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THW Kiel Schlüsselspiel im Hexenkessel von Magdeburg
Sport THW Kiel Schlüsselspiel im Hexenkessel von Magdeburg
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07:10 11.05.2016
Von Niklas Schomburg
Elf Tore im Hinspiel: THW-Linksaußen Rune Dahmke. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

„Ein Schlüsselspiel für uns – mal wieder“, sagt THW-Trainer Alfred Gislason. Und ein ungemein schweres noch dazu: Der Traditionsklub aus der Börde surft noch auf der Welle des DHB-Pokalgewinns.

 „In der Halle wird eine Riesenstimmung sein, auch wegen des Pokals“, sagt Gislason. „Ich habe mich riesig gefreut, dass sie den Titel geholt haben, weil ich weiß, was das für alle bedeutet.“ Für den Isländer ist die Fahrt nach Magdeburg noch immer etwas Besonderes. Zum einen wegen seiner Geschichte: Hier verbrachte er sieben Jahre, wurde deutscher Meister, Champions-League-Sieger, Trainer des Jahres. „Ich hatte eine sehr schöne Zeit in Magdeburg“, sagt er. Zum anderen wegen der Arena, berühmt-berüchtigt für hochemotionale Spiele in ohrenbetäubender Atmosphäre. „Es ist eine der schönsten Hallen in Deutschland“, schwärmt Gislason. Und eine höllische für Auswärtsteams.

 Das musste auch der THW schon ein ums andere Mal am eigenen Leibe erfahren. Letzmals am 9. Oktober 2013, als die Zebras mit 31:34 im Hexenkessel Getec-Arena unterlagen. Als Magdeburg mit einer wahnsinnigen Energieleistung und der bedingungslosen Unterstützung der handballverrückten Fans siegte, ohne sechs Stammspieler, mit Personal aus der zweiten Mannschaft aus der dritten Liga. Und mit Bennet Wiegert, der in besagtem Oktober 2013 schon zurückgetreten und auf den Posten des Jugendkoordinators gewechselt war. Wegen der dünnen Personaldecke gab Wiegert sein Comeback, siegte in diesem Wahnsinnsspiel gegen den THW, der zuvor mit acht Siegen in die Saison gestartet war.

 Seit Dezember vergangenen Jahres ist Wiegert nun Trainer des SCM, beerbte den Isländer Geir Sveinsson, brachte die Bördeländer nach bis dahin enttäuschender Saison wieder in die Erfolgsspur. Seit seiner Amtsübernahme hat Magdeburg zu Hause nur ein Spiel verloren, trotzte zuletzt Flensburg einen Zähler ab. Höhepunkt seiner bisherigen Amtszeit war der Gewinn des DHB-Pokals vor knapp zwei Wochen. Nun folgt das nächste Highlight. „Natürlich kribbelt es auch schon bei mir. Für jeden Magdeburger Handballfan sind Spiele gegen Kiel was Besonderes. Wir haben uns klar vorgenommen, unserem Publikum was zu bieten, bis zum Ende zu kämpfen“, sagte Wiegert gegenüber der Vereinshomepage. „Wir wollen das Spiel gewinnen. Mir ist wurscht, wer am Ende Meister wird.“

 Meister werden, den Löwen den sicher geglaubten Titel entreißen – das ist der Plan des THW. Mit dem deutlichen Sieg gegen Wetzlar legten die Zebras den Grundstein. „Aber gegen Magdeburg wird das viel, viel schwieriger“, sagt Coach Gislason. „Wir müssen eines unserer besten Spiele zeigen, um zu gewinnen.“ Dabei bleibt Kiel das Verletzungspech treu, mit Lackovic fällt erneut ein Rückraumspieler lange aus. Umso wichtiger, dass Niclas Ekberg und Patrick Wiencek wieder an Bord sind, hinter Christian Dissinger steht noch ein kleines Fragezeichen.

 Doch auch Magdeburg kämpft mit der Personalsituation. Mit Jens Schöngarth und Jure Natek fallen zwei Stützen aus, Michael Damgaard, Marko Bezjak, Andreas Rojewski und Jannik Green sind angeschlagen, Dario Quenstedt laboriert noch an den Folgen eines grippalen Infekts. Ähnliche Voraussetzungen wie vor zweieinhalb Jahren? „Wir hauen alles rein, was wir zur Verfügung haben. Mal sehen, was am Ende rauskommt“, sagt Wiegert.

 Rauskommen sollen für den THW unbedingt zwei Punkte, gern so deutlich wie im Hinspiel. Beim 33:24 in der Sparkassen-Arena erzielte Rune Dahmke elf Tore. „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, konzentrieren uns nur auf uns und den SC Magdeburg“, sagt der Linksaußen. Um den Löwen weiter auf den Fersen zu bleiben. Um nach der Partie in Magdeburg gespannt den Mannheimer Auftritt in Leipzig zu verfolgen. Um doch noch Meister zu werden. Dem THW ist das nämlich nicht wurscht.

An dem Mann mit Gipsarm, Adidas-Shirt und Marque-Noir-Cap im Kieler Schrevenpark lässt sich die gesamte Saison des THW Kiel wunderbar nachzeichnen. Auf, ab. Ausgeknockt, wieder da. Der Mann ist Steffen Weinhold, und eigentlich hätte der 29-Jährige allen Grund, schlecht gelaunt zu sein.

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