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THW Kiel Wer bekommt zuerst weiche Knie?
Sport THW Kiel Wer bekommt zuerst weiche Knie?
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06:00 09.06.2019
Von Tamo Schwarz
Erste Saison, erste Meisterschaft: Gleich nach seinem ersten Jahr als Trainer des THW Kiel durfte Alfred Gislason im Sommer 2009 mit den Zebras auf dem Rathausplatz feiern. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Der THW Kiel empfängt Hannover-Burgdorf (Sonntag, 15 Uhr, Sparkassen-Arena), die SG Flensburg tritt beim Bergischen HC an. Letztes Spieltags-Vorgespräch zwischen Trainer und Redakteur. Über den Gegner sprechen, der von Verletzungen gebeutelt anreist, zum Saisonende Nationalspieler Kai Häfner und Haudegen Torge Johannsen verabschiedet und mit Mait Patrail noch nicht verlängert hat – geht irgendwie nicht. Über Taktik philosophieren zwischen Abwehr-Abschlusstraining am Freitag und Angriff-Abschlusstraining am Sonnabend – fühlt sich nicht richtig an. „Ich bin ganz locker, na klar!“, sagt Alfred Gislason. Der 59-jährige Isländer lässt „keinen Spielraum“ zu für Sentimentalität, für ein Abweichen von der Routine. „Wir müssen ein Spiel gewinnen, um etwas anderes geht es erst einmal nicht. Das kommt dann alles danach.“

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Ehefrau, Kinder, Enkelkinder - Gislasons Familie ist komplett in der Arena in Kiel dabei

Diese Lockerheit wirkt nicht gespielt. Aber verbergen kann Alfred Gislason dennoch nicht, dass ihn sein bevorstehendes Karriereende als Vereinstrainer nicht kalt lässt. Sonntag wird – mit dem Spiel um 15 Uhr, den anschließenden Verabschiedungen, dem Empfang um 18 Uhr beim Oberbürgermeister und der Feier auf dem Rathausplatz – kein normaler Tag für den Weltklasse-Trainer. Noch einmal zieht er das „ü“ von „natürlich“ in die Länge bei der Frage, ob seine Familie bei seinem letzten Auftritt in der Kieler Wahlheimat dabei sein wird. Natüüüürlich wird Ehefrau Kara in der Arena sein, aber auch die Kinder Elfar (36), Adalheidur (28) und Andri (24) sowie die vier Enkelkinder. Da kommt es Gislason ganz gelegen, dass der letzte Spieltag noch so viel Krimi in sich birgt, sich nicht nur alle Augen auf ihn richten. Gislason: „Für mich ist das sehr gut.“

Wolff, Firnhaber, Vujin verlassen den THW Kiel

Neben dem Coach werden auch Torwart Andreas Wolff (KS Vive Kielce), Sebastian Firnhaber (HC Erlangen) und Marko Vujin (Ziel unbekannt) den Verein verlassen. Der 34-jährige Serbe geht am Sonntag nach sieben Jahren, 359 Spielen und 1554 Toren für den THW (vorerst) unbemerkt, fehlt weiterhin krankheitsbedingt. „Das ist sehr schade, er hat so viel für den Verein getan, ist sehr beliebt in der Mannschaft“, sagt Gislason. „Ich hoffe, dass er bei meinem Abschiedsspiel dabei ist (26. Juli, d. Red.) und wir uns dann von ihm verabschieden können.“ 

Gislason: "Die Flensburger bekommen keine weichen Knie"

Der Druck in Flensburg ist immens, doch die Spieler von SG-Coach Maik Machulla, denen beim BHC schon ein Remis zum Titelgewinn reichen würde, lassen die Sticheleien der Konkurrenten erst gar nicht an sich heran. „Wir sollten nicht so viel über die Situation nachdenken“, rät Flensburgs rechter Rückraumschütze Magnus Rød. Geschäftsführer Dierk Schmäschke gibt zu: „Man ist schon angespannt. Das lässt sich nicht vermeiden. Aber jetzt machen wir den letzten Schritt.“ Auch Alfred Gislason glaubt: „Die bekommen keine weichen Knie.“

Das Original der Meisterschale ist in Düsseldorf

In der Zebraherde trauert der eine oder andere indes verpassten Chancen hinterher. Die Heimniederlage gegen Magdeburg, das eine fehlende Tor beim 25:26 in Flensburg. „Ich denke noch häufig darüber nach“, sagt Patrick Wiencek. Was wäre, wenn ...? Hendrik Pekeler gibt sich realistisch: „Ach, hätten wir in Flensburg einen Punkt geholt, hätte die SG danach vielleicht auch noch mehr auf die Tordifferenz geachtet. Das ist schwierig zu beantworten. Wir können doch stolz sein, haben nicht viel falsch gemacht.“ Sonntagnachmittag ist die Frage beantwortet: Holt sich die SG die zweite Schale in Folge, und wird der THW der beste Vizemeister in der Geschichte der Handball-Bundesliga (HBL)? Oder schaffen die Zebras das Triple und gewinnen ihren 21. Meistertitel – den ersten seit 2015? HBL-Präsident Uwe Schwenker und HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann werden mit der Schale im Gepäck nach Düsseldorf fahren, wo die SG spielt. Ein Duplikat der Trophäe wird nach Kiel gebracht.

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