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THW Kiel THW gewinnt und bangt um Nilsson
Sport THW Kiel THW gewinnt und bangt um Nilsson
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22:57 24.07.2019
Von Merle Schaack
Sorge um Lukas Nilsson (sitzend): Der Schwede verletzt sich bereits in der ersten Spielminute am linken Fuß. Quelle: Sascha Klahn
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Kiel

„Hansehölle“ nennen die Fans des VfL Lübeck-Schwartau ihre Heimspielstätte, wenn sie Gegner einschüchtern wollen. Am Mittwochabend, beim Testspiel des THW Kiel, hätte es bei Außentemperaturen von 30 Grad und der mit 2176 Zuschauern bis auf den letzten Platz besetzten Halle keinen treffenderen Namen geben können. Schweißwischen fast im Minutentakt hieß es beim 30:17 (12:10)-Sieg der Kieler beim Zweitligisten.

Nilsson knickt im ersten Angriff um

Dennoch gefror den Zebras schon in der ersten Spielminute das Blut in den Adern. In der Luft stehend suchte Lukas Nilsson Hendrik Pekeler am Kreis, landete schief, hielt sich sofort den linken Knöchel. Trainer Filip Jicha eilte zu ihm, gestützt von Physiotherapeut Maik Bolte humpelte der Schwede vom Feld – und bekam sogleich einen MRT-Termin für Donnerstag Vormittag.

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Nach dem Spiel gab Jicha sich gelassen. „Eine Verletzung ist immer ein Rückschlag. Aber wir warten jetzt die Diagnose ab und haben noch genug Zeit, bis die Saison richtig losgeht.“

Die übrigen Zebras brauchten – mit Ausnahme von Niklas Landin im Tor – eine Weile, um diese Szene abzuschütteln. Kaum ein Anspiel an den Kreis fand seinen Adressaten, während der VfL für Tempo sorgte.

Abwehr-Umstellung bringt THW die Führung

Erst nachdem Jicha die Abwehr auf eine offensivere Variante umstellte (22.), platzte der Knoten beim THW. In Abwesenheit von Domagoj Duvnjak (wird nach einem Muskelfaserriss zu Beginn der Vorbereitung noch geschont) übernahm Bilyk die Rolle der Abwehr-Spitze: Ballgewinn, Bilyk-Anspiel hinter dem Rücken auf Magnus Landin – 8:8-Ausgleich (24.) Ekberg-Gegenstoß zur ersten THW-Führung, Bilyk-Konter, Bilyk tankt sich durch die Abwehr – 11:8 für den THW (25.).

VfL kommt nach der Pause aus dem Tritt

Erst nach der Pause verlor der von Ex-Zebra Piotr Przybecki trainerte VfL nach Jasper Bruhns’ 11:12-Anschlusstreffer den Faden. Ein Umstand, den er einigen übermotivierten Abwehraktionen verdankte.

In Unterzahl durch drei Zeitstrafen in kurzer Folge scheiterte er immer wieder an der THW-Abwehr, in der Pekeler und Pavel Horak phasenweise den Mittelblock bildeten und Wiencek auf die linke Halbposition rückte.

Zehn Minuten gelang dem VfL kein Treffer. Die Zebras nutzten diese Phase, um sich vorentscheidend zum 18:11 davonzukontern – und Kabinetsstückchen aufs verschwitzte Parkett zu legen.

„Das war ein super Test in extremen Bedingungen“, sagte Jicha. „Wir haben viele Formationen ausprobiert. Zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung waren beide Mannschaften müde – das merkte man an der Angriffsqualität.“

Merle Schaack 24.07.2019
Merle Schaack 23.07.2019
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