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THW Kiel Erstes Duell mit Granollers
Sport THW Kiel Erstes Duell mit Granollers
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19:44 10.02.2019
Von Merle Schaack
Mit Pick Szeged traf Antonio Garcia (links, hier gegen Igor Anic) zuletzt 2016 auf den THW Kiel. Seine Erfahrungen gibt er nun an seine neuen Mannschaftskollegen in Granollers weiter. Quelle: imago sportfotodienst (Archiv)
Granollers

Keine 40 Kilometer liegen zwischen den beiden Handball-Heimstätten in Katalonien, dem Palau Blaugrana des großen FC Barcelona und dem Palau d'Esports de Granollers. Diese Nähe ist Fluch und Segen zugleich für den Handballverein aus der Kleinstadt Granollers, der über eine renommierte Jugendakademie verfügt. Doch die größten Talente wandern schnell ab. Vor allem, wenn eine Zukunft beim FC Barcelona lockt.

Doch auch in die andere Richtung bewegt sich etwas: Wer es nicht schafft, sich beim spanischen Serienmeister durchzusetzen, findet in Granollers eine weitere seit etablierte Handball-Adresse. Seit fünf Jahren hat der Verein in der spanischen Liga nicht mehr schlechter als auf dem vierten Platz abgeschnitten, obwohl jedes Jahr viele Spieler kommen und gehen. Vor dieser Saison wechselte unter anderem der kleine Bruder Marc des Ex-Kielers und Nationalspielers Joan Canellas aus Granollers nach Schweden zu IFK Kristianstad.

Antonio Garcia kehrte in die Heimat zurück

Zurück kehrte indes mit Antonio Garcia einer der erfolgreichsten Handballer, die der Klub je hervor gebracht hat. Der 34-Jährige lernte das Handballspielen in Granollers. Nach Stationen in Leon, Paris, Szeged, Kolding, Barcelona und Bukarest zog es den Weltmeister von 2013 zurück zu seinem Heimatverein. Wegen der Übermacht des großen FC Barcelona ist der EHF-Pokal für den 78-fachen Nationalspieler und seine Mannschaft eine einzigartige Gelegenheit.

Am Sonntag (19.30 Uhr) geht es für Garcia und Granollers gegen den THW Kiel. Wie auch diese Partie überträgt der Online-Streaming-Dienst DAZN alle Spiele des THW Kiel im EHF-Cup live.

Herr Garcia, Granollers ist gerade mit zwei Siegen in die zweite Saisonhälfte gestartet. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf?

Vor Weihnachten hatten wir ein paar nicht so gute Spiele, sind etwas unter unseren Erwartungen geblieben und standen auf Platz vier in der Liga. Aber schon während der WM-Pause bekamen wir ein gutes Gefühl. Jetzt haben wir gerade gegen La Rioja gewonnen, die punktgleich mit uns waren. Es geht bergauf, das freut mich. Ich bin hier, weil das Konzept des Klubs mich überzeugt hat. Ich will mit meiner Erfahrung dabei helfen, dass wir konstanter werden.

Sie haben im Laufe ihrer Karriere in vielen europäischen Spitzenklubs gespielt, aber nie in der Bundesliga – wie kam das?

Stimmt, das ist vielleicht das Einzige, das ich in meiner Karriere verpasst habe. Damals, als ich aus Granollers zu Ademar Leon wechselte, hatte ich auch ein Angebot aus Gummersbach. Aber ich habe mich entschieden, erst noch in Spanien zu bleiben. Und dann ist es nie so gekommen. Die Bundesliga ist die NBA des Handballs, jeder träumt davon, dort zu spielen. Die Hallen sind voll, es ist eine tolle Stimmung. Aber ich hatte das Glück, mit meinen Vereinen auch gegen deutsche Teams, also auch in Deutschland zu spielen und konnte die Atmosphäre trotzdem genießen.

Was für eine Atmosphäre erwartet den THW Kiel am Sonntag im Palau d’Esports?

Normalerweise spielen wir vor 2000, vielleicht 2500 Zuschauern. 6000 passen in unsere Halle. Ich hoffe, dass sie am Sonntag voll wird. Dass der THW hier her kommt, ist auch für unsere Fans etwas Besonders.

Und für Sie? Sie haben mit Szeged immerhin schon mal im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen den THW gewonnen...

Für mich ist es natürlich auch ein großes Spiel. Mit Magnus Landin habe ich zusammen in Kolding gespielt, wir sind befreundet. Auch Domagoj Duvnjak oder Marko Vujin kenne ich. Es ist immer schön, gegen alte Bekannte zu spielen.

Was rechnen Sie sich sportlich aus?

Wir müssen verhindern, dass die Kieler ins Laufen kommen, sonst killen sie uns. Wir müssen ein perfektes Spiel schaffen – und auch dann wird es schwer. Wir wollen den Vorteil ausspielen, dass die Kieler wahrscheinlich maximal drei Spieler von uns kennen. Das könnte unsere Chance sein. Dazu kommt die kurze Vorbereitung, die sie mit ihren vielen WM-Fahrern haben. Unsere Leistungskurve zeigt nach oben. In der Liga dominiert Barcelona, da gibt es für uns nichts zu holen. Aber wenn es gut läuft, können wir vielleicht ins Final Four des EHF-Cups kommen. Das ist eines unserer Ziele.

Mehr zum THW Kiel lesen Sie hier.

Verfolgen Sie die Spiele des THW Kiel bei uns im Liveticker

Alle Spiele des THW Kiel im EHF-Cup überträgt DAZN live.

Zielort Barcelona. Doch die ganz große Bühne besteigt der THW Kiel nicht. Gegner der Zebras am Sonntag (19.30 Uhr/DAZN) ist nicht der FC Barcelona. Es geht 30 Kilometer weiter gen Norden, nach Granollers. Die Partie bei BM Granollers markiert den Auftakt in die Gruppenphase des EHF-Cups.

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