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THW Kiel Riesensatz in Richtung Europapokal
Sport THW Kiel Riesensatz in Richtung Europapokal
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07:12 21.05.2018
Von Tamo Schwarz
Patrick Wiencek setzt sich am Kreis gegen Alexander Engelhardt durch und trifft im Fallen. Quelle: Sascha Klahn
Lemgo

Die Zebras festigen besonders auch dank der zwölf Tore von Rechtsaußen Niclas Ekberg Platz fünf in der Bundesliga und drückten anschließend auf der Heimfahrt den Füchsen Berlin im EHF-Pokal-Finale die Daumen. Der Berliner Sieg sichert dem THW auch auf Platz fünf die EHF-Cup-Quali.

THW hatte Grandezza zu bieten

Eine respektable Kieler Fankurve macht ordentlich Stimmung in der Lipperlandhalle, die mit 4398 Zuschauern nicht ausverkauft ist. Der große THW kommt, und Plätze bleiben frei, das gab es lange Zeit nicht. Bei den Zebras stehen auch die zuletzt gehandicapten Patrick Wiencek und Steffen Weinhold in der Startsieben. Die legt – aus einer anfangs soliden 3:2:1-Deckung – los wie Feuerwehr beim Flächenbrand. Ekberg, Ekberg, Ekberg, Nikola Bilyk aufs leere Tor – 5:2 für Kiel (8.). Niklas Landin beginnt im Kieler Tor zuerst mit guten Reflexen, wird dann allerdings zusehends von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. „Die Abwehr war heute nicht gut“, sagt der Däne. Der THW interpretiert die 3:2:1 variabel, zieht sich immer wieder auch in eine 6:0-Aufstellung zurück, kommt über ein „geht so“ aber nicht hinaus. Tempogegenstöße gibt’s trotzdem jede Menge, weil der deutsche Meister von 1997 und 2003 im Umschalt- und Angriffsspiel zu oft zu schlampig agiert. Das bestraft der THW mit Geschwindigkeit, hat in Halbzeit eins zudem doch ein wenig Grandezza zu bieten. Anders lässt sich die Art nicht umschreiben, mit der Kapitän Domagoj Duvnjak seine Mitspieler Patrick Wiencek oder Niclas Ekberg mit großer Assist-Schule in Szene setzt.

Niclas Ekberg erzielte zwölf Treffer für den THW Kiel. Quelle: Sascha Klahn

Kurioser Aufsetzer-Freiwurf

Die schlechteste Kieler Phase beginnt mit dem Halbzeit-Gong und einem kuriosen, von Fabian van Olphen verwandelten direkten Aufsetzer-Freiwurf und setzt sich nach Wiederanpfiff mit zwei weiteren Toren der Ostwestfalen zum 16:17 (33.) fort. Kiel tut sich schwer, weil Duvnjak und Miha Zarabec im Angriff „drucklos“ (THW-Trainer Alfred Gislason) zu Werke gehen und der TBV sich festbeißt, dranbleibt, Moral zeigt, unbequem ist, wenn auch eher kraftvoll denn einfallsreich. Bis zum 22:24 (44.) aus der Sicht des Gastgebers geht es hin und her, bleibt es knapp. Doch Gislason findet mit der Rückraumformation Lukas Nilsson (links), Bilyk (Mitte) und Weinhold (rechts) endlich die Lösung, die Zahnräder fangen wieder an zu greifen. Nilsson setzt die Serie wunderbarer Zuspiele mit Pässen auf Wiencek (21:24/43.) und Ekberg (22:25/45.) fort, der Schwede trifft gleich dreimal in Folge, behält aus sieben Metern, verwandelt nur dann bei 13 Versuchen ein einziges Mal nicht, als das Lemgoer Tor leer ist. Das quittiert Ekberg später mit einem breiten Grinsen, präsentiert ansonsten sein gesamtes Wurfrepertoire. Beim 22:27 (48.) ist eine Vorentscheidung gefallen. Als Lemgo-Trainer Florian Kehrmann sein Heil im siebten Feldspieler sucht, sorgen Wiencek und Emil Frend Öfors für die Entscheidung (24:29/54.).

Internationales Trostpflaster

Im Bus erreicht die ausgelassene Pfingststimmung dann noch ganz andere Sphären. Die Füchse Berlin besiegen Saint-Raphaël im EHF-Cup-Finale mit 28:25 (14:13), sichern der Bundesliga und damit voraussichtlich dem THW einen weiteren Startplatz im EHF-Cup der nächsten Spielzeit. Ein internationales Trostpflaster am Ende eines Pfingstausfluges ins sonnige Lipperland.

Statistik

TBV Lemgo: Wyszomirski (1.-60. Minute/10 Paraden), van den Beucken (bei einem 7m/0) – Kogut, Guardiola 2, Ebner 2, van Olphen 5, Theuerkauf 1, Hornke 5/1, Hangstein n.e., Hübscher n.e., Suton 5, Zerbe, Engelhardt, Bartók 3, Klimek 4, Zieker.

THW Kiel: Landin (1.-39. Minute/7 Paraden), Wolff (ab 39./1) – Duvnjak 3, Firnhaber, Weinhold 5, Dissinger, Wiencek 4, Ekberg 12/4, Frend Öfors 4, Rahmel n.e., Dahmke n.e., Zarabec, Vujin, Bilyk 3, Nilsson, Santos n.e..

Schiedsrichter: Geipel/Helbig (Teutschenthal/Landsberg) – Strafminuten: TBV 6 (2x Suton, Engelhardt), THW 6 (Bilyk, 2x Wiencek) – Siebenmeter: TBV 2/1 (Landin pariert Hornke), THW 4/4 – Spielfilm: 0:1, 2:1, 2:5 (8.), 5:6, 6:9 (14.), 9:11, 11:13 (22.), 11:16, 13:16 (28.), 14:17 – 16:17, 17:18 (35.), 17:20, 19:22 (40.), 22:24, 22:27 (48.), 24:27, 24:29 (54.), 27:31 – Zuschauer: 4398 in der Lipperlandhalle in Lemgo.

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