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THW Kiel Viel Licht und Schatten beim THW Kiel
Sport THW Kiel Viel Licht und Schatten beim THW Kiel
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18:23 03.06.2018
Von Tamo Schwarz
Trainer Alfred Gislason kann sich über den Sieg in Minden freuen. Quelle: Sonja Paar (Archiv)
Minden

Lange Zeit sah es sogar so aus, als könnte die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason sogar noch den vierten Rang erklimmen – doch am Ende behauptete den doch der SC Magdeburg durch ein knappes 33:31 gegen die MT Melsungen.

Richtige Kieler Freude kommt in der Kampa-Halle zunächst nur auf den Rängen auf, auf denen rund 100 Kieler Fans ihre Stars, den Handball und sich selbst feiern. Nicht alltäglich. Der THW Kiel quittiert das zunächst mit viel Licht (starke Tore von Christian Dissinger aus dem Rückraum; eine feine Abschiedsvorstellung von Raul Santos auf Linksaußen) und ebenso viel Schatten (Abwehr, Chancenverwertung). Besonders Mindens Kreisläufer Magnus Gullerud kann im toten Winkel der Kieler 3:2:1-Deckung immer wieder reüssieren.

6:0-Formation vor der Pause

Zwischendurch stellt Gislason auf eine 6:0-Formation um, ändert das nach der Pause wieder, als Rune Dahmke Santos auf dem linken Flügel ablöst. Für den zu oft glücklosen Dissinger, Marko Vujin und Spielmacher Miha Zarabec lenken jetzt Lukas Nilsson, Nikola Bilyk und Steffen Weinhold die Rückraum-Geschicke.

Es bedarf nicht vieler Minuten, eines Schlagwurfes von Kapitän Domagoj Duvnjak (Sorgenkind, fast nur in der Deckung eingesetzt) und einer Tempoverschärfung, da biegen die Zebras bis zum 22:18 (41.) auf die Siegerstraße ein.

Minden reagiert mit Härte

Mindens Antwort lautet Härte – manifestiert in zahlreichen Zeitstrafen. Die Kieler Antwort heißt Lukas Nilsson. Der junge Schwede trifft sechsmal, glänzt mit schönen Anspielen, lässt sich auch von überharten Übergriffen nicht aus der Bahn werfen.

Seine sehenswerten Einzelleistungen zum 26:21 (47.) und 27:21 (49.) sorgen in einer festlich gestimmten Kampa-Halle, in der nach Spielschluss die Mindener Nenad Bilbija, Aleksandar Svitlica, Miljan Pusica und Charlie Sjöstrand feierlich verabschiedet werden, für die Entscheidung.

Erleichterung und Enttäuschung

Sebastian Firnhaber setzt – aus dem Rückraum! – den Schlusspunkt zum 32:25. Danach mischen sich Erleichterung und Enttäuschung, erfüllen die Zebras geduldig Autogrammwünsche, ehe es für die meisten schon heute zu ihren Nationalmannschaften geht, schließlich stehen WM-Play-offs und Test-Länderspiele an.

Alfred Gislason bilanziert den Tag unaufgeregt: „Die Mannschaft hat gut gespielt, besonders in der zweiten Halbzeit. Sie hat einen guten Charakter.“ Bei den Spielern klingen die Antworten so, wie die Partie in Minden begonnen hatte: Licht und Schatten gehen Hand in Hand. Das klingt dann so: „Wir haben unsere letzten Aufgaben gut erfüllt, aber unsere Ziele nicht erreicht. Ab Montag beginnt für mich die Vorbereitung auf die neue Saison“ (Rune Dahmke). Oder so: „Schön, sich mit einem Sieg aus der Saison zu verabschieden. Aber wir hatten uns die Saison natürlich anders vorgestellt. Der EHF-Cup ist immerhin ein Trostpreis“ (Patrick Wiencek).

Sieg okay, Saison nicht

Oder so: „Der Sieg heute war o.k., die Saison nicht. Das war nicht unser Ziel, unser Anspruch, unser Niveau“ (Nikola Bilyk). Die Analyse, Aufarbeitung einer verkorksten Spielzeit hat längst begonnen. Viktor Szilagyi, Sportlicher Leiter der Zebras, sagt: „Wir sind nicht zufrieden. Die Analyse steht jetzt im Vordergrund. Filip (Jicha, d. Red.), Alfred (Gislason, d. Red.) und ich haben schon diskutiert, haben Ideen für die nächsten Schritte, einen klaren Fokus. Ausschlaggebend waren nicht die direkten Duelle, sondern die Spiele gegen schwächere Gegner.“

Gratulation an den Handball-Meister

Der THW Kiel hat das Handball-Spiel gegen Minden am Sonntag 32:25 (15:14) gewonnen. Nach dem Abpfiff gratulierte der Verein der SG-Flensburg-Handewitt zur Meisterschaft. „Wer am Ende oben steht, hat es verdient: Der Rekordmeister THW Kiel gratuliert der @SGFleHa zum Gewinn der deutschen Meisterschaft! Feiert schön!“, teilten die Kieler via Twitter mit.

Alle Spielzüge zum Nachlesen im Liveticker.

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