THW-Kiel-Ass Rune Dahmke: "Jedes Spiel hat jetzt Endspiel-Charakter"
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THW Kiel „Jedes Spiel hat jetzt Endspiel-Charakter“
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THW-Kiel-Ass Rune Dahmke: "Jedes Spiel hat jetzt Endspiel-Charakter"

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15:27 10.11.2021
Von Merle Schaack
Rune Dahmke und der THW Kiel wollen gegen den Bergischen HC ihre Sieglos-Serie beenden und wieder einen Schritt Richtung Leichtigkeit machen.
Rune Dahmke und der THW Kiel wollen gegen den Bergischen HC ihre Sieglos-Serie beenden und wieder einen Schritt Richtung Leichtigkeit machen. Quelle: imago/HolsteinofficeJörg Lühn
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Wenn sich die Zeit zurückdrehen ließe, gäbe es beim THW Kiel wohl so manchen, der die vergangenen vier Wochen in der Handball-Bundesliga ungeschehen machen würde. Genau so lange ist der Rekordmeister nun ohne Sieg. Doch auch Zebras können nicht zaubern, die sechs Minuspunkte bleiben. Den Weg aus der Krise müssen sie also mit herkömmlichen Mitteln angehen. Ein Sieg gegen den Bergischen HC am Donnerstag (19.05 Uhr, Liveticker auf KN-online) soll der erste Schritt sein. „Wir haben für uns etwas gutzumachen“, sagt Trainer Filip Jicha.

Und die Voraussetzungen dafür sind optimal: Als er seine Mannschaft am Montag versammelte, trainierten die Kieler erstmals seit dem 9. Oktober in voller Besetzung. Alle körperlichen Unzulänglichkeiten wie Verletzungen oder (Corona-) Infektionen sind nach der einwöchigen Nationalmannschaftspause auskuriert. Bleibt die mentale Last des unerwartet holprigen Saisonstarts. „Es war gut, ein Stück wegzukommen aus dem Trott, in den wir uns reinmanövriert hatten“, sagt Rune Dahmke.

Der Linksaußen hatte sich vor dem 28:28 bei den Füchsen Berlin einen Muskelfaserriss zugezogen, erlebte den Auftakt der Sieglos-Serie ebenso auf der Bank wie das 25:29-Debakel bei Aufsteiger Lübbecke, das die Serie zur Krise anwachsen ließ. Die Tage bei Freundin Stine Oftedal (Welthandballerin in Diensten von Györ Audi ETO KC) in Ungarn bis zur Rückkehr ins Mannschaftstraining in Kiel erlebte der Linksaußen aber keineswegs als Erholungs-Trip. „Meine Laune war die ganze Zeit nicht ganz optimal.“

Der Frustration setzten die Kieler hartes Training entgegen. „An seine körperlichen Grenzen zu gehen, nicht immer nur den Kopf bestimmen zu lassen – das hilft, um das Selbstbewusstsein wieder aufzupolieren“, sagt Dahmke. Uns ist allen klar, in welcher Situation wir uns befinden. Und das wollen wir schnellstmöglich ändern.“

Bis Ende des Jahres und der anschließenden EM-Pause haben die Kieler in allen Wettbewerben noch 14 Partien vor der Brust. „Jedes Spiel hat jetzt Endspielcharakter“, sagt Dahmke, das Kieler Urgestein. Seit 2014 gehört der gebürtige Kieler zum Profi-Kader, gewann alle wichtigen Vereinstitel mit den Zebras, durchlebte aber auch Krisen und sagt: „Es ist für uns nicht die erste Serie an Misserfolgen. Wir müssen auch darauf achten, das Thema nicht zu groß werden zu lassen.“

Dahmke zu Kolstad-Gerüchten: „In guten Gesprächen mit dem THW Kiel“

Ein weiteres Thema, das die THW-Fans bewegt, ist das Gerücht, auch Dahmke könnte wie sein Teamkollege Sander Sagosen zum norwegischen Großprojekt Kolstad Håndball wechseln. Der Vertrag des 28-Jährigen beim THW Kiel läuft im Sommer aus. Sagosen schließt sich dem Projekt in seiner Heimat im Juli 2023 an. Beide verbindet nicht nur eine enge Freundschaft, sondern auch die Familie Oftedal. Sagosen ist mit Hanna liiert, Dahmke mit deren Schwester Stine. Auf die Kolstad-Gerüchte angesprochen, sagt Dahmke: „Ich bin mit dem THW in sehr guten Gesprächen. Es ist noch nichts final, aber sehr dicht dran. Damit ist alles gesagt, finde ich.“

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Klingt also, als würde es für Dahmke zunächst in Kiel weitergehen. Und am Donnerstag als erstes mit der Partie gegen den Bergischen HC. Der Tabellenachte ließ zuletzt mit einem 30:20-Sieg über den SC DHfK Leipzig aufhorchen, hat nur einen Minuspunkt mehr als die Kieler, allerdings auch eine Partie weniger absolviert. „Ich bin zufrieden mit unserem Start“, sagt Tomas Mrkva, der ab der kommenden Saison mit Niklas Landin das Torwart-Duo beim THW Kiel bilden und Dario Quenstedt ersetzen wird.

Vor dem Anpfiff – Donnerstag, 19.05 Uhr

THW Kiel: N. Landin, Quenstedt – Ehrig, Duvnjak, Sagosen, Reinkind, M. Landin, Weinhold, Wiencek, Ekberg, Ciudad (?), Dahmke, Zarabec, Horak, Bilyk, Pekeler – Trainer: Filip Jicha (39).

Bergischer HC: Rudeck, Mrkva – Schønningsen, Weck, Gunnarsson, Szücs, Damm, Gutbrod, Arnesson, Bergner, Nikolaisen, Boomhouwer, Hansson, Stutzke, Schmidt – verletzt: Darj (Bauchmuskel), Babak (Rücken) – Trainer: Sebastian Hinze (42).

Schiedsrichter: Christian vom Dorff/Fabian vom Dorff (Kaarst) – Bilanz: 19 Spiele, 19 Siege für den THW – Letzte Saison: 32:27 für den THW und 33:30 (in Kiel) – TV: Sky überträgt ab 19 Uhr live – Tickets: www.thw-tickets.de oder am Spieltag ab 13 Uhr in der THW-Fanwelt – Anpfiff: Donnerstag, 19.05 Uhr, in der Wunderino-Arena in Kiel.

Nicht nur deshalb ist die Partie für ihn speziell. „Allein in Kiel zu spielen – und das jetzt auch wieder mit Zuschauern – ist besonders. Das Wissen, dass das mein zukünftiger Verein ist, kommt noch ein bisschen on top“, sagt er, betont aber auch: „Das Thema Wechsel ist jetzt erledigt. Bis dahin gebe ich alles für den BHC.“ Mrkva wäre also der erste Punktgewinn gegen den THW Kiel in der Vereinsgeschichte der Bergischen Löwen lieber als ein Ende der Negativserie seines künftigen Arbeitgebers. „Ich bin mir sicher, der THW kommt da schnell wieder raus. Nur hoffentlich noch nicht gegen uns“, sagt er und lacht.

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