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THW Kiel Zebras zerschlagen den Knoten
Sport THW Kiel Zebras zerschlagen den Knoten
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22:50 10.02.2016
Von Niklas Schomburg
Der THW Kiel konnte sich gegen Gummersbach behaupten. Quelle: Uwe Paesler

Schon beim Einlaufen der Teams und der anschließenden Ehrung der EM-Helden merkte man den 10285 Zuschauern in der Sparkassen-Arena an, wie sehr sie darauf gewartet hatten, ihre Zebras wieder begrüßen und feiern zu dürfen. Doch das Bundesligaspiel des THW Kiel gegen den VfL Gummersbach war nur wenige Minuten alt, da wurde es schon merklich stiller in der Halle. Der THW begann fahrig und verkrampft, in der Offensive weitestgehend ideenlos und geriet gegen hellwache Gummersbacher schnell in Rückstand. Nach acht Minuten führten die Gäste erstmals mit zwei Toren, in die Anfeuerungen von den Rängen mischten sich zunehmend Unmutsbekundungen. Die Zebras kamen nicht wie gewünscht aus der EM-„Pause“.

In dieser zähen Anfangsviertelstunde war es vor allem Domagoj Duvnjak, der den THW überhaupt in Schlagdistanz hielt. Die Kieler, die in ihrer Anfangs-Sieben drei „Noteinkäufe“ (Mamelund, Anic, Lackovic) und den wiedergenesenen Dominik Klein aufboten, versuchten mit ihrer 3:2:1-Deckung, die Kreise der Gummersbacher einzuengen, doch die Gäste, bei denen Julius Kühn zunächst nur in der Abwehr zum Einsatz kam, waren immer wieder mit klugen Anspielen auf Außen und an den Kreis erfolgreich. Es dauerte bis zur 15. Minute - bis zum Ausgleich von Niclas Ekberg - dass der THW einigermaßen in der Partie war.

Zu der eigenen überschaubaren Leistung traten unglückliche Schiedsrichterentscheidungen, die auch dafür sorgten, dass Igor Anic bereits nach 18 Minuten mit der zweiten Zeitstrafe auf der Bank Platz nehmen musste. So kam Neuzugang Ilija Brozovic nach 20 Minuten zu seinem THW-Debüt. Und damit rührte der neu formierte Abwehrblock aus Duvnjak, Lackovic, Mamelund und Brozovic ordentlich Beton an, die Gäste hatten bei weitem nicht mehr so viele Freiheiten wie noch zu Beginn. Der Lohn war die erste Kieler Führung beim 10:9 (23.). Nicht einmal zwei Zeitstrafen gegen Mamelund und Brozovic innerhalb von 15 Sekunden und die daraus resultierende doppelte Unterzahl schien den Zebras nun etwas auszumachen: Duvnjak erhöhte per Tempogegenstoß auf 11:9, der THW ging nach einem Zeitstrafenhagel auf beiden Seiten mit einem 14:11 in die Pause.

In der Halbzeitpause hatte der THW die Verkrampfung ganz offensichtlich gelöst, denn die Kieler kamen wie die Feuerwehr aus der Kabine und zwangen VfL-Trainer Emir Kurtagic schon nach fünf Minuten im zweiten Durchgang zu einer Halbzeit (17:12). Die Zeitstrafen saßen bei den Unparteiischen weiter locker, so dass Erlend Mamelund schon nach 36 Minuten mit der dritten Hinausstellung aus dem Spiel war. Doch die Zebras ließen sich nun auch davon nicht beirren. Im deutlich verbesserten Angriff um die Aktivposten Duvnjak und Lackovic trat nun auch Rechtsaußen Ekberg immer mehr zu Tage.

Hatten es die Zebras geschafft, den Knoten zu lösen, gelang es den Schiedsrichtern mit zweifelhaften und unverhätnismäßigen Entscheidungen, Bruch um Bruch ins Spiel zu bringen – nicht nur auf Kieler Seite. Damit ließen sie zunächst eine unnötige Härte in der Partie zu, nur um sie wenige Minuten später mit einer überzogenen Roten karte gegen Gummersbachs Alexander Becker zu bestrafen. Das führte sogar bei den Kieler Fans zu Kopfschütteln und lautstarken Protesten.

Es war offenbar der letzte Funke, der den Zebras noch gefehlt hatte. In den letzten 20 Minuten spielten die Kieler wie entfesselt, drückten auf das Geaspedal und führten 13 Minuten vor Schluss erstmals mit sechs Toren (25:19). Die Gäste erholten sich davon nicht mehr, obwohl Julius Kühn in den letzten Minuten als Rückraumschütze glänzte, insgesamt acht Treffer erzielte. Eine Konstante blieb: Fragwürdige bis völlig unverständliche Schiedsrichterentscheidungen prägten auch die Schlussphase einer alles in allem merkwürdigen Partie. Das traf auch Torhüter Niklas Landin, der wegen Meckerns hinausgestellt wurde. Als Christoph Schindler wegen Fußspiels Zwei Minuten bekam, protestierte und lachte die gesamte Halle ungläubig. Am Ende siegte der THW dank eines überragenden Domagoj Duvnjak und einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit mit 31:26.

THW KielVfL Gummersbach 31:26 (14:11)

THW Kiel: Landin (1.-53. Minute/acht Paraden), Katsigiannis (53.-60. und bei einem Siebenmeter/2) – Duvnjak 9, Ferreira n.e., Lackovic 3, Mamelund, Sprenger n.e., Ekberg 8/1), Anic, Canellas, Dahmke n.e., Jaanimaa n.e., Williams n.e., Klein 5, Brozovic, Vujin 6/1.

VfL Gummersbach: Lichtlein (1.-31., 52.-60. und bei einem Siebenmeter, 6/2 Paraden), Puhle (31.-52./4) – Schroeter n.e., Ernst 3, Schindler 1, Kühn 8, Persson n.e., Pevnov 2, Zufelde n.e., Jonsson n.e., Bult 2, Schmidt 7/4, von Gruchalla 1, Becker, Schröder 2.

Schiedsrichter: Baumgart/Wild (Altenheim/Elgersweier) – Strafminuten: THW 14 (3x Mamelund, 2x Anic, Landin, Brozovic), VfL 10 (2x Schindler, von Gruchalla, Becker, Schröder) – Disqualifikation: Mamelund (THW) wegen dritter Zeitstrafe (36.), Becker (VfL) wegen groben Foulspiels (44.) – Siebenmeter: THW 4/2 (Vujin und Ekberg scheitern an Lichtlein), VfL 4/4 – Spielfilm: 1:0, 1:2 (5.), 2:4, 4:6 (11.), 7:7 (15.), 7:9, 9:9 (22.), 11:11, 14:11 (Halbzeit), 15:11, 17:12 (35.), 19:15, 21:17, 25:19 (48.), 26:23 (52.), 29:25, 31:26 – Zuschauer: 10285 in der ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena.

Die Handball-Europameisterschaft war gestern. Jetzt ist Alltag: Training, Handball-Bundesliga, Champions League. Oder? Was bleibt, ist Euphorie, sind verletzte Spieler, müde Knochen. Und trotzdem Vorfreude auf den Rest der spannenden Saison. Los geht’s am Mittwoch (19 Uhr, Sparkassen-Arena).

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