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THW Kiel THW Kiel trifft auf Frisch Auf Göppingen
Sport THW Kiel THW Kiel trifft auf Frisch Auf Göppingen
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20:00 23.08.2019
Von Tamo Schwarz
Letztes Aufeinandertreffen in Kiel im November 2018: THW-Spielmacher Miha Zarabec (Mitte) tankt sich zwischen Jacob Bagersted (li.) und Tim Kneule durch. Der Däne Bagersted wird am Sonntag voraussichtlich fehlen. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel/Göppingen

Gleich am nächsten Tag startet das Abenteuer Super Globe in Saudi-Arabien mit (im besten Fall) vier Spielen in fünf Tagen. Doch Filip Jicha ist auf Göppingen fokussiert. Der 37-Jährige hat den Gegner vor seinem Trainerdebüt in der vermeintlich stärksten Liga der Welt genau analysiert, spricht von einer „traditionellen, unangenehmen, eingespielten, abgezockten Truppe“.

Frisch-Auf-Coach Mayerhoffer musste nur punktuell umstellen

In der Tat verzeichnete Frisch-Auf-Coach Harmut Mayerhoffer zwar sieben Neuzugänge und fünf Abgänge, musste auf Schlüsselpositionen dennoch nur punktuell integrieren, umstellen, verfügt weiterhin über eine harmonische Basis. Und die hat es, das weiß auch Filip Jicha, in sich. Der Tscheche weiß um die Qualitäten von Mittelmann Tim Kneule oder Rückraum-Talent Sebastian Heymann, weiß auch, wie unangenehm ein Nemanja Zelenovic im rechten Rückraum agieren kann. 

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Zebras mit diversen Abwehrformationen

Dagegen will Jicha mit einem Plan und viel Struktur auftreten, die Stärken des Gegners dennoch im Auge behalten, nicht notgedrungen am Plan festhalten. „Wir müssen zu unserem Spiel finden.“ An Optionen mangelt es dem ehemaligen Welthandballer gewiss nicht. In der Vorbereitung zeigten die Kieler in der Defensive ebenso eine klassische 6:0-Deckung wie eine 6:0 mit offensiven Halben, spielten die bereits im Repertoire bekannte 3:2:1-Variante oder auch eine linkslastig versetzte 5:1-Abwehr mit entweder Rune Dahmke oder Magnus Landin an der Spitze. Dadurch sind die Kieler schwer auszurechnen, ist das Spiel noch eine Spur weniger erwartbar. Und auch der Positionsangriff hat in den vergangenen Wochen an Tempo und vor allem Wucht gewonnen.

Jicha: "Es gibt bei mir keine erste Sieben"

Womit Filip Jicha nicht dienen kann (und will): „Es gibt bei mir keine erste Sieben. Ich habe das selbst auch als Spieler nicht gemocht. Ich mochte gesetzt sein in den entscheidenden Phasen. Es ist unwichtig, wer anfängt, aber wichtig, wer das Spiel leitet und wer es entscheidet.“ Einzig Lukas Nilsson und Miha Zarabec hatten am Freitag mit Blessuren zu kämpfen, konnten nicht trainieren. Jicha: „Ich gehe davon aus, dass sie für das Spiel am Sonntag hundertprozentig fit sein werden.“

Göppingen voraussichtlich ohne Kreisläufer Bagersted

Frisch Auf muss indes auf Kreisläufer Jacob Bagersted verzichten. Der Däne tritt die Reise zwar an, ist nach einer Schulterprellung allerdings noch nicht ganz einsatzbereit. „Es wird für uns ein knackiger Auftakt mit dem THW Kiel auswärts und danach Hannover und Berlin zu Hause“, sagt der Sportliche Leiter Christian Schöne. Im Schatten des Hohenstaufen geht man ambitioniert in die neue Spielzeit. „Wir waren Achter in der Vorsaison und wollen uns weiter verbessern. Platz sieben ist für uns realistisch, in die Top Sechs einzudringen, wird eher schwierig. Von Platz sieben bis zwölf wird es aber eng zugehen“, weiß Schöne.

Königstransfer Kastelic kam aus Zagreb

Der Kader wurde verjüngt, Spielmacher Allan Damgaard (Team Tvis Holstebro), Torwart Primoz Prost (Wilhelmshavener HV) und Jens Schöngarth (HSV Hamburg) haben den Verein verlassen. „Wir haben uns verjüngt“, so Schöne. Damgaard und Schöngarth hatten ohnehin zuletzt wenig Spielanteile. Königstransfer der Baden Württemberger ist der slowenische Schlussmann Urh Kastelic (23) von RK Zagreb. „Er ist ein ganz anderer, mit 2,01 Metern großer Torwart-Typ mit Champions-League- und Nationalmannschafts-Erfahrung, der mit 23 Jahren noch viel Potenzial hat“, sagt Schöne.

Letzter Frisch-Auf-Sieg in Kiel 1978

Für den Nationalmannschaftskollegen von THW-Regisseur Miha Zarabec überwies Frisch Auf eine im mittleren fünfstelligen Bereich angesiedelte Ablösesumme nach Kroatien. Auch nicht selbstverständlich an der Schwäbischen Alb, wo der Etat von 5,0 auf 5,2 Millionen Euro erhöht wurde. Den letzten Sieg in Kiel feierten die auswärtsstarken Süddeutschen beim 19:14 am 25. November 1978. Schöne: „In Kiel werden jetzt alle dem ersten Spiel entgegenfiebern, die Halle wird voll sein. Es geht für uns darum, gut gegenzuhalten und gut ins Spiel zu kommen.“

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