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THW Kiel Zwei Handball-Welten treffen aufeinander
Sport THW Kiel Zwei Handball-Welten treffen aufeinander
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18:49 06.11.2019
Von Merle Schaack
Die Löwen um Jannik Kohlbacher (links) holten aus den letzten drei Spielen nur zwei Punkte, während Patrick Wiencek (rechts) und der THW Kiel in den vergangenen Wochen viel jubeln konnten. Trotzdem erwarten die Trainer beim direkten Duell ein Spitzenspiel. Quelle: imago/Annegret Hilse, Sascha Klahn
Kiel/Mannheim

Während die Kieler vor der Partie am Donnerstag in Mannheim (19 Uhr, Liveticker auf KN-online) seit zwei Monaten ungeschlagen sind, sind die Meisterträume für die Löwen bereits in weite Ferne gerückt. Nach dem Saisonstart mit Niederlagen in Flensburg, Melsungen und Berlin sowie Unentschieden in Hannover und Erlangen herrscht angesichts der fehlenden Konstanz so etwas wie Ratlosigkeit in Mannheim.

Löwen-Kapitän Andy Schmid nahm Trainer Kristján Andrésson in Schutz

„Es ist einfach so, dass da zwei Welten aufeinandertreffen. Wir befinden uns auf einer Suche“, sagt Kapitän und Regisseur Andy Schmid. Der Schweizer nahm nach der 22:23-Niederlage in Berlin Trainer Kristján Andrésson in Schutz.

„Man darf einfach nicht vergessen, dass es sein erstes Jahr in der Bundesliga ist. Bei Spielern sagt man immer, man muss ihnen Zeit geben, dass sie sich eingewöhnen können. Bei einem Trainer ist das genauso“, sagte Schmid der „Rhein-Neckar-Zeitung“ über den 38-jährigen Schweden mit isländischen Wurzeln, der den Posten bei den Löwen vor dieser Saison übernahm und parallel auch noch als schwedischer Nationaltrainer im Einsatz ist.

Andrésson („Ich lerne jeden Tag viele Dinge. Angefangen dabei, wie die Spieler in bestimmten Situationen reagieren bis hin zu meinen eigenen Reaktionen.“) ist nicht der einzige Neu-Löwe, der Eingewöhnungszeit braucht.

Der Rückraum macht den Löwen Sorgen

„Ich lerne jeden Tag viele Dinge. Angefangen dabei, wie die Spieler in bestimmten Situationen reagieren“, sagt Andrésson und ist nicht der einzige Neu-Löwe, der Eingewöhnungszeit braucht.

Mit dem Dänen Niclas Kirkeløkke (kam von GOG Gudme) und Romain Lagarde (aus Nantes) haben die Mannheimer Bundesliga-Neulinge auf beiden Halbpositionen im Rückraum. Beide blieben bislang hinter den Erwartungen zurück. Auch die erfahrenen Löwen Mads Mensah Larsen, Steffen Fäth und Alexander Pettersson finden nicht richtig in den Tritt.

„Wir sind in manchen Spielen im Angriff gut, in anderen dann in der Abwehr – aber nie beides über 60 Minuten“, sagt Andrésson. Sein Torwart Mikael Appelgren hat einen Erklärungsansatz: „Wir machen uns selbst zu viel Stress.“Einzig Paris-Rückkehrer Uwe Gensheimer spielt, als wäre er nie weg gewesen, führt mit 85 Treffern die Torschützenliste der Liga an.

Löwen mit dem Rücken zur Wand

Die Ambitionen der Löwen, im Meisterrennen ganz vorne mitzumischen, sind vor dem Spiel gegen den THW Kiel eher kleinlauten Tönen gewichen. „Wir stehen irgendwie schon mit dem Rücken zur Wand. Ich glaube nicht, dass Kiel im gesamten Saisonverlauf noch acht Punkte abgeben wird“, konstatiert Rechtsaußen Patrick Groetzki.

Und der Sportliche Leiter Oliver Roggisch sagt: „Besser, wir schauen momentan nicht auf die Tabelle, sondern darauf, dass wir unser Spiel ins Laufen bekommen.“

Jicha: "Wollen unser Ding durchziehen"

Das Ausblenden der Tabelle ist vor dem Duell die Parallele zwischen den Löwen und den Kielern, die nach Minuspunkten ganz oben stehen. Auch THW-Trainer Filip Jicha sagt: „Wir wollen unser Ding durchziehen. Dazu brauchen wir keine Tabelle.“ Er sehe bei den Löwen keine Krise. „Die Jungs haben eine unglaubliche Qualität. Sie werden gegen uns unter Garantie alles reinwerfen, was sie haben. Sie freuen sich sicherlich auf das Spiel in voller Halle.“ 

Nach dem anspruchsvollen Auswärtsprogramm zum Saisonstart ist es für die Löwen erst das fünfte Heimspiel der Saison. Erstmals ist die SAP Arena ausverkauft. „Man merkt schon die Spannung in der Mannschaft. Wir freuen uns darauf, uns dort mit den Löwen zu messen“, sagt Jicha. „Für uns ist es ein Spitzenspiel.“

Druck auf die Konkurrenz erhöhen

Zu viel Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf will der Tscheche der Partie trotzdem nicht beimessen. „In dieser Phase der Saison gewinnt man keine Titel. Aber man kann die Möglichkeit verlieren, Titel zu gewinnen.“ 

Doch das soll nicht passieren. Im Gegenteil: Die Kieler wollen die Gelegenheit nutzen, den Druck zu erhöhen. „Wenn wir unsere Spiele gewinnen, wird es für die Konkurrenten immer schwieriger, daran zu glauben und dranzubleiben“, sagt Ex-Löwe Hendrik Pekeler.

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