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THW Kiel Der SCM will das i-Tüpfelchen
Sport THW Kiel Der SCM will das i-Tüpfelchen
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07:31 06.09.2019
Von Tamo Schwarz
Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert (links) muss in dieser Saison sechs Neuzugänge einbauen (von rechts): Christoph Steinert, Tim Hornke, Erik Schmidt, Tobias Thulin, Moritz Preuss und Filip Kuzmanovski. Quelle: imago/Jan Huebner
Magdeburg

Der SCM war in der Vorsaison das Salz in der Suppe einer grandiosen Kieler Double-Saison. Kann sich das wiederholen? Auf beiden Seiten herrscht Respekt, und SCM-Trainer Bennet Wiegert erwartet ein „geiles Handballspiel“.

43 Siege und ein Aussetzer 

SC Magdeburg, Synonym für die Nuancen, die dem THW Kiel in der Vorsaison mit am Ende nur sechs Minuspunkten zum Meistertitel fehlten. Vier davon – verloren an den Kontrahenten aus Sachsen-Anhalt. Das Hinspiel, verlegt vom 17. Spieltag auf Begegnung Nummer vier, endete mit einem Kieler 30:35 in der Ferne. Vor dem Rückspiel: 22 schwarz-weiße Siege in Folge wettbewerbsübergreifend. Nach dem Rückspiel: 21 Siege in Folge. Das Rückspiel am 17. Februar: ein einziger 25:28-Aussetzer in eigener Halle.

Respekt der Kieler Zebras

„Die werden heiß sein“ (Niclas Ekberg), „Magdeburg ist immer ein harter Brocken, auswärts besonders. Ich erwarte ein Duell auf Augenhöhe. Es wird brutal zur Sache gehen“ (Rune Dahmke) – beim THW regiert der Respekt. Zu frisch sind die Erinnerungen an die Vorsaison. Mit 14:0 Punkten raste der Magdeburger Handball-ICE um Torschützenkönig Matthias Musche damals durch die Liga, wurde erst bei den Füchsen am achten Spieltag erstmals gestoppt, fuhr am Ende mit 54:14 Zählern in den sicheren EHF-Cup-Bahnhof ein. Platz fünf, Platz vier, Platz drei – und was nun, Bennet Wiegert? „Mit Druck und Erwartungshaltung von außen beschäftige ich mich nicht“, sagt der 37-Jährige, der seit 2015 SCM-Coach ist. Er „genieße dennoch die Extreme in der Stadt“, denn „würde sich keiner für uns interessieren, wäre es auch schlimm“. Dennoch sei es zu einfach, jetzt von Platz zwei als logischer Konsequenz auszugehen. Wiegert: „Die Mannschaft hat sich klare Ziele gesetzt, wartet seit 2016 auf einen Titel und will in dieser Saison etwas Greifbares als i-Tüpfelchen. Welcher Titel es wird, ist egal. Ich finde das mutig, bin aber auch happy, denn wir wollen uns nicht unter Wert verkaufen.“

SCM-Personalkarussell

Das Magdeburger Personalkarussell hat sich vor der Saison arg gedreht. Mit Dario Quenstedt (THW Kiel), Rechtsaußen Robert Weber (HSG Nordhorn), Mads Christiansen (Aalborg), Ignacio Plaza Jimenec (AEK Athen) und Carlos Molina (Benfica Lissabon) haben fünf Akteure den Verein verlassen. Neu integriert werden mussten sogar sechs: Torwart Tobias Thulin (Redbergslids Göteborg), Rechtsaußen Tim Hornke (TBV Lemgo), Filip Kuzmanovski (Eurofarm Rabotnik), Christoph Steinert (HC Erlangen) sowie die Kreisläufer Erik Schmidt (Füchse Berlin) und Moritz Preuss (VfL Gummersbach), der sich allerdings vor Saisonbeginn einen Kreuzbandriss zuzog und lange ausfällt. „Ich kann die Lage noch nicht richtig einschätzen, wir sind auf jeden Fall noch lange nicht beim Saisonstart letztes Jahr“, sagt Wiegert, der zwei Heimsiege gegen die Aufsteiger Balingen-Weilstetten (38:26) und HSG Nordhorn (39:27) sowie ein 32:24 in Lemgo (Wiegert: „Da haben wir uns nicht mit Ruhm bekleckert“) trotz 109 Toren in drei Spielen nicht überbewerten will. „Wir sind in einem Mix aus Findungsphase und Zusammenwachsen. Zum Glück haben wir mit Hornke und Steinert zwei Rückkehrer als Neuzugänge, die den Verein schon kennen, mit Schmidt und Preuss zwei Leute mit Bundesliga-Erfahrung. Das erleichtert den Integrationsprozess.“

Sorgen auf Halbrechts

Eine „Gratwanderung“ beschreite man derzeit nur im halbrechten Rückraum. Linkshänder-Schwede Albin Lagergren, der im Pokalfinale beim 24:28 gegen den THW in Hamburg einen Mittelfußbruch erlitt, ist wieder fit, aber „noch nicht der Albin der letzten Saison“. Neuzugang Steinert ist seit der Partie in Lemgo angeschlagen, also rückte zuletzt auch der 20-jährige Youngster Hannes Bransche in den Kader. Fakt ist aber auch: Die letzten vier Bundesliga-Auftritte in der seit Wochen mit 6600 Zuschauern ausverkauften Getec Arena gingen allesamt verloren. Dazwischen schlägt nur ein 22:21-Erfolg im Pokal-Achtelfinale im Oktober 2016 auf fremdem Parkett für die Zebras zu Buche.

Die Gegenwart

Die Partie am Sonnabend um 18.10 Uhr wird live zur besten „Sportschau“-Zeit in der ARD übertragen. „Für uns ist das eine Premiere. Wir sind da nicht so verwöhnt wie der THW, waren noch nie live im Öffentlich-Rechtlichen und wollen unsere Marke etablieren“, sagt „Benno“ Wiegert, der nicht nur „zwei Mannschaften, die attraktiven Handball spielen“ erwartet, sondern auch den Ex-Magdeburger Dario Quenstedt im Kieler Tor als „emotionalen Faktor“. „Er ist ein guter Torwart, wir wollten ihn behalten, aber er hat sich für Kiel entschieden.“

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