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THW Kiel THW Kiel: "Pitti" und der EHF-Pokal
Sport THW Kiel THW Kiel: "Pitti" und der EHF-Pokal
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19:34 16.05.2019
Von Merle Schaack
2002 holte der THW Kiel mit Stefan Lövgren (vorn) den EHF-Pokal zum zweiten Mal. Pitti Petersen (verdeckt hinter Johan Petersson, 2.v.re.) war bei allen drei bisherigen Triumphen der Kieler in diesem Wettbewerb dabei. Quelle: Bongarts (Archiv)
Kiel

Wenn der THW Kiel am Freitag im Halbfinale (18 Uhr, Sparkassen-Arena) auf den dänischen Vertreter TTH Holstebro trifft, ist Klaus-Dieter Petersen als Mitglied des Lehrstabs des Deutschen Handballbundes damit beschäftigt, Handballtrainer zu prüfen. In Hennef bei Bonn stehen die A-Lizenz-Prüfungen an.

Auch ohne seine Anwesenheit als Titelgarant hält er den THW Kiel für gut aufgestellt. „Die Jungs haben beim Pokalsieg in Hamburg gezeigt, dass sie zwei Tage hintereinander auf sehr hohem Niveau spielen können“, sagt er. „Mit der Unterstützung der eigenen Fans wird es für jede Mannschaft sehr schwer, uns zu schlagen.“

Erster Triumph: 1998 gegen Flensburg

Wie sich das anfühlt, erlebte der 340-fache Nationalspieler selbst zum ersten Mal im Jahr 1998. Im EHF-Cup-Finale, das damals noch aus Hin- und Rückspiel bestand, verloren die Kieler zunächst in Flensburg mit 23:25, ehe sie die SG vor eigenem Publikum mit 26:21 bezwangen.

Im Hinspiel durfte Petersen allerdings ab der 26. Minute nach einer umstrittenen Roten Karte wegen Trikotziehens nur noch zuschauen. Heute blickt er gelassen darauf zurück: „Die Summe aller Vergehen rechtfertigt so eine Strafe immer. Ich habe die Regeln eben immer so ausgelegt, dass ich auch mal beruhigt Pause machen konnte.“

Nach dem Sieg im Rückspiel gab er sich dann seiner Rolle als Zeremonienmeister hin. Im „CAP“ und im Max stiegen Europapokal-Partys. Die Spieler feierten mit, wenn auch angesichts des Zeitpunkts in der entscheidenden Phase der Bundesliga-Saison mit leicht angezogener Handbremse. „Wir haben es immer geschafft, die Feste zu feiern, wie sie fielen“, sagt Petersen. „Und so einen Titel in der eigenen Halle mit den eigenen Fans feiern zu können, das ist sehr, sehr schön.“ Offensichtlich fanden die Zebras das richtige Maß – am Ende der Spielzeit stand das erste „Triple“ der Vereinsgeschichte aus Pokal, EHF-Cup und Meisterschaft.

Die Statistik

Hinspiel in Flensburg am 18. April '98: 25:23 für die SG.

Rückspiel in Kiel am 22. April '98: 26:21 für den THW.

THW (Gesamtstatistik): Stojanovic, Krieter – Wislander 4, Siemens 1, Schwenke 2, Menzel 5, Perunicic 11, Petersen, Knorr 10, Schmidt 1/1, Scheffler 5, Olsson 8; Trainer: Serdarusic.

SG: Holpert, Bulei – Hagen 2, Bjerre 4, Fegter 4, Momsen, Lache, Hjermind 6, Hahn 10, Mau, Leidreiter 4, Jörgensen 6, Christiansen 7/2, Schneider 1; Trainer: Dahl-Nielsen.

