Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
THW Kiel Vor dem Handball-Gipfel in Kiel: Lasse Svan weiß, wie Derby geht
Sport THW Kiel Vor dem Handball-Gipfel in Kiel: Lasse Svan weiß, wie Derby geht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:53 11.09.2019
Von Tamo Schwarz
Das Gefühl, gegen den THW Kiel zu gewinnen, durfte SG-Kapitän Lasse Svan schon 13-mal erleben. Zuletzt im August beim knappen Erfolg nach Siebenmeterwerfen im Supercup. Quelle: Sascha Klahn
Flensburg

38 Nordderbys, 148 Tore – Svan weiß, wie Derby geht. „Wichtig ist, die Emotionen zu kontrollieren“, sagt der Rechtsaußen, der seinen Vertrag bei der SG bis 2022 verlängert hat und seit dieser Saison auch SG-Kapitän ist. „Der THW Kiel und wir sind extra heiß für das Spiel. Wer das am besten im Griff hat, hat die größten Chancen, zu gewinnen. Zu heiß ist auch nicht gut.“ In Worte gegossene Erfahrung eines Olympiasiegers, Weltmeisters, Europameisters, Champions-League-Siegers, Pokalsiegers und deutschen Meisters. Außerdem: Svan ist ausgebildeter Mentaltrainer, kennt viele Wege hinaus aus einer emotionalen Sackgasse. Als Jugendlicher wurde Svan in Dänemark seeländischer Meister im Pool-Billard. Der Linkshänder ist die Ruhe selbst.

Svan führt die Derby-Dauerbrennerliste mit 38 Spielen vor Holger Glandorf (31) an

Mit Spielmacher Rasmus Lauge (Telekom Veszprém) und Abwehrchef Tobias Karlsson (Karriereende) hat viel Erfahrung den deutschen Meister von 2018 und 2019 verlassen. Viel Derby-Erfahrung. Die Derby-Dauerbrennerliste führt Svan mit 38 Duellen zwischen Kiel und Flensburg an, gefolgt von seinem Teamkameraden Holger Glandorf (31), seinem Kieler Positionskollegen Niclas Ekberg (29), Patrick Wiencek (27) und Steffen Weinhold, der es ebenfalls auf 27 Derbys für den THW (18) und die SG (9) bringt.

Der THW Kiel hat die Erfahrung von 189 Nordderbys im Kader

Allerdings: Das Teamduell auf der Derby-Erfahrungsskala gewinnen die Zebras mit insgesamt 189 Duellen auf dem Buckel deutlich vor der SG (161).

Die Frage nach dem schönsten seiner 38 Derbys beantwortet Lasse Svan jedenfalls wie aus der Pistole geschossen. „Für mich war es der Sieg in Kiel (29:25 am 10. Mai 2018, d. Red.) in der Saison, als wir unseren ersten Titel seit 14 Jahren geholt haben. Dieses Spiel war der Grundstein für den Titel, ein wirklich schönes Gefühl. Für Thomas Mogensen war es das letzte Derby in Kiel, das war für ihn und die Mannschaft etwas ganz Besonderes.“

Svan: "Jetzt hatten wir ein wenig Ruhe, uns auf das Derby vorzubereiten“

Mit Siegen in Melsungen (24:19) und gegen die Rhein-Neckar Löwen (30:27) ist der Titelverteidiger in die neue Saison gestartet, ließ dann beim 27:27 bei der HSG Wetzlar überraschend Federn. „Uns geht es gut. Ich finde, dass wir schon ein schweres Auftaktprogramm haben. Und natürlich hätten wir gegen Wetzlar gern beide Punkte behalten. Aber jetzt hatten wir ein wenig Ruhe, uns auf das Derby vorzubereiten“, sagt Svan. Oft gehe es um Kleinigkeiten hier, ein Quäntchen Glück da: „Wir haben in der Hinrunde der letzten Saison fünfmal mit nur einem Tor gewonnen. Beim THW Kiel lief es ähnlich, am Ende haben die auch Spiele mit Glück für sich entschieden. Das sieht dann in der Tabelle am Ende einfacher aus, als es in Wirklichkeit war. Die Bundesliga ist einfach unfassbar schwer zu spielen, und vielleicht ist es auch noch ein wenig enger geworden in der Liga.“

