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THW Kiel THW Kiel: Neunter Sieg in Folge
Sport THW Kiel THW Kiel: Neunter Sieg in Folge
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19:28 11.11.2018
Von Merle Schaack
Rechtsaußen Niclas Ekberg zählte mit 7/2 Toren ohne Fehlversuch gegen Göppingen zu den treffsicheren Kielern. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Die Rollen waren klar verteilt, die Zebras, seit acht Spielen in der Liga ohne Punkverlust, waren der große Favorit gegen den Tabellenelften, der zuletzt fünf Niederlagen in Folge kassiert hatte.

Zu Beginn der Partie schien sich die Papier-Form zu bestätigen. Die Kieler, angeführt vom besten Feld-Torschützen Patrick Wiencek (6 Tore), waren spielerisch die bessere Mannschaft. Göppingen warf drei seiner ersten fünf Tore von der Siebenmeter-Linie, blieb Dank der Strafwürfe aber auf Augenhöhe (5:5/12.).

THW-Schützen schwächeln

Doch plötzlich schien es, als hätten die THW-Schützen ihr Visier verstellt. Lukas Nilsson traf den Pfosten, Göppingens Torhüter Daniel Rebmann beeindruckte mit einer Doppelparade gegen Rahmel und Dahmke ("Das war eine Initialzündung für mich"), Duvnjaks nächster Wurf ging neben das Tor und Nilsson scheiterte erneut an Rebmann, der schon in der ersten Hälfte zwölf Paraden verbuchen konnte. 5:8 lag der THW nach 14 Minuten zurück – Zeit für eine Auszeit, fand Gislason. Und für einen Personalwechsel.

Anschließend schickte der Isländer Miha Zarabec auf die Spielmacher-Position, Niclas Ekberg für Rahmel auf Rechtsaußen und Steffen Weinhold in den rechten Rückraum. Einen Fehlwurf später musste auch Nilsson auf die Bank (6:10/18.).

Göppingen deutlich verbessert

Bei den Göppingern war indes keine Spur von der Abschluss-Schwäche, mit der sie in den zurückliegenden Spielen gehadert hatten. Die Flügelzange, bestehend aus Marco Rentschler und Marcel Schiller versenkte zuverlässig Wurf um Wurf im Kieler Tor.

Als auch Rune Dahmke zum zweiten Mal an Rebmann scheiterte, vollzog Gislason in der 20. Minute bereits den viertel Wechsel, beorderte Magnus Landin auf die Linksaußen-Position.

In der Abwehr griff eine weitere taktische Maßnahme des THW. Die auf die 3:2:1-Formation umgestellte Abwehr mit Duvnjak an der Spitze erwies sich in Kombination mit einigen Paraden von Andreas Wolff als Quell der Ballgewinne. Zwei Gegenstöße von Landin und Ekberg brachten die Kieler beim 11:12 (25.) in Schlagdistanz. Den Pausen-Rückstand konnten sie aber nicht verhindern.

Wolff dominiert in der zweiten Halbzeit

Direkt nach Wiederanpfiff zeigte sich, wer der zweiten Halbzeit seinen Stempel aufdrücken würde: Andreas Wolff hielt einen Strafwurf von Marcel Schiller, Wiencek konnte anschließend zum 15:15 (33.) ausgleichen. Dennoch spielte Göppingen weiter munter mit, sorgte mit einer sicheren Abwehr dafür, dass der THW viel für seine Tore arbeiten musste.

Mit der Anzahl der Wolff-Paraden steigen aber auch die Gelegenheiten zum Tempo-Gegenstoß. Mit einem solchen erzielte Wiencek in der 41. Minute die erste THW-Führung seit dem 4:3.

Schließlich schwanden bei den Gästen, die verletzungsbedingt nur mit einem 14-Mann-Kader angereist waren, die Kräfte.

Donnerstag geht es zum BHC

"Wir haben in der zweiten Halbzeit ein paar technische Fehler zu viel gemacht", sagte Göppingens Trainer Hartmut Mayerhoffer nach dem Abpfiff. "Aber meine Mannschaft hat einen großen Kampf geliefert. Und wenn meine Spieler jetzt in der Kabine sitzen und enttäuscht sind, dass wir nichts Zählbares aus Kiel mitgenommen haben, heißt das, dass wir sehr viel richtig gemacht haben."

THW-Rückraumspieler Harald Reinkind brachte die Kieler Sicht der Dinge auf den Punkt: "Zwei Punkte müssen nicht immer schön sein. Hauptsache, wir haben gewonnen."

Am Donnerstag reisen die Kieler zum starken Aufsteiger Bergischer HC. Drei Tage später steht dann in der Kieler Arena das Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde des EHF-Pokals gegen den norwegischen Vertreter Drammen HK auf dem Programm.

Statistik zum Spiel

THW Kiel: Wolff (1. bis 60., 16 Paraden, 1 Tor), N. Landin (bei einem Siebenmeter, keine Parade) – Duvnjak 4, Reinkind 1, M. Landin 2, Firnhaber (n.e.), Kristjánsson (n.e.), Weinhold 3, Wiencek 6, Ekberg 7/2, Rahmel, Dahmke, Zarabec 1, Vujin (n.e.), Pekeler 1, Nilsson 2.

FA Göppingen: Rebmann 1- bis 60., 16 Paraden), Prost (n.e.) – Kneule 2, Damgaard 4, Heymann 4, Weißer, Bagersted 1, Peric, Sliskovic 2, Schiller 9/4, Rentschler 4, Goller (n.e.), Schöngarth, Kozina.

Schiedsrichter: Robert Schulze/Tobias Tönnies (Magdeburg/Stendal)

Strafminuten: THW 8, FAG 8

Siebenmeter: THW 2/2, FAG 4/5 (Schiller scheitert an Wolff)

Spielfilm: 3:2, 5:5, 5:8 (14.), 6:10, 8:10, 11:12 (25.), 13:13, 13:15, 14:15 – 15:15 (33.), 17:18, 19:18 (42.), 21:21, 23:21 (48.), 25:23, 27:24, 28:26

Zuschauer: 10.285 in der Sparkassen-Arena.

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