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THW Kiel THW Kiel bittet zum Handball-Fest
Sport THW Kiel THW Kiel bittet zum Handball-Fest
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00:16 29.12.2013
Von Ralf Abratis
Für 60 Minuten muss die Bruderliebe pausieren, wenn Rene Toft Hansen (li.) gegen seinen Bruder Henrik antritt. Quelle: Sascha Klahn
Kiel

Obwohl der HSV am Sonntag noch gegen den Bergischen HC auf dem Parkett stand, bat Trainer Martin Schwalb seine Mannen am Montag zu einer intensiven Trainingseinheit in die Halle. An Kampfansagen aus der Hansestadt in Richtung Förde mangelte es ohnehin nicht. „Wir wollen den Kielern ordentlich auf die Pelle rücken“, verkündete HSV-Torhüter Johannes Bitter.

 Die kernigen Sprüche sind aber auch Ausdruck der großen Last, die auf den Hamburgern liegt. Denn die Ausgangslage ist klar: Eine Niederlage würde die Hamburger fünf Punkte hinter die Kieler zurückwerfen. Und dieses Szenario spielen die Hamburger auch schon im Kopf durch: „Dann wäre wohl statt der Meisterschaft der Champions-League-Titel unser Ziel“, sagt HSV-Rechtsaußen Stefan Schröder.

 Einer, der derartige Gedanken am liebsten aus dem Kopf verbannen würde, ist Domagoj Duvnjak: „Wir dürfen nicht so denken, dass es bei einer Niederlage vorbei wäre. Wir müssen versuchen, das Derby als ganz normales Spiel zu sehen.“ Der Spielmacher bestreitet sein letztes Bundesliga-Duell gegen den THW im Hamburger Dress, bevor er im Sommer an die Förde wechseln wird. Laut Hamburger Morgenpost hat er daher noch einen speziellen Weihnachtswunsch: „Ich will noch einmal Kiel schlagen.“

 Im Hinspiel war der HSV allerdings überraschend deutlich mit 26:32 in eigener Halle gegen den THW untergegangen. Doch nach einem verpatzten Saisonstart hat sich das Schwalb-Team gefangen und beseitigte spätestens mit dem beeindruckenden 38:25 gegen die Rhein-Neckar Löwen vor zehn Tagen alle Zweifel, dass sie mit zum Kreis der Titelanwärter gehören.

 Etwas neidisch blickt THW-Trainer Alfred Gislason auf den Hamburger Kader mit 19 Mann: „Sie haben damit die Chance, Ausfälle wesentlich besser zu kompensieren als wir. Bei uns liegt die Belastung auf wenigen.“ Tatsächlich hat HSV-Trainer Martin Schwalb vor allem im bulligen Abwehr-Mittelblock eine Fülle von Möglichkeiten. Im Angriff vertraute er in den vergangenen Spielen aber immer der gleichen Formation. Duvnjak bedient auf den Außen Torsten Jansen und Toptorjäger Hans Lindberg, der gemeinsam mit Kiels Marko Vujin die Liste der Bundesliga-Torjäger anführt (beide 132 Saisontreffer). Neben Duvnjak agieren Pascal Hens und Adrian Pfahl im Rückraum, während sich am Kreis Andreas Nilsson und Henrik Toft Hansen abwechseln.

 Damit ist noch nicht geklärt, ob es im Derby zum weihnachtlichen Bruderduell zwischen den dänischen Kreisläufern kommt. Gemeinsam verbringen die Toft Hansens in Dänemark Heiligabend, bevor sich ihre Wege am Ersten Weihnachtstag wieder trennen, wenn Rene schon in Richtung Kiel von der Autobahn abbiegt.

 Denn Zeit zum Verdauen der Weihnachtsgans gibt Gisalson seinen Spielern nicht. Vor dem Fest gab es zwar ein bisschen Ruhe, morgen treffen sich aber alle schon wieder in der Halle. „Gegen Emsdetten hat die Mannschaft sehr ökonomisch agiert, gegen Hamburg müssen wir uns deutlich steigern und das Spiel anders angehen. Wir müssen den HSV als Mannschaft schlagen“, sagt Gislason, der im Gegnsatz zu den Gästen aber relativ entspannt in die Partie gehen kann. Denn selbst bei einer Niederlage sorgt die gute Tordifferenz dafür, dass der THW als Tabellenführer in die 40-tägige Punktspielpause geht.

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