Derby Nummer 100 hat die SG im Supercup gewonnen

Derby Nummer 101. Das 100. Duell im Supercup hat die SG im August mit 32:31 nach Siebenmeterwerfen für sich entschieden. Aber Svan weiß auch, wie sich Gewinnen in Kiel anfühlt. 24 Niederlagen, 13 Siege und ein Unentschieden umreißen seine Derby-Vita. Viermal durfte der Däne auch in Kiel ausgelassen jubeln: Im DHB-Pokal-Viertelfinale am 16. Dezember 2015 (34:27), in der Bundesliga am 15. Mai 2016 (28:26), in der Champions League am 20. November 2016 (30:22) sowie das 29:25 an eben jenem 10. Mai 2018. 

Svan: "Wir können in Kiel gewinnen"

„Wir können in Kiel gewinnen, das haben wir in der Vergangenheit schon bewiesen, dafür muss natürlich alles passen“, so Svan, der seine Mannschaft auch nach dem Weggang von Abwehrchef Karlsson auf einem guten Weg sieht. „Wichtig wird sein, weniger technische Fehler zu machen. Wir wollen schnell spielen und gut in unserer Abwehr stehen. Da sind wir am stärksten. Tobias Karlsson hat da enorm viel mit eingebracht, aber ich finde, dass viele unserer Spieler bisher Verantwortung übernommen haben. Aber ganz werden wir Kieler Tore nicht verhindern können.“ Derby-Dauerbrenner, Billard-Meister und Mentaltrainer Lasse Svan ist tiefenentspannt. Er weiß aber auch: „Das Resultat am Donnerstag wird ein gutes Zeichen sein, in welche Richtung es danach für uns geht.“

Mehr zum THW Kiel lesen Sie hier.

Die Derby-Goalgetter aus den aktuellen Kadern:

 

  1. Lasse Svan (SG)                     148/1 Tore
  2. Holger Glandorf (SG)            125
  3. Niclas Ekberg (THW)            105/33 Tore
  4. Domagoj Duvnjak (THW)    84
  5. Steffen Weinhold (THW)      75*
  6. Patrick Wiencek (THW)        56
  7. Hampus Wanne (SG)            53/4
  8. Jim Gottfridsson (SG)            33
  9. Lukas Nilsson (THW)           26
  10. Rune Dahmke (THW)           24

 

* Steffen Weinhold hat 48 Derbytore für den THW und 27 für die SG erzielt.      

Der Käpt'n bleibt an Bord: Domagoj Duvnjak hat seinen Vertrag beim Handball-Rekordmeister THW Kiel um zwei weitere Jahre bis Sommer 2022 verlängert. "Es macht mich unglaublich stolz, das THW-Trikot zwei weitere Jahre tragen zu dürfen", sagte der 31-jährige Kroate.

Tamo Schwarz 11.09.2019

Tag zwei nach der Niederlage in Magdeburg, Tag vier vor dem Derby gegen die SG Flensburg-Handewitt – am Montag schwankte der THW Kiel noch zwischen Katerstimmung und dem ersten Anflug von Derby-Fieber. Am Donnerstag (19 Uhr) geht es für de Zebras um die nächsten "Big Pionts" in der Liga.

Merle Schaack 09.09.2019

Am Ende waren Kleinigkeiten entscheidend: Der THW Kiel hat in der Handball-Bundesliga seinen ersten Dämpfer kassiert und das Spitzenspiel beim SC Magdeburg mit 31:32 (19:18) verloren. Sogar elf Tore von THW-Rechtsaußen Niclas Ekberg reichten nicht, um Zählbares mit an die Förde zu nehmen.

Tamo Schwarz 08.09.2019