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THW Kiel Gislasons letzte Auswärtsreise
Sport THW Kiel Gislasons letzte Auswärtsreise
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20:06 28.05.2019
Von Tamo Schwarz
Kann Alfred Gislason (Mitte, zwischen Sportchef Viktor Szilagyi/links und Spielmacher Miha Zarabec) sein letztes Auswärtsspiel mit dem THW Kiel auch so genießen wie das 39:19 gegen GWD Minden? Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

„Nein, ich habe das noch immer nicht ganz kapiert, aber werde an meinen Abläufen nichts ändern und alles wie immer machen“, sagte der 59-jährige Isländer vor der Abfahrt zu seinem vorletzten Spiel als THW-Trainer nach elf Jahren an der Förde. So richtig beendet ist seine Mission allerdings noch nicht. Sicher, mit dem DHB-Pokal und dem EHF-Cup gibt es bereits zwei gute Gründe, um es am Saisonende gebührend krachen zu lassen. Doch noch immer ist die Meisterschaft bei den Kielern nicht abgehakt, die allerdings auf Schützenhilfe angewiesen sind. Denn nur, wenn Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt gegen die Füchse oder am letzten Spieltag beim Bergischen HC eine Niederlage kassiert, könnten die Zebras ihren 21. Meistertitel feiern.

Rückkehr in die Champions League ist perfekt

Ein anderes Saisonziel haben Gislason und Co. allerdings bereits am vergangenen Spieltag perfekt gemacht: die Qualifikation für die Champions League. Auch in diesem Jahr wird die Europäische Handballföderation (EHF) den Bundesliga-Zweiten mit einem „Upgrade“ (Wildcard) für die Königsklasse ausstatten. Das sorgt auch bei THW-Linksaußen Rune Dahmke für Erleichterung: „So schön das Final Four in eigener Halle auch war – es war auch komisch, im EHF-Cup zu spielen. Wir gehören in die Champions League. Darum bin ich sehr froh, dass wir jetzt wieder dabei sind.“ Das sieht auch Kapitän Domagoj Duvnjak so: „Die Champions League war das Ziel – das haben wir jetzt erreicht nach einem Jahr Pause. Der THW Kiel hat verdient, immer dort zu spielen.“

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Gislason: "Für den Klub ist es extrem wichtig, in der Königsklasse dabei zu sein."

Trainer Alfred Gislason wird seine Mannschaft auf europäischer Bühne dann zwar nur noch am Fernsehschirm (oder Gast in den Arenen) beobachten können, machte aber keinen Hehl aus seiner Freude über das errungene Teilziel: „Ich freue mich riesig für die Jungs. Ich selbst werde ja nicht mehr dabei sein. Für den Klub ist es aber extrem wichtig, in der Königsklasse dabei zu sein.“ Nur eines bedauert der Isländer, der derzeit mit seinem Team von Sieg zu Sieg eilt: „Es ist wirklich schade, dass ich mit dieser Mannschaft in dieser Saison nicht beim Champions-League-Final-Four in Köln dabei sein kann.“

Statt Paris, Barcelona, Veszprém heißt der verbliebene Alltag auf den Bundesliga-Brettern erst einmal Lemgo. Die schwarz-weiße Bundesliga-Bilanz in der früher als Lipperlandhalle bekannten und vor dem letzten Lemgoer Heimspiel der Saison ausverkauften Arena ist mit 15 Siegen, vier Unentschieden und 16 Niederlagen zwar durchwachsen. Erst vor zwei Jahren hatte der THW dort mit 30:34 das Nachsehen. Heute Abend ist dieses Szenario kaum zu erwarten, ist der TBV um Trainer Florian Kehrmann doch von einem kapitalen Verletzungspech gebeutelt. Andrej Kogut, Jonathan Carlsbogård, Nationalspieler Tim Suton, Jari Lemke und Donat Bartok fallen langfristig aus. Für Alfred Gislason kein Grund für übertriebene Gelassenheit: „ Lemgo hat zwar viele Verletzte, aber ich habe gesehen, wie sie im letzten Heimspiel zu Hause gegen Magdeburg gekämpft und mit nur einem Tor verloren haben. Wir müssen konzentriert bleiben, denn wir brauchen die Punkte.“

Bilyk und Ekberg wieder dabei

Sowohl der zuletzt ausgefallene Nikola Bilyk (Rücken) als auch Rechtsaußen Niclas Ekberg (Fuß) sind wieder voll einsatzfähig.

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