiel aber nur zu Kurzeinsätzen kommen.

Trotz der Pechsträhne der Füchse sind die Kieler auf der Hut. „Im Pokal machen oft Mannschaften positive Schlagzeilen, die in der Liga gerade keinen so guten Lauf haben“, sagt THW-Trainer Alfred Gislason. Paul Drux, Rückraum-Shooter der Füchse sieht den THW in der Favoritenrolle. „Gegen Kiel sind wir auf dem Papier der klare Außenseiter. Aber im Final Four sind die Spiele oft eng. Und manche Leute, von denen es keiner geglaubt hätte, wachsen auf einmal über sich hinaus.“

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TSV Hannover-Burgdorf

Auch die Niedersachsen erleben in dieser Saison eine Berg- und Talfahrt. Erst standen sie im EHF-Cup schon kurz vor dem Aus in der Gruppenphase, dann spielten sie in der entscheidenden Partie die Kroaten von RK Nexe an die Wand und zogen doch noch ins Viertelfinale ein. Nur um am darauffolgenden Bundesligaspieltag zu Hause gegen Wetzlar nach phasenweise katastrophaler Leistung mit 23:25 zu verlieren.

Nicht nur zwei Punkte gingen der Mannschaft von Trainer Carlos Ortega in diesem Spiel verloren. Mit Ilija Brozovic und Cristian Ugalde zogen sich auch noch zwei Recken einen Muskelfaserriss zu. Beide werden in Hamburg nicht spielen können. Ob Youngster Vincent Büchner, der sich im selben Spiel eine Knochenstauchung im Knie zuzog, einsatzfähig sein wird, ist noch unklar.

Angesichts der Personallage sehen die Hannoveraner sich bei ihrer zweiten Final-Four-Teilnahme als Außenseiter. „Aber wir werden den Kampf annehmen und fahren nicht da hin, um Magdeburg ins Finale zu geleiten“, sagt Sven-Sören Christophersen, Sportlicher Leiter bei den Recken, und kündigte „einige taktische Kniffe“ des Trainers Carlos Ortega an.

SC Magdeburg

Erst wirbelte die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert scheinbar unaufhaltsam durch die Liga, dann stotterte der Motor des flinken Angriffs. Zuletzt aber stoppte der SCM die ein Jahr währende Siegesserie von Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt in der Liga.

Damit kehrten die Magdeburger, die Flensburg auch im Pokal-Achtelfinale besiegten, auf Platz drei der Bundesliga zurück. Auch wenn der SCM-Rückraum im Vergleich zu anderen Mannschaften nicht ganz so hoch gewachsen ist, stellt er neben der robusten Abwehr das Prunkstück der Sachsen-Anhaltiner dar.

Mittelmann Marko Bezjak hat immer wieder einen Geistesblitz, mit dem er den Gegner überraschen kann. Christian O’Sullivan dirigiert gekonnt das SCM-typische Tempospiel. Auch Linkshänder Albin Lagergren spielt mit gutem Auge für seine Mitspieler. Dazu kommt die Allzweckwaffe Michael Damgaard.

Machulla sieht Magdeburg vorn

Der frühere Magdeburger Profi und durch seinen Ex-Klub beim Final Four zum Zuschauen verdammte Flensburger Trainer Maik Machulla legt sich fest. „Der SCM ist im Halbfinale der klare Favorit und für mich auch der erste Anwärter auf den Titel“, sagt er.

Für das Halbfinale gegen Hannover pflichtet Alfred Gislason ihm bei. „Da sehe ich Magdeburg als kleinen Favoriten“, bestätigt der THW-Trainer. Sollte es zu einem Finale zwischen THW Kiel und SCM kommen, spielen die beiden Bundesliga-Niederlagen des THW gegen das Wiegert-Team nach Aussage der Kieler aber keine Rolle. „Wirklich nicht“, sagt Co-Trainer Filip Jicha, der selbst fünfmal mit dem THW den Pokal gewann. „Liga und Pokal – das sind völlig unterschiedliche Wettbewerbe.“

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