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THW Kiel Das Star-Ensemble von der Seine
Sport THW Kiel Das Star-Ensemble von der Seine
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07:49 23.09.2016
Von Tamo Schwarz
So jubelte Nikola Karabatic in Kiel, so jubelt er in Paris und will mit seinem vierten Verein nach Montpellier, Kiel und Barcelona die Königsklasse gewinnen. Quelle: picture alliance / dpa
Kiel/Paris

Die Zebras, die in Deutschland gemeinhin als Handball-Krösus tituliert werden, gehen wieder mit einem Etat von 9,5 Millionen Euro in die Saison, während man in der französischen Hauptstadt nach dem Motto „nicht kleckern, sondern klotzen“ mit einem Budget in Höhe von 17,4 Millionen Euro operiert.

 Schon in der Vorsaison war Paris mit seinem kongenialen, kiel-geprägten Trainergespann Noka Serdarusic und Staffan Olsson der große Favorit auf den Titel – und ging im Halbfinale des Final Four in Köln gegen Kielce baden. „Kielce hat uns gezeigt, wie man es macht“, sagt PSG-Manager Bruno Martini.

 Eines ist klar, dem Zufall wird im Schatten des Eiffelturmes nichts mehr überlassen. Irrsinnige 32 Spieler zieren die Gehaltsliste des auf einem Fundament katarischer Millionen ruhenden Klubs. Masse statt Klasse? Bestimmt nicht. Viele Worte über den dänischen Welthandballer und Olympiasieger Mikkel Hansen, über Nikola Karabatic, Thierry Omeyer oder Daniel Narcisse muss man in Kiel nicht verlieren. Aber es geht noch besser, das weiß auch THW-Trainer Alfred Gislason. „Paris ist neben Veszprem die am besten besetzte Mannschaft der Welt. Beide Mannschaften haben zwar einen Riesenkader, können ja aber am Ende auch nur 16 Spieler aufstellen. PSG hat sich auf Schlüsselpositionen noch einmal verstärkt. Uwe Gensheimer ist einer der besten Linksaußen der Welt, auch Luka Stepancic aus Zagreb ist ein sehr starker Halbrechter.“ Beistand gibt’s vom Schleswig-Holstein-Nachbarn aus Flensburg. Für Coach Ljubomir Vranjes ist jede Position in Paris mit einem Spieler aus den „Top Drei der Welt“ besetzt.

 Per Charterflieger nach Holtenau reisen die Franzosen am Sonnabend an die Förde. Kurios könnte das „Fernduell“ zwischen den Pfosten am Sonntag ausfallen. Die Zebras stellen momentan mit Niklas Landin und Andreas Wolff das beste Duo der Bundesliga und eines der besten Gespanne der Welt. Paris setzt hier gnadenlos auf Erfahrung. Der ehemalige Kieler „Titi“ Omeyer, der am 2. November 40 Jahre alt wird, ist weiterhin eine Klasse für sich. Als „Sidekick“ im Kasten wünschte sich Noka Serdarusic mit dem Slowenen Gorazd Skof vom HBC Nantes einen 39-Jährigen als Interimslösung, bis im kommenden Jahr der Spanier Rodrigo Corrales (Wisla Plock) an die Seine wechselt. Und was der Trainerfuchs sich in Paris wünscht, wird meistens auch erfüllt.

 „Wir sind in dieser Saison ein bisschen stärker als in der letzten“, sagt Serdarusic. „Erfolg kommt nicht mit den besten Spielern, sondern als Mannschaft. Wir sind in Köln nur Dritter geworden, daraus wollen wir lernen und stellen uns dem Kampf um die Krone.“

 Die Vorfreude bei den Zebras auf die „schwerste Gruppe in der Geschichte des Handballs“ (Kapitän Domagoj Duvnjak) ist riesig. „Paris wird das erste Top-Spiel der Saison“, sagt Rune Dahmke. „Es wird sich zeigen, wie weit wir sind und ob wir mit unserer jungen Truppe bestehen können. Ich spüre keinen Druck. Wir haben in der vergangenen Saison gesehen, was passieren kann, als wir als Gruppenvierter ins Final Four eingezogen sind. Wir wollen direkt gut starten.“ René Toft Hansen hat schon einen ziemlich genauen Plan im Kopf: „Die Abwehr wird der Schlüssel zum Erfolg sein. Wenn Titi im Tor einen guten Tag hat, müssen wir umso mehr schaffen, Tempogegenstöße aus einer guten Abwehr heraus zu laufen.“

Der THW Kiel hat am Mittwochabend in der Handball-Bundesliga erwartungsgemäß zwei Punkte vom Aufsteiger Grün-Weiß Dankersen-Minden entführt. Nach einer zähen Anfangsviertelstunde waren die Zebras nicht mehr zu stoppen. Am Ende wurde es beim 34:23 (18:12) ein deutliches Warmwerfen an der Weser.

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