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THW Kiel Zebras überzeugen in den letzten Minuten
Sport THW Kiel Zebras überzeugen in den letzten Minuten
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23:00 02.09.2015
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
THW Kiel gegen den TSV Hannover-Burgdorf: Gegentreffer für Niklas Landin. Quelle: Frank Molter
Kiel

„45 Minuten lang war Burgdorf klar besser als wir“, resümierte THW-Coach Alfred Gislason nach 60 auch für ihn aufreibenden Minuten. Am Ende hatte er es auch Neuzugang Christian Dissinger zu verdanken, „dass wir mit einem blauen Auge davongekommen sind“.Es erzeugt immer wieder Gänsehaut, diese Arena zu erleben, wie sie voll hinter ihrer Mannschaft steht. So wie am Mittwoch bei der neuen emotionalen Eröffnungszeremonie mit „wirsindkiel“-Faktor. Danach trauten die 10 285 zuweilen ihren Augen nicht. Hier ein Stockfehler: Raunen. Da ein vertändelter Ball, ein verworfener Siebenmeter: ungläubiges Gemurmel. Waren da in der zweiten Halbzeit sogar Pfiffe zu hören?

Der TSV Hannover-Burgdorf und allen voran sein unberechenbarer dänischer Regisseur Morten Olsen machten es den Kielern von Minute eins an nicht leicht. Mit ihren beweglichen Außen hinterliefen sie die Kieler 3:2:1-Deckung, die nicht recht ins Spiel fand. Genauso wenig wie Niklas Landin im Tor. Beim 10:9 durch Domagoj Duvnjak in Unterzahl (17.) führte der irgendwie kraftlose Gastgeber vorerst zum letzten Mal, in den folgenden 13 Minuten bis zur Pause sollten ihm nur noch drei Treffer gelingen, während sich der TSV mutig und mit viel Kraftaufwand dem haushohen Favoriten entgegenstemmte. Alfred Gislason stellte auf eine 6:0-Deckung um, brachte Nikolas Katsigiannis im Tor, der einige gute Bälle entschärfte. Doch das Kieler Spiel blieb bis ins Mark unpräzise.

Und auch in den zweiten 30 Minuten ließen die Kräfte der Niedersachsen nicht nach, die mit dem Esten Mait Patrail im Rückraum und den Harakiri-Würfen des zehn Mal erfolgreichen Olsen für die positiven Aha-Effekte des bisherigen Abends sorgten. „Erst am Ende haben wir unsere Maschine angeschmissen“, analysierte Rechtsaußen Niclas Ekberg später. Als die Maschine lief, als Hannover mit dem 23:19 (45.) auf die Siegerstraße zu biegen drohte und der THW nach einem über das Tor geworfenen Siebenmeter Ekbergs und zwei Minuten ideenlosem Überzahlspiel stagnierte, waren die Emotionen plötzlich zurück im Rund, kamen sie auf, die berühmten „THW-Momente“. Ekberg selbst hatte mit acht Treffern maßgeblichen Anteil an der Wende. Doch für den wahren Mitreiß-Effekt sorgte Christian Dissinger. Der 23-Jährige, der am Dienstagabend fast ehrfürchtig die leere Arena in Augenschein genommen, cool über das bevorstehende Match gesprochen hatte, fasste sich plötzlich kraftvoll, furchtlos ein Herz. Seine Tore Nummer zwei (26:26; 51.) und drei (27:27; 53.) hielten den THW im Spiel, sein vierter Treffer zum 30:27 (56.) sorgte für die knappe Entscheidung. „Wir haben viele Fehler gemacht, auch dumme Fehler“, sagte Dissinger. „In der ersten Halbzeit ist es bei mir nicht so gut gelaufen, in der zweiten fast von alleine. Wenn man das Vertrauen der Mannschaft und des Trainers spürt, hat man auch Selbstvertrauen.“ Als ein Star wie Joan Canellas im Angriff nicht ins Spiel fand, Ekberg am Siebenmeter-Punkt der Ball entglitt und auch sonst nicht viel klappte an diesem Mittwochabend, hatten das Kieler Stammpublikum und ein gewisser Christian Dissinger ihre erste Pflichtspiel-Begegnung. Sie könnten enge Freunde werden.

THW Kiel Heimspiel gegen Burgdorf Zebras: Aufbruch der Riesen

Für die Neuzugänge des Handball-Rekordmeisters THW Kiel beginnt am Mittwoch ein neuer Lebensabschnitt: Zwar wurden sie bereits im August beim „Unser Norden“-Cup vorgestellt und durften sich auf dem neuen Hallenboden „einlaufen“. So richtig ernst wird es aber erst am Abend bei der Bundesliga-Heimpremiere gegen den TSV Hannover-Burgdorf (20.15 Uhr).

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Alfred Gislason, Trainer beim THW Kiel, war mit seinen Spielern so zufrieden, dass er ihnen zwei freie Tage „verordnete“. Am Sonntag setzten die Zebras ihre Vorbereitung auf die Heimpremiere gegen den TSV Hannover-Burgdorf (Mittwoch, 20.15 Uhr) dann fort.

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