2002 hält der Vorsprung in Barcelona

Vier Jahre später jubelte der THW Kiel erneut – dieses Mal aber im Palau Blaugrana beim FC Barcelona. Zum allerersten Mal schafften es die Zebras, einen Hinspiel-Sieg (36:29) dort zu verteidigen. Sie unterlagen nur mit 24:28. Nach der Siegerehrung stürmten Petersen und Stefan Lövgren mit dem Pokal die Tribüne, um mit den mitgereisten Kieler Fans zu feiern. „In den Jahren zuvor hatten wir mit Barcelona einige Scharmützel. Deshalb war es eine Genugtuung, dass wir es einfach mal geschafft hatten“, erinnert sich Petersen, der natürlich auch in der katalanischen Metropole ein Restaurant für eine Titelfeier fand.

Die Statistik

Hinspiel in Kiel am 20. April '02: 36:29 für den THW.

Rückspiel in Barcelona am 28. April '02: 28:24 für Barca.

THW (Gesamtstatistik): Andersson, Fritz – Wislander 8, Preiß 2, Pettersson 18/6, Bjerre 1, Lozano 11, Petersen 2, Lövgren 6/2, Scheffler 4, Fis, Olsson 8; Trainer: Serdarusic.

Barcelona: Barrufet, Svensson – Xepkin 2, O’Callaghan 3, Masip 13/5, Fernandez 2, Lapcevic, Guijosa 15/8, Nagy 10, Ortega 1, Enterrios 9; Trainer: Rivera.

Partystimmung 2004 im Duell mit Altea

Den dritten EHF-Pokal-Triumpf der Kieler erlebte „Pitti“ als spielender Co-Trainer von Noka Serdarusic. Nach dem 32:28-Sieg in Spanien ging BM Altea im Rückspiel in Kiel mit 19:27 unter, in der damaligen Ostseehalle herrschte schon während des Spiels Partystimmung. Eine Lieblingserinnerung an seine Europapokal-Feierlichkeiten hat Petersen aber nicht. „Mit jedem Titel wird man für etwas belohnt, das man sich erarbeitet hat“, sagt er. „Ich sehe den EHF-Cup auch nicht als kleinen Bruder der Champions League.“

Die Statistik

Hinspiel in Altea am 17. April '04: 32:28 für den THW.

Rückspiel in Kiel am 24. April '04: 27:19 für den THW.

THW (Gesamtstatistik): Fritz, Andersson – Preiß 4, Pettersson 11/3, Przybecki 1, Lozano 13, Petersen, Lövgren 3, Wagner 3, Ahlm 10, Boquist, Zeitz 14; Trainer: Serdarusic.

Altea: Asmussen, Oliva – Möller Jacobsen 5/2, Parro 1, Alvarez 13/5, Jiminez 6/1, J. Fernandez 1, Jörgensen 2, Riise 8, Jokuv 3, M. Fernandez 6, Bartolime 1; Trainer Cabanas.

"Pittis" Wunsch: ein Fest in der ganzen Stadt

Für den THW wünscht sich "Pitti" Petersen am Freitag und Sonnabend ein zweitägiges Handballfest – nicht nur in der Sparkassen-Arena. „Ich hoffe, dass die Handballfreude ab Freitag in der ganzen Stadt zu spüren ist“, sagt er. „Und da ja keine Kieler Woche ist, gehe ich davon aus, dass die Sonne scheinen wird.“

Den neuen EHF-Pokal hat „Pitti“ auch schon in den Händen gehalten. Bei der Halbfinal-Auslosung durfte er das Unikat enthüllen – und machte dabei eine Entdeckung, die für den Sieger am Sonnabend nicht unbedeutend sein wird: „Der ist so schwer – mit einer Hand kann man den nicht hoch heben.“

Alle Nachrichten zu den EHF Cup Finals in Kiel lesen Sie hier.

Immer, wenn der THW Kiel im EHF-Cup startete, gewann er den Wettbewerb bisher auch. Bevor die Zebras von Trainer Alfred Gislason am Freitag das Halbfinale gegen TTH Hosltebro bestreiten, gibt es hier einen Rückblick in Bildern auf die erfolgreiche EHF-Cup-Historie des THW Kiel.
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