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THW Kiel Im Spitzenspiel-Modus zum Liga-15.
Sport THW Kiel Im Spitzenspiel-Modus zum Liga-15.
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18:54 03.03.2020
Von Merle Schaack
Im Hinspiel im Dezember wehrten sich GWD-Torwart Malte Semisch (rechts) und seine Vorderleute lange, bevor sie sich beim 29:27 dem THW Kiel und Hendrik Pekeler (Mitte) geschlagen geben mussten. "Wir sind gewarnt", sagt THW-Trainer Filip Jicha. Quelle: Sascha Klahn
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Kiel/Minden

Viel Grund zur Sorge hat THW-Kiel-Trainer Filip Jicha derzeit nicht. Seit Jahresbeginn spazieren seine Handballer mit großer Dominanz durch die Liga, erreichten in der Champions League mit kleinen Schönheitsfehlern in den letzten beiden unbedeutenden Gruppenspielen als erste deutsche Mannschaft im aktuellen Modus vorzeitig das Viertelfinale. Zuletzt ließ sogar der Nordrivale SG Flensburg-Handewitt den Vorsprung der Zebras auf vier Punkte anwachsen.

Jichas größte Sorge ist deshalb: "Es wäre schade, wenn wir uns ablenken lassen." Von Ergebnissen der Konkurrenz oder von dem seit Wochen in der Mannschaft kursierenden Infekt, der erst Nikola Bilyk, dann Miha Zarabec, Niklas Landin und nun Dario Quenstedt erwischt hat.

Quenstedt reist eventuell nach

Während Landin am Dienstagnachmittag mit in den Bus Richtung Minden/Lübbecke stieg, blieb sein Torwartkollege Quenstedt vorerst zu Hause und wird der Mannschaft nur nachreisen, wenn er 24 Stunden fieberfrei bleibt. "So eine Krankheitswelle hat man fast jedes Jahr. Es gehört zum Reifeprozess, diese Ausfälle zu kompensieren", sagt Jicha.

Bis zum Anfang April, wenn mit dem DHB-Pokal der erste Titel der Saison vergeben wird, kann sich der THW Kiel voll auf die Liga konzentrieren. Bis zur Nationalmannschaftspause vom 9. bis 15. März warten das Auswärtsspiel in Minden (Mittwoch, 19 Uhr) und das Duell gegen die Rhein-Neckar Löwen am Sonntag (13.30 Uhr). Jichas Rezept, um in dieser "gefährlichen Phase" die Konzentration auch bei Kellerkind Minden hochzuhalten: "Ich sehe das als Woche mit zwei Spitzenspielen. Erst eines in Minden, dann eines gegen die Löwen."

Carstens hat "Bock" auf Abstiegskampf

In Ostwestfalen sieht man das ein bisschen anders. Zwar sagt GWD-Trainer Frank Carstens: "Wir sind auf jeden Fall der Favorit." Allerdings trieft seine Stimme dabei vor Ironie. Mit nur zwei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge befinden er und sein Team sich mitten im Kampf um den Klassenverbleib.

"Der Abstiegskampf ist schon sehr präsent", sagt Carstens, der seine vierte Spielzeit mit den Grün-Weißen bestreitet. In den Vorjahren erreichte der Traditionsklub meist bereits im März das rettende Ufer zum Klassenerhalt. Nach dem Umbruch im Kader vor dieser Spielzeit fehlte der jungen Mannschaft dazu bisher die Konstanz.

Eine neue Erfahