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THW Kiel Gislason kritisiert seine Zebras
Sport THW Kiel Gislason kritisiert seine Zebras
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06:30 15.02.2019
Von Tamo Schwarz
Bedient vom eigenen Spiel: Torwart Niklas Landin (li.), Trainer Alfred Gislason und Sebastian Firnhaber (re.). Quelle: Sonja Paar
Kiel

Das 26:23 (11:11) gegen KS Azoty-Pulawy am Mittwochabend wurde in die Kategorie „Arbeitssieg“ der EHF-Cup-Historie des THW Kiel eingeordnet. Trotzdem beeindruckend: Der zweite Sieg in Gruppe D war der 19. Heimspiel-Erfolg der Zebras in diesem Wettbewerb – bei genau 19 Heimspielen. So knapp war es allerdings nur einmal zuvor.

19 Spiele, 19 Siege, drei Cupsiege (1998, 2002, 2004) bei drei Teilnahmen – der EHF-Cup bleibt schwarz-weißes Terrain. Doch nur drei Tore Vorsprung – alle drei Final-Heimspiele eingeschlossen – gab es bis dato nur einmal. Im Halbfinal-Hinspiel am 18. März 1998 setzten sich Wislander, Krieter, Perunicic, Olsson, Menzel und Co. gegen die Kroaten von RK Brodomerkur Split mit 29:26 (16:14) durch.

Azoty-Pulawy war kurz vor Schluss nah am Ausgleich

Am zurückliegenden Mittwoch hätte die Partie auch noch in eine ganz andere Richtung kippen können. Beim Stande von 24:23 in der Schlussminute war der Ball eigentlich schon ziemlich schlampig vertändelt, trudelte Richtung Aus, als Miha Zarabec geistesgegenwärtig die Situation erfasste und aus spitzem Winkel zum 25:23 traf. Pulawy setzte alles auf eine Karte, und schließlich erzielte Domagoj Duvnjak noch den 26. Treffer aufs leere Gehäuse.

„Wir haben selber schuld. Nach dem 20:14 hätten wir das Spiel über die Zeit schaukeln müssen. Jetzt merkt man, dass wir nicht Champions League spielen, im EHF-Cup fallen schon manchmal andere Schiedsrichter-Entscheidungen“, sagte Kreisläufer Patrick Wiencek. „Es ist immer schwer, gegen solche Mannschaften. Die sind in der großen Halle beeindruckt, haben aber nichts zu verlieren. Wir müssen das heute einfach souveräner gewinnen.“

Polnischer Gegner biss bei Sechs-Tore-Rückstand auf die Zähne

In der Tat war die Partie für die Polen „eine große Sache“ (Pulawy-Coach Bartosz Jurecki). Und eine moralische Glanzleistung. Denn die Mannschaft des ehemaligen Magdeburgers ließ sich von der Arena kaum beeindrucken, biss auch bei einem Sechs-Tore-Vorsprung Mitte der zweiten Halbzeit auf die Zähne, spielte geduldig weiter, bestrafte Kieler Fehler mit Tempospiel. „In den ersten 20 Minuten waren wir sehr schlecht im Angriff, haben viel verworfen“, kritisierte THW-Trainer Alfred Gislason seine Zebras. „Das war kein Zusammenarbeiten, sondern freies Werfen. Deswegen wollte ich eine komplett neue Rückraum-Linie reinbringen. Kompliment, dass meine Mannschaft die Kurve gekriegt hat.“

In der Tat sorgten insbesondere der flinke und sichere Miha Zarabec und Domagoj Duvnjak im Rückraum für eine qualitative Verbesserung, zumindest bis zehn Minuten vor dem Ende. „Dann haben wir wieder schlecht agiert, zu viele Tore über die zweite Welle kassiert. Am Ende haben wir mit ein bisschen Glück gewonnen, aber man muss solche Spiele auch gewinnen“, resümierte Duvnjak.

Sonntag kommt der SC Magdeburg zum Bundesliga-Topspiel nach Kiel

Am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gastiert mit dem SC Magdeburg in der Bundesliga ein ganz anderes Kaliber an der Förde. Im Hinspiel im September kassierten die Kieler beim 30:35 eine von bisher nur zwei Niederlagen. „Vielleicht hat uns das Spiel gegen Pulawy zum rechten Zeitpunkt wachgerüttelt. Denn jedem muss klar sein: Mit so einer Leistung sind die Chancen, am Sonntag gegen Magdeburg zu gewinnen, gleich null“, weiß Alfred Gislason nicht nur deswegen. Zudem fehlten Rune Dahmke und Steffen Weinhold am Mittwoch grippekrank. Domagoj Duvnjak: „Ich hoffe, dass Rune und Steffen am Sonntag wieder gesund sind und die anderen gesund bleiben und der Virus zu Hause bleibt. Gegen Magdeburg brauchen wir einen Hexenkessel.“

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