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THW Kiel Zebras vor Zaporozhye im "Arbeitsflow"
Sport THW Kiel Zebras vor Zaporozhye im "Arbeitsflow"
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18:25 01.11.2019
Von Tamo Schwarz
Diese Kieler Mauer (von links: Pavel Horak, Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek, Nikola Bilyk) war für Tobias Reichmann (Nr. 9) und den Rest der MT Melsungen unüberwindbar. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Gegensätzlicher hätten die Bilder am Donnerstagabend kaum sein können. Hier vor Kraft fast platzende Zebras vom Handball-Rekordmeister THW Kiel, da geschlagene Melsunger am Ende einer 38:26-Machtdemonstration in einem Spitzenspiel der Handball-Bundesliga, das keines war.

Grimm auf dem größten Schleudersitz der Liga

Heiko Grimm, Trainer der MT Melsungen gab nach der Partie (und auch schon in der Halbzeit) das traurige Bild eines ratlosen Coaches ab, der momentan den wohl größten Schleudersitz der Liga innehat. Seine Spieler übten sich wie Kapitän Finn Lemke in Selbstkritik („Ich erwarte von mir selbst eine bessere Leistung – und ich denke, das geht uns heute allen so. Das war einfach Scheiße“). Grimm berichtete von der Hoffnung auf etwas Zählbares vor dem Duell der Bundesliga-Dritten und -Vierten – und der Ernüchterung nach dem Abpfiff: „Wir stehen in guten Zeiten zusammen – und auch in schlechten.“

Wir sind zusammen groß, wir sind zusammen eins – genau das allerdings demonstrierten an diesem Donnerstag die Kieler, ließen im vermeintlichen Spitzenspiel fast einen Klassenunterschied klaffen, sich insbesondere von der frühen Roten Karte gegen Kapitän Domagoj Duvnjak nicht beirren. Geschäftsführer Viktor Szilagyi sagte später: „Eine Zeitstrafe hätte in der Situation sicher gereicht.“ Seine Spieler gaben nach der Disqualifikation des Kroaten eine sportliche Antwort auf die kurze Rudelbildung am Kieler Sechsmeterkreis.

Jicha: "Haben den Zuschauern den Spaß geschenkt"

Julius Kühn und Kai Häfner kamen auf den Halbpositionen in der Folgezeit kaum noch ins Spiel, und auf Seiten der Kieler wurde aus Selbstvertrauen Mut, aus Mut zusehends Sicherheit und aus Sicherheit ein sukzessive wachsender Vorsprung. „Wir haben den Zuschauern den Spaß geschenkt“, sagt THW-Cheftrainer Filip Jicha. Noch 17 Partien warten im November und Dezember auf seine Spieler, darunter neun Heimspiele.

Am Sonnabend im Charterflieger via Warschau in die Ukraine

Am Sonnabend um 11.30 Uhr hebt der THW-Tross im Charterflieger erst einmal ab Richtung Ukraine, landet um 13.20 Uhr in Warschau zwischen, ehe es von dort um 14 Uhr weitergeht nach Zaporozhye. „Dort wollen wir uns in der Champions League weiter von der Konkurrenz absetzen“, sagt Rückraumspieler Nikola Bilyk. Der Österreicher hat ukrainische Wurzeln, ist auch deswegen neugierig, will sich vor der Partie noch beim Ex-Kollegen Dener Jaanimaa erkundigen.

"Wir brauchen das Spiel für kommende Aufgaben"

Filip Jicha blickt mit einem ambivalenten Gefühl auf die Ukraine-Reise. Einerseits sagt der Tscheche: „Ich habe schon einige Saisons erlebt, aber das, was jetzt im November und Dezember auf uns zukommt, ist die anspruchsvollste Saison.“ Andererseits weiß Jicha auch: „Wir brauchen das Spiel für kommende Aufgaben, um weiter in Schwung, in den Arbeitsflow zu kommen. Die Mannschaft soll dort weiter aufblühen.“

Von Signalen an die Konkurrenz will er auch nach dem beeindruckenden Auftritt gegen Melsungen nichts wissen: „Wir spielen für uns.“ Von Aufbaugegner am Dnjepr könne keine Rede sein. Besonderes Augenmerk gelte dem litauischen Motor-Mittelmann Aidenas Malasinskas. Jicha: „Der macht verrückte Sachen, die man nicht oft in der Bundesliga sieht. Zaporozhye hält lange den Ball, stößt viel, versucht, diszipliniert zu spielen, bis einer die Geduld verliert. Die Mannschaft hat Charakter.“

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