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THW Kiel Hanning: "Kiel hat Tal durchschritten"
Sport THW Kiel Hanning: "Kiel hat Tal durchschritten"
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22:23 20.11.2018
Von Tamo Schwarz
Foto: DHB-Vize Bob Hanning (li.) und Bundestrainer Christian Prokop.
DHB-Vize Bob Hanning (li.) und Bundestrainer Christian Prokop. Quelle: Sascha Klahn
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Berlin

Herr Hanning, jetzt ist der zehnte Spieler in ihrem Kader ausgefallen. Ist das einfach nur unglaubliches Pech?

Bob Hanning: Auf jeden Fall muss mir keiner mit Überbelastung kommen. Für Mannschaften wie uns oder Kiel wäre das lächerlich. Der Europapokal hat ja auch gerade erst begonnen. Es ist einerseits wirklich sehr unglücklich, wenn sich beispielsweise Wael Jallouz den Finger bricht oder Malte Semisch mit einem Bandscheibenvorfall ausfällt. Dann haben wir bei Simon Ernst oder Stipe Mandalinic auch alte Verletzungen übernommen, da relativiert sich die Sache dann schon ein wenig. Wir sind in die Analyse eingestiegen, wollen mit Ärzten und Physios die Dinge optimieren.

Werden Sie noch einmal auf dem Transfermarkt tätig? Haben Sie die Saisonziele der Füchse angepasst?

Auf dem Transfermarkt haben wir schlicht nichts gefunden. Außer bei den schwerer Verletzten wie Ernst, Mandalinic, Kopljar oder Struck rechnen wir bei allen mit einer Rückkehr bis Mitte Dezember. Wir müssen sehen, wie groß dann schon der Rückstand auf die Europapokalplätze ist. Wir sind realistisch und wissen, was geht und was nicht geht. Ein zentrales Spiel für uns ist am Sonntag das Rückspiel im EHF-Cup gegen Aalborg (Hinspiel 29:31, d. Red.), in dem wir die Gruppenphase erreichen wollen.

Vorher steht aber noch die Partie bei den Zebras auf dem Programm, ...

... die eine untergeordnete Präferenz hat. Nicht falsch verstehen: Wir wollen ein gutes Spiel machen und gut aus der Sache herauskommen, werden nicht absichtlich verlieren. Aber ich sage auch: In Bestbesetzung könnte das für uns ein Spiel auf Augenhöhe sein, ... und uns fehlen eben zehn Akteure. Kiel hat sein Tal durchschritten. Man sieht ja gerade beim FC Bayern, dass das dazu gehört. Danach wird man konzentrierter.

Wiede, Drux, Ernst – allein bei den Füchsen fallen jetzt vor der WM drei Nationalspieler aus. Wie groß ist Ihre Sorge?

Ich bin mir sicher, dass außer Julius Kühn alle zentralen Spieler dabei sein werden. Und ich verspreche mir einiges von der Kieler Achse Pekeler/Wiencek/Weinhold, die ja auch im Verein zusammenspielt. 

Was hängt Ihrer Meinung nach von der WM ab?

Die WM ist eine Riesenchance. Wir wollten als Sportart immer die Nummer eins hinter Fußball sein. Jetzt sind wir es! Die nächsten vier Welt- und drei Europameisterschaften werden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragen. Die Sender haben darum ein langfristiges Interesse an Handball. Hinzu kommt, dass auch die EM 2024 in Deutschland ausgetragen wird. Jetzt können wir mit unseren Werten eine echte, glaubhafte Alternative zum Fußball werden. Wir müssen Namen und Gesichter kreieren mit einer hohen Strahlkraft.

Wo sind denn diese Typen, von denen Sie sprechen?

Die müssen wir im Rahmen der Heim-WM gebären.

Lesen Sie das ausführliche Interview in der Mittwoch-Ausgabe der Kieler Nachrichten

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