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THW Kiel Große Enttäuschung bei den Zebras
Sport THW Kiel Große Enttäuschung bei den Zebras
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16:04 30.04.2017
Von Tamo Schwarz
Gonzalo Pérez de Vargas sicherte den Sieg der Katalanen. Quelle: Alejandro Garcia

Alfred Gislason, THW-Trainer

„Ich bin sehr enttäuscht. Wir wussten, dass wir hier sehr gut spielen müssen, um eine Chance zu haben. Unsere Abwehr stand auch gut, aber Pérez de Vargas hat gut gehalten, wir hatten zu viele Fehlwürfe und machen zu viele dumme Fehler gegen deren 5:1-Deckung, machen zum Beispiel zu viele Risikopässe. Barcelona war zwischenzeitlich mit den Nerven am Ende, aber dann haben wir ihnen mit unseren Fehlern ihre Nervosität wieder genommen. 23 Fehlwürfe und neun technische Fehler - heute fehlte einfach zu viel. Meine Spieler haben in Göppingen Kraft gelassen. Ein Patrick Wiencek zum Beispiel war heute ganz schön kaputt. Trotzdem hat die Abwehr gute Arbeit geleistet, aber dann vergibt Niclas Ekberg gute Chancen von Rechtsaußen, Ekberg und Marko Vujin leisten sich Fehlpässe beim Gegenstoß. Das allein kostet uns die vier Tore Rückstand zur Pause.“

Xavi Pascual, FCB-Trainer

„Wir hatten das Spiel unter Kontrolle, waren außergewöhnlich in der Abwehr. Und Gonzalo (Pérez de Vargas, d. Red.) ist für mich der beste Torwart der Welt. Ich habe den Palau noch nie so gesehen wie in den ersten Minuten. Es ist brutal. Das hat bewirkt, dass jeder noch mehr gegeben hat. Dass Alfred Gislason sagt, dass wir und Paris Saint-Germain die Favoriten für das Final Four sind, erfüllt mich mit Stolz. Diese Nächte dort gehen in die Geschichte ein.

Thorsten Storm, THW-Geschäftsführer

„Die Jungs haben das Theater im Vorwege gut weggesteckt. Jeder hat sein Niveau, und mehr möchte ich dazu nicht sagen. Wir waren kurz davor, ihre Nervosität auszunutzen, aber dann zog Barcelona wieder auf fünf Tore weg. Verpfiffen wurden wir hier auf jeden Fall nicht.“

Niklas Landin, THW-Torwart

Pérez de Vargas war unglaublich gut. Das war der größte Unterschied in diesem Spiel. Wir haben außerdem nicht geschafft, leichte Tore zu machen. Trotzdem habe ich bis kurz vor dem Ende an uns geglaubt und bin jetzt richtig enttäuscht. Es war geil, hier vor einem Jahr weiterzukommen. Die Schiedsrichter haben es gut gemacht, heute lag es einfach an uns. Wir haben zu viele Chancen liegengelassen.“

René Toft Hansen, THW-Abwehrspieler

„Nur 18 Tore sind einfach zu wenig, um eine Runde weiter zu kommen. Im Angriff waren wir zu stressig, haben viele dumme Fehler gemacht, Barcelona zu viele Bälle klauen lassen. Aber wir haben gekämpft, alles gegeben. Dass wir am Mittwoch in Göppingen so ein enges und hartes Spiel hatten, hat uns sicher nicht geholfen, einige waren schon ein bisschen müde. 23 Gegentore sind ja auch okay, aber 18 Tore reichen nicht. Ich bin enttäuscht, es hätte Spaß gemacht, die Chance auf einen weiteren Titel zu haben, denn die Meisterschaft ist weg. Jetzt müssen wir uns auf Platz drei in der Bundesliga konzentrieren.“

Nikola Bilyk, THW-Rückraumspieler

„Ich bin sehr enttäuscht, jeder meiner Mitspieler ist sehr enttäuscht. Aber es geht weiter, wir haben ja trotzdem noch einige Spiele in der Bundesliga vor uns. Wenn es um so viel geht und du verlierst, tut es schon weh. Es war schon Druck da, die Halle war überragend laut für ihr Team, aber das habe ich schnell abschalten können. Jetzt werden wir zusammensitzen, sprechen, alles verarbeiten.“

Raul Santos, THW-Linksaußen

„Es war ein offenes Match auf einem hohen Niveau. Im Hinspiel hatten wir eine sehr starke Defensive. Im Rückspiel haben viele Kleinigkeiten entschieden. Die Fans des FC haben sicher auch eine Rolle gespielt.“

Filip Jicha, Ex-Zebra

„Ich war zwar schon häufig beim Final Four in Köln in meiner Karriere, aber ich bin froh, dass ich wieder da bin und es ehrt mich, dass ich der beste Final-Four-Torschütze bin (53 Tore bei fünf Teilnahmen, d. Red.), auch wenn dieses Jahr wohl nicht mehr viele Tore hinzukommen werden. Diese Viertelfinal-Spiele gegen meine Ex-Mannschaft waren nicht leicht für mich. Es wurde vor dem Match viel geschrieben, aber heute haben zwei Mannschaften auf dem Feld gestanden, die Handball gespielt haben.“

Gonzalo Pérez de Vargas, Barca-Torwart

„Unser großes Ziel war es, weniger als 26 Tore zu kassieren, darum haben wir die ganze Kraft in eine intensive, harte Abwehr gelegt. Das war erfolgreich. Der THW hat eine eher offene Abwehr gespielt, das kam uns irgendwie entgegen. Ich bin froh, dass ich keine Schmerzen in meinem operierten Finger hatte. Insgesamt war es für mich einer der unvergesslichsten Abende im Palau Blaugrana. Davon werde ich noch meinen Söhnen und meinen Enkeln erzählen.“

Geschichte hat sich nicht wiederholt: Der THW Kiel ist nach dem 28:26-Sieg im Hinspiel durch ein 18:23 (9:13) beim FC Barcelona im Viertelfinale der Handball-Champions-League ausgeschieden. Die Zebras verpassen damit zum ersten Mal seit 2011 das Final Four in Köln.

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