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THW Kiel Vollgas im Liga-Endspurt
Sport THW Kiel Vollgas im Liga-Endspurt
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07:00 03.06.2015
Von Ralf Abratis
Steffen Weinhold, der sich in dieser Szene des Hinspiels kraftvoll gegen Timo Kastening durchsetzt, hat angekündigt, mit voller Kraft in Hannover zu spielen, um den Weg zum Tiel zu ebnen. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Wenn am Mittwoch um 20.15 Uhr (live in Sport1) der Anpfiff zum vorletzten Saisonspiel bei der TSV Hannover-Burgdorf ertönt, dann könnte es passieren, dass die Swiss-Life Hall in Hannover vom deutschen Rekordmeister aus den Angeln gehoben wird, der die Basis zu seinem 20. Meistertitel legen will.

 Die Hannoveraner jedenfalls ahnen, dass sie darunter leiden könnten, dass der THW Kiel nach zwei Niederlagen in Köln sofort Wiedergutmachung betreiben möchte. Zumal ein Kieler Sieg den THW zwar nicht unbedingt rechnerisch zum Titel führt, aber doch letzte Zweifel am Ausgang der Meisterschaft beseitigen würde (s. nebenstehende Meldung). „Es wäre schöner gewesen, wenn Kiel die Champions League gewonnen hätte. Dann hätten wir gegen einen entspannten Gegner unser letztes Heimspiel bestreiten können. Aber so ist es nun mal. Wir gehen davon aus, dass die Kieler alles in dieses Spiel hineinlegen werden. Und das haben sie ja auch schon angekündigt“, sagt TSV-Trainer Christopher Nordmeyer.

 Tatsächlich wird sich Hannover auf einen ordentlichen Kieler Sturm einstellen müssen: „Wir werden jetzt alles in den Endspurt der Liga legen“, sagte Steffen Weinhold, bevor die Mannschaft bereits gestern an die Leine reiste. Daher wird der 47-jährige Hannoveraner Coach kaum in den Genuss kommen, sich mit einem spielerischen Schaulaufen vom Publikum zu verabschieden. Nach 40 Jahren in Diensten des TSV, von der Jugend an als Spieler bis hin zum Erstliga-Aufstieg in der Saison 2008/2009 und seit viereinhalb Jahren als Trainer, gibt Nordmeyer sein Amt zur kommenden Saison an Jens Bürkle ab. Er habe der Mannschaft die entscheidenden nicht Impulse mehr geben können, so die Begründung von Nordmeyer, der die TSV Hannover-Burgdorf in seiner Amtszeit 2013 bis auf Platz sechs der Bundesliga und damit zur Teilnahme am EHF Pokal geführt hatte. Mit Platz zwölf steht die TSV aktuell aber nur vier Punkte oberhalb der Abstiegszone, ist damit deutlich hinter den eigenen Ansprüchen zurück geblieben. Doch die mäßige Saison macht auch der abgeklärte Trainer nicht allein daran fest, dass er selbst die Frage, ob er noch der Richtige sei „nicht eindeutig mit Ja beantworten“ könne. „Die Mannschaft ist besser, als sie da steht. Aber bei zehn Verletzungen im Saisonverlauf, darunter auch einige Leistungsträger, war nicht mehr möglich. Wir sind mit dem Tabellenstand nicht zufrieden, aber er ist zumindest erklärbar“, sagt Nordmeyer. Dennoch sei es seine Aufgabe zu überprüfen, welches Potenzial in der Zusammenarbeit liege. Schließlich sei dieser Verein für ihn nicht irgendein Verein. Ein anderes Traineramt hat der Gymnasiallehrer bisher nicht im Blick. Bis 2016 ist er noch von seinem Beruf beurlaubt.

 In allzu große Emotionalität will Nordmeyer am Mittwochabend trotz des letzten Spiels vor heimischer mit 4150 Zuschauern ausverkaufter Kulisse indes nicht verfallen. „Gegen Kiel zu spielen ist immer etwas Besonderes. Aber ansonsten ist nichts Großes geplant, es gibt natürlich Freibier für die Fans“, beteuert der scheidende Trainer.

 Sportlich will Hannover den Kielern das Feld aber nicht überlassen: „Wichtig ist, dass wir gut reinkommen. Dann können wir auch gut aussehen. Wir wollen den THW Kiel auf jeden Fall ein bisschen ärgern. Die Zuschauer sollen staunen über unsere Leistung.“ Allerdings wird dem Heimteam dafür Rückraum-Spieler Sven-Sören Christophersen fehlen, der die Saison wegen einer Hüft-OP bereits beendet hat und darauf hofft, zur neuen Spielzeit wieder fit zu werden.

Der THW Kiel darf auf der Ziellinie nicht schwächeln. Bei der TSV Hannover-Burgdorf möchte Trainer Nordmeyer zum Abschied den eigenen Handball-Anhang überraschen. Das Nord-Duell birgt einige Brisanz.

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