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THW Kiel THW schlägt Recken und verliert Duvnjak
Sport THW Kiel THW schlägt Recken und verliert Duvnjak
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18:20 17.11.2019
Von Merle Schaack
Domagoj Duvnjak (THW Kiel) im Wurf. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Den Sieg über den Tabellenführer bezahlte der THW Kiel jedoch teuer. In der zweiten Halbzeit konnte Kapitän Domagoj Duvnjak wegen eines Verdachts auf Muskelfaserriss nicht mehr mitwirken. 

Zu Beginn der Partie hatte der Regisseur noch großen Anteil am guten Start seiner Mannschaft gehabt. Mit dem Anpfiff waren die Kieler im Spitzenspiel-Modus. Unter der Regie von Duvnjak und mit Nikola Bilyk und Dauerbrenner Harald Reinkind auf den Halbpositionen unterliefen den Zebras im Angriff kaum Fehler. 

Gerade einmal zehn Minuten braucht der top-motivierte THW Kiel, um den Recken eindrucksvoll zu demonstrieren, welcher Nord-Klub dem THW-Verständnis nach an die Spitze der Liga gehört. In doppelter Überzahl traf Bilyk nach Steal von Magnus Landin ins leere Recken-Tor zum 7:2. 

TSV Hannover-Burgdorf fand nicht ins Spiel

Als Reinkind wenig später ebenfalls auf die Strafbank musste, kontrollierten die Kieler das Spiel bereits so sicher, dass es sie nicht vom Zaubern abhielt: Tipp-Anspiel von Bilyk hinter dem Rücken auf Magnus Landin, 8:2-Führung der Kieler, anerkennendes Zungenschnalzen auf den Rängen der vollbesetzten Sparkassen-Arena. 

Die Recken indes fanden nicht in den Tritt. Die bewegliche Kieler 6:0-Abwehr mit Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek im Innenblock hatte sowohl Spielmacher und Weltmeister Morten Olsen als auch die Kreisläufer Evgeni Pevnov und Ex-Zebra Ilija Brozovic im Griff.

Nach knapp einer Viertelstunde stellte Gäste-Trainer Carlos Ortega auf eine 3:2:1-Abwehr mit Christian Ugalde an der Spitze um. Doch gegen den THW Kiel war an diesem Sonntag kein Kraut gewachsen. Beständig und mit Unterstützung des sicheren Niklas Landin (sieben Paraden in der ersten Halbzeit) hielten die Zebras ihren Vorsprung.

Sonderapplaus für Sven Ehrig

Und so rückten auch die kleineren Geschichten, die dieses Spiel schrieb, in den Fokus: Bereits in der 19. Minute, als Ole Rahmel eine Zeitstrafe abbrummte, feierte der 19-jährige Sven Ehrig sein Bundesliga-Debüt. Der Nachwuchsspieler war erst am Freitag mit einem Zweitspielrecht ausgestattet worden, half in zwei Angriffen aus und bekam Sonderapplaus, als er das Feld betrat. 

Riesenjubel gab es dann fünf Minuten später, als Kapitän Domagoj Duvnjak mit dem 16:8 seinen 1000. Bundesliga-Treffer erzielte. Stehende Ovationen von den Fans – und für Carlos Ortega erneut ein Signal für eine Auszeit.

Die fruchtete: Nach Reinkinds 17:8 erlaubten sich die Kieler bis zur Halbzeit eine kleine Verschnaufpause. Hannover hingegen pirschte sich mit einem 4:0-Lauf wieder auf fünf Tore (17:12) heran. 

Domagoj Duvnjak fällt auf unbestimmte Zeit aus

In der Pause dann die Hiobsbotschaft für den THW Kiel: Duvnjak musste draußen bleiben. Wie lange der Kroate seiner Mannschaft fehlen wird, war zunächst unklar. Am Montag soll eine MRT-Untersuchung Aufschluss über Art und Schwere der Verletzung geben. THW-Trainer Filip Jicha vertraute weiterhin auf Reinkind und Bilyk, Miha Zarabec übernahm die Regie.

Verlass war auch einmal mehr auf Niklas Landin. Der Torwart sorgte mit fünf schnellen Paraden nach dem Seitenwechsel dafür, dass Duvnjaks Verlust schnell verdrängt war. Kaum ein Recke fand einen Weg vorbei am Dänen. Währenddessen schraubten seine Vorderleute den Spielstand weiter in die Höhe und hatten dabei Spaß am Zaubern: In der 42. Minute bediente Bilyk Magnus Landin mit einem Kempa-Anspiel, und der "kleine" Landin traf zur 24:14-Führung – Partystimmung im Kieler Handball-Tempel.

Und dieses Mal ließen die Zebras nichts mehr anbrennen. Mit 21 Paraden wurde Niklas Landin zum Matchwinner. Die meisten Tore für die Zebras erzielte Harald Reinkind (9). Bester Recken-Werfer waren Christian Ugalde und Nejc Cehte (4).

THW Kiel am Mittwoch gegen Motor Zaporozhye

Durch den Sieg der Kieler verloren die Recken die Tabellenführung an die SG Flensburg-Handewitt. Der THW Kiel hat nach wie vor zwei Spiele weniger absolviert als die Konkurrenz und steht deshalb nach Pluspunkten auf dem dritten Platz.

Bereits am Mittwoch geht es für die Kieler in der Champions League weiter. Dann empfangen sie den ukrainischen Meister Motor Zaporozhye zum Rückspiel in der Gruppenphase in der Sparkassen-Arena in Kiel

Die Statistik

THW Kiel: N. Landin (1.-60. Minute/21 Paraden), Quenstedt n.e. – Ehrig, Duvnjak 1, Reinkind 9, M. Landin 5, Wiencek, Ekberg 3/3, Rahmel 2, Dahmke n.e., Zarabec, Horak, Bilyk 5, Pekeler 7, Nilsson.

TSV Hannover-Burgdorf: Ebner (1.-15. und ab 41. Minute/6 Paraden), Lesjak (15.-41./3) – Cehte 4, Martinovic 3, Patrail, Thiele 1, Pevnov 1, Jönsson, Böhm 2, Ugalde 4, Olsen 2/2, Donker n.e., Brozovic 3, Feise 1, Kastening 2, Büchner.

Schiedsrichter: Blümel/ Loppaschewski (beide Berlin) – Strafminuten: THW 8 (Reinkind, Rahmel, Nilsson, Wiencek), TSV 6 (2x Cehte, Böhm) – Siebenmeter: THW 3/3, TSV 3/2 (N. Landin pariert Kastening) – Zuschauer: 10285 in der Kieler Sparkassen-Arena.

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Erst war die TSV Hannover-Burgdorf eine Wundertüte, dann die Überraschungs-Mannschaft der Saison in der Handball-Bundesliga – und seit dem fünften Spieltag der Tabellenführer, der die Konkurrenz das Fürchten lehrt. Sonntag (13.40 Uhr) kommen die Recken zum Spitzenspiel zum THW Kiel.

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