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THW Kiel Lichten sich die Reihen im THW-Lazarett?
Sport THW Kiel Lichten sich die Reihen im THW-Lazarett?
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13:25 24.11.2019
Von Tamo Schwarz
Am Mittwoch gegen Zaporozhye hatte THW-Trainer Filip Jicha nicht viele personelle Möglichkeiten. Das könnte sich schon am Sonntag ändern. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Nach dem 32:32 gegen Motor Zaporozhye steckte der Trainerstab des THW die Köpfe zusammen, legte Trainingseinheiten um und schaufelte Zeit frei. Zeit für die Spieler, Zeit für Kopf und Körper. „Knapp 48 Stunden frei, das tut ihnen gut. Am Sonnabend um 10 Uhr absolvieren wir unsere Abschlusseinheit. Bei unseren Verletzten hilft jeder Tag ein bisschen mehr“, sagte THW-Cheftrainer Filip Jicha am trainingsfreien Freitag. Er werde sich „überraschen lassen, wenn ich beim Abschlusstraining ankomme“, so der Tscheche weiter. „Ich bin aber optimistisch, dass wir nicht nur mit elf Spielern antreten werden wie zuletzt, sondern mehr, auch wenn es dann für den Einzelnen vielleicht nur ein paar Minuten auf dem Feld sind.“

Kehrt Nikola Bilyk in den THW-Kader zurück?

So könnte beispielsweise der Österreicher Nikola Bilyk (Schambeinbeschwerden) in den Kader zurückkehren. „Das werden wir nach dem Training am Sonnabend entscheiden“, sagte Mannschaftsarzt Dr. Frank Pries und lobte die „unglaubliche Leistung des gesamten Teams, aller Therapeuten“. Rechtsaußen Niclas Ekberg, gegen die Ukrainer trotz Achillessehnenhandicap mit neun verwandelten Siebenmetern bester THW-Schütze, könnte ebenfalls auf seine angestammte Position zurückkehren. Selbst ein Kurzeinsatz von Steffen Weinhold (Anriss der Plantarfaszie) scheint nicht ausgeschlossen.

Nichtsdestotrotz wird wieder viel Verantwortung auf den Schultern des Schweden Lukas Nilsson lasten, der am Mittwoch Licht, aber überwiegend Schatten zeigte. „Gut bei ihm war, dass er sich bemüht hat, sich aus dem Schatten zu kämpfen. Er hat nie aufgegeben. Diesen schwierigen Weg muss er gehen“, sagte Jicha, der einen Leipziger Gegner mit „viel Qualität“ erwartet, der seine „Möglichkeit riechen“ wird. „Wenn wir uns nicht steigern in Sachen Cleverness und Beweglichkeit und in den Zweikämpfen, werden wir es sehr, sehr schwer haben.“ 

DHfK weiter ohne Niclas Pieczkowski

Die Deutsche Hochschule für Körperkultur aus Leipzig muss weiterhin auf Spielmacher Niclas Pieczkowski (Schulter-OP) verzichten, doch die Rückraumreihe mit Max Janke, Franz Semper und Philipp Weber oder Marko Mamic – Transfercoup von KS Vive Kielce – ist mittlerweile eingespielt. Unter der Woche hat der Tabellenachte der Bundesliga kurzfristig den isländischen Linkshänder Viggo Kristjánsson an die HSG Wetzlar abgegeben. „Viggo hat bei uns Fuß gefasst, ist in den Fokus der isländischen Nationalmannschaft gerutscht. Es ist richtig, dass der Verein ihm da keine Steine in den Weg gelegt hat“, sagte SC-Coach André Haber am Freitag.

Leipzig gegen Top-Teams auf Augenhöhe

Nach überraschenden Auswärtspleiten in Ludwigshafen und Nordhorn hat sich der SC stabilisiert, siegte zuletzt auswärts bei der MT Melsungen (34:31), agierte gegen Magdeburg (25:26) und die Rhein-Neckar Löwen (28:29) auf Augenhöhe. „Wir kommen – trotz der Niederlage gegen die Löwen – mit Rückenwind nach Kiel. Und wenn ich mir das Programm der Kieler ansehe und die letzten Ergebnisse, dann wittern wir schon eine kleine Chance“, sagte Haber. Kiel habe, so der Coach, „eine der schönsten Hallen der Republik. Letztes Jahr stand es 10:10 zur Pause, vor zwei Jahren haben wir lange geführt. Ich wünsche mir ein hart umkämpftes Spiel.“ 

Haber betont: „Es ist immer schade, wenn sich Jungs verletzen, so wie gerade in Kiel. Das macht etwas mit einer Mannschaft.“ Der 33-Jährige weiß aber auch: „Wir waren jetzt dreimal auf Augenhöhe mit Top-Teams. Für mich zählt der Mannschaftsgedanke. Am liebsten hätte ich, wenn in jedem Spiel drei andere glänzen.“ Er wünsche sich „drei Helden“ in der Sparkassen-Arena, denn die werde es brauchen.

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