Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
THW Kiel Zebras gewinnen knapp mit 28:27
Sport THW Kiel Zebras gewinnen knapp mit 28:27
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:16 25.09.2016
Lukas Nilsson ballt seine Fäuste und schreit dabei laut. Quelle: Sascha Klahn
Kiel

Paris legte unbeeindruckt von der Kieler Kulisse ordentlich los, ging mit geballter Rückraumpower aus Mikkel Hansen, Nikola Karabatic und Luka Stepancic schnell mit 4:1 in Führung. Vor allem Stepancic machte die einfachen Tore, die dem THW in der Anfangsphase nicht gelangen. Doch nach gut drei Minuten waren die Zebras da: Mit einem Lauf von 1:4 auf 6:4 innerhalb von knapp fünf Minuten zogen sie vorbei. Der THW war angekommen und mittendrin in der neuen Saison der Königsklasse.Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in dem THW-Trainer Alfred Gislason taktisch variierte, in Unterzahl mit zusätzlichem Feldspieler und zwei Kreisläufern und ohne Mittelmann agierte, in Gleichzahl auch mal ohne Linksaußen.

Der Favorit aus Paris, dieses Starensemble um Karabatic, Hansen, Thierry Omeyer, Daniel Narcisse und seit diesem Sommer auch Linksaußen Uwe Gensheimer, erzielte aus dem Positionsangriff immer wieder schnelle Tore. Auch wenn es genau dort beim THW zunächst ein wenig hakte, hielten die Zebras den Zwei-Tore-Vorsprung über weite Strecken der ersten Halbzeit, verteilten das Torewerfen auf viele Schultern. Duvnjak, Weinhold, Bilyk – insgesamt neun Torschützen hielten die Kieler auf Augenhöhe.Der THW arbeitete in der 6:0-Deckung hart, um den PSG-Rückraum vom Tor fernzuhalten und die gefährlichen Anspiele an den Kreis auf Luka Karabatic oder Jesper Nielsen zu verhindern. Paris tat sich mit zunehmender Spieldauer immer schwerer, lief sich zunehmend fest im schwarz-weißen Abwehrbollwerk, in dem hinter Patrick Wiencek und René Toft Hansen auch der eingewechselte Andreas Wolff immer besser wurde.

Den THW brachten weder Ausgleich noch Rückstand (10:9/17.) aus dem Konzept, die Zebras hatten jetzt mit Lukas Nilsson und Steffen Weinhold auch den nötigen Druck aus dem Rückraum. Am Ende des ersten Durchgangs hieß es 15:15.Es war ein echtes Spitzenspiel, das die 10000 Kieler Fans sahen – und das sie erst zu einem machten. Frenetisch, laut, bedingungslos peitschten sie ihr Team nach vorn, feierten Einzelleistungen wie Toft Hansens Megablock gegen Karabatic, Nilssons petischengleiche Würfe und die starke Performance der gesamten Mannschaft. Sie pfiffen sich auch die Lunge aus dem Leib, vor allem gegen den Ex-Kieler Nikola Karabatic. Der Franzose fiel in Zweikämpfen oft theatralisch, versuchte Strafen zu schinden. Die Schiedsrichter fielen allzu oft darauf herein, gaben das Spiel beinahe gänzlich aus der Hand. Fast alle Kleinigkeiten gingen zu Gunsten der Gäste, die Überforderung der Unparteiischen nahm zu. Siebenmeter oder Freiwurf, Zeitstrafe gegen Toft Hansen oder nicht? Komplette Verwirrung im slowakischen Gespann. Doch auch das brachte die Zebras nicht von ihrem Weg ab. Die Führung wechselte hin und her, dieses Gigantenduell sollte keinen klaren Sieger finden.

Zehn Minuten vor Schluss führte PSG 22:21, alles lief auf eine dramatische Schlussphase hinaus. Ausgleich Zeitz, Führung PSG, hin und her ging es in der Sparkassen-Arena. Wieder Zeitz, 25:25 – noch fünf Minuten. Zwei Minuten vor dem Ende durchbrach der THW den steten Trott aus Rückstand und Ausgleich, gestattete Paris kein Tor, ging durch Christian Sprenger in Führung – noch 90 Sekunden. Weiter, immer dramatischer, immer spannender. Mit seinem vierten Treffer brachte Zeitz die Zebras wieder in Front, Paris blieben 20 Sekunden. Die Spannung war greifbar, keinen Fan hielt es noch auf dem Sitz. Und die THW-Abwehr hielt stand, Paris fand keine Lücke, die Zeit lief ab. Noch ein direkter Freiwurf trennte Kiel vom Auftaktsieg in der Königsklasse. Superstar Mikkel Hansen trat an – und scheiterte. Die Zebras fielen sich in einer Jubeltraube in die Arme, die Halle tobte. Was für ein Spiel.

Von Tamo Schwarz und Niklas Schomburg

Nach der Auslosung zur Gruppenphase der Handball-Champions-League hatte es Alfred Gislason, Trainer des dreimaligen Königsklassen-Gewinners THW Kiel, trocken und treffend auf den Punkt gebracht: „Das ist wie eine Klub-Weltmeisterschaft.

Tamo Schwarz 25.09.2016

Zwei Zahlen demonstrieren eindrucksvoll, was da am Sonntag (19.30 Uhr, Sparkassen-Arena) aufeinanderprallt, wenn zum Auftakt der Handball-Champions-League der THW Kiel in Gruppe A das Star-Ensemble von Paris Saint-Germain empfängt.

Tamo Schwarz 23.09.2016

Der THW Kiel hat am Mittwochabend in der Handball-Bundesliga erwartungsgemäß zwei Punkte vom Aufsteiger Grün-Weiß Dankersen-Minden entführt. Nach einer zähen Anfangsviertelstunde waren die Zebras nicht mehr zu stoppen. Am Ende wurde es beim 34:23 (18:12) ein deutliches Warmwerfen an der Weser.

Tamo Schwarz 21.09.2016