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THW Kiel THW Kiel feiert Kantersieg über Eulen
Sport THW Kiel THW Kiel feiert Kantersieg über Eulen
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14:23 29.03.2019
Von Merle Schaack
Umarmt von Stefan Salger zieht Miha Zarabec seinen Wurf durch. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Mit 15/6 Treffern war Niclas Ekberg bester Kieler Torschütze an diesem Abend. Nach dem Abpfiff stand der Rechtsaußen aber im Hallenrund und freute sich vor allem über eines: Den 24:23-Sieg des SC Magdeburg gegen die SG Flensburg-Handewitt. Damit rücken die Kieler auf vier Punkte an den Tabellenführer heran. Gleichzeitig schlug der abstiegsgefährdete VfL Gummersbach mit seinem neuen Trainer, dem Kieler Torge Greve, die Rhein-Neckar Löwen mit 28:23. Damit haben die Kieler nun vier Punkte Vorsprung auf den Tabellendritten im Kampf um die Champions-League-Qualifikation. 

Zuvor waren die Kieler mit einem nur 13-köpfigen Kader traten gegen das Tabellenschlusslicht aus Ludwigshafen angetreten. Sebastian Firnhaber und Lukas Nilsson mussten krank das Bett hüten. Auch die Langzeit-Ausfälle Marko Vujin und Gisli Kristjansson fehlten auf dem Spielberichtsbogen. 

Aber auch die Gäste waren personell gebeutelt. Mit Torwart Matej Asanin (Rückenprobleme) fehlte ihnen ausgerechnet der Matchwinner des vergangenen Heimspiels gegen Lemgo

Guter Start von Ludwigshafen

Dennoch dürfte Trainer Ben Matschke, der Spiele in Zehn-Minuten-Sequenzen einteilt, mit der ersten davon zufrieden gewesen sein. Zwar war Keeper Stefan Hanemann kein Faktor, weil die Kieler vorne kaum etwas liegen ließen.

Allerdings fand seine Mannschaft selbst im Angriff auch immer wieder einen Weg durch die Kieler Deckungsreihe. Viel lief bei den Eulen über den Kreis, den der THW Kiel in der offensiven 6:0-Deckung nicht recht in den Griff bekamen. 5:5 stand es nach zehn Minuten, einen Angriff später erzielte Kreisläufer Kai Dippe sogar die 6:5-Führung für die Gäste. 

Ekberg zuverlässig wie ein Uhrwerk

Ein Zeichen für THW-Trainer Alfred Gislason, die Abwehr auf die 3:2:1-Formation mit Domagoj Duvnjak an der Spitze umzustellen. Eine Maßnahme, die zunächst nur bedingt fruchtete. Zwar erkämpften sich die Kieler schnell die Führung zurück. Niclas Ekberg traf von Rechtsaußen zum 8:7 (13.) Überhaupt war der Schwede zuverlässig wie ein Uhrwerk - nimmt man seinen zweiten Fehlversuch gegen Hanemann (9.) von der Siebenmeterlinie aus. Ansonsten versenkte der Kieler Top-Torschütze bereits im ersten Durchgang 9/5 Bälle im Eulen-Tor - in zehn Versuchen. 

16 Minuten Torflaute der Eulen

Dass die Eulen bis zum 10:9 (16.) dran blieben, hatte auch mit Glück zu tun. Ein Wurf von Gunnar Dietrich wurde durch Wienceks Block unhaltbar für THW-Keeper Niklas Landin abgelenkt, einer von Stefan Salger rutschte dem Dänen knapp zwischen den Beinen hindurch. Doch Landin griff sich auch so manchen Wurf der Gäste, legte mit seiner Parade gegen Azat Valiullin den Grundstein für die erste Drei-Tore-Führung der Zebras (11:9/18.).

Von da an lief es beim THW - und den Gästen gelang nicht mehr viel. Erst in der letzten Minute der ersten Halbzeit beendete Valiullin die 16-minütige Torflaute der Eulen. In dieser Zeit waren die Kieler bereits auf 18:10 enteilt. 

Schaulaufen in der zweiten Halbzeit

Nach Wiederanpfiff verkürzten die Eulen durch eine Parade und einen Treffer von Hanemann ins in Unterzahl (Pekeler) leere Kieler Tor kurzzeitig auf 19:12 (33.), danach machten die Kieler aber weiter, wo sie aufgehört hatten. So passte es gut in die Geschichte dieses Spiels, das Niclas Ekberg mit seinem zehnten Treffer zehn Minuten nach der Pause die erste Kieler Zehn-Tore-Führung (23:13) erzielte. Ein Vorsprung, der für den Rest der Partie nicht mehr nennenswert schrumpfen sollte. Im Gegenteil. Mit nun immer mehr Ballgewinnen in der Abwehr und Tempogegenstößen baute der THW Kiel ihn bis zum Schluss auf 37:21 aus.

Der 28. März 2019 könnte in der Saison-Retrospektive als „Traum-Donnerstag“ in die Geschichtsbücher des THW Kiel eingehen. Die Zebras gewannen mit 37:21 (18:10) gegen Ludwigshafen. Zeitgleich erweckte der SC Magdeburg durch das 24:23 gegen die SG Flensburg den Kieler Titeltraum zu neuem Leben.

Wenn die Handballer vom THW Kiel am Donnerstag (19 Uhr) auf die Eulen Ludwigshafen treffen, stehen sich zwei Teams gegenüber, deren Lage unterschiedlicher nicht sein könnte. Die Kieler wollen sich mindestens Platz zwei und damit die Champions-League-Teilnahme sichern. Die Eulen sind Tabellenletzter.

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