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THW Kiel Zurück zum Vollgas-Modus
Sport THW Kiel Zurück zum Vollgas-Modus
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21:26 18.02.2016
Von Niklas Schomburg
Betretene Mienen auf der Bank, davor ein aufgeregter Alfred Gislason: Im Spiel gegen Wisla Plock zeigte sich der THW Kiel nicht von seiner besten Seite, hatte am Ende aber das glückliche Ende für sich. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Gänzlich überzeugend präsentierte sich das Team von Trainer Alfred Gislason aber nicht – Verunsicherung nach der Pleite in Flensburg, ein Resultat der Personalsituation oder einfach ein schlechter Tag?

„Das war eins meiner schlechtesten Spiele für den THW“, sagt Rechtsaußen Niclas Ekberg selbstkritisch. Der sonst so zuverlässige und eiskalte Schwede startete mit zwei Fehlversuchen in die Partie, spielte nicht so stark wie gewohnt. Als nach einem verworfenen Tempogegenstoß die ganze Halle ungläubig raunte, spiegelte das nicht nur den misslungenen Start der gesamten Zebraherde wider – schon nach wenigen Minuten war klar, dass die Aufgabe an diesem Mittwochabend schwer werden würde. „Plock hatte nichts zu verlieren, ihr Torhüter war sehr gut, wir haben zu viel verworfen“, resümiert Ekberg.

Für ihn eine Sache des Kopfes, ja – aber nicht in einer Verbindung mit der historischen Niederlage in Flensburg. „Das hatte damit nichts zu tun. Bei mir war es so: Wenn du am Anfang zweimal verwirfst, fängst du an nachzudenken. Vor dem Tor wird plötzlich alles deutlicher, du denkst zu viel, anstatt einfach zu machen“, sagt der 27-Jährige. Es gibt solche Spiele, jeder hat sie. Umso wichtiger, dass dann andere Leistung zeigen.

Doch genau hier liegt ein Problem: Zu wenige Zebras fanden in den vergangenen beiden Partien in die Spur. War in Flensburg Domagoj Duvnjak der einzige, der sich wirkungsvoll gegen die Niederlage stemmen konnte, erhöhte sich die Zahl der gut aufspielenden Kieler gegen Plock zwar. Joan Cañellas spielte gut, zeigte unter anderem starke Anspiele an den ebenso deutlich verbesserten Kreisläufer Ilija Brozovic. Doch die Last war auch am Mittwoch noch immer nicht gut verteilt. „Wenn Dule (Duvnjak) und Canne (Cañellas) dann irgendwann müde werden, weil zu viel auf ihnen lastet, können wir nicht mehr so schnell spielen wie gewohnt“, erklärt Ekberg. „Wir müssen wieder zu unserem alten Modus zurück, 60 Minuten hohes Tempo spielen.“

Nicht leicht, angesichts der Verletzten und der zu integrierenden Neuzugänge. „Diejenigen, die bisher weniger gespielt haben, müssen plötzlich nicht nur 40 Minuten, sondern auch die restlichen 20 da sein. Nicht dass sie das nicht könnten – es ist einfach eine Frage der Gewöhnung“, sagt Ekberg. In der Schlussphase der Partie gegen Plock zeigte sich die Qualität, die in den schwarz-weißen Trikots steckt: Dominik Klein als Mittelmann mit Schlagwurf-Fähigkeiten, Niklas Landin als Siebenmeter-Killer und sicherer Rückhalt, Domagoj Duvnjak als Mann für alle Fälle. Der THW hat unbestritten das Potenzial, in der Champions League weit zu kommen und aus dem Meisterschaftskampf als Sieger hervorzugehen. Verunsicherung nach dem Flensburg-Spiel? Nein. Personalprobleme? Ja, aber nicht unlösbar. Ein schlechter Tag? In Teilen ja. Abhaken, vergessen, weitermachen. Am Sonntag kommt Leipzig.

Einen Tag nach der verheerenden Derbypleite bei der SG Flensburg-Handewitt muss der Blick beim THW Kiel schon wieder nach vorn gehen. Doch so einfach lässt sich die Zehn-Tore-Abreibung nicht wegschieben – Enttäuschung und Trotz bestimmen die Gefühlswelt der Zebras.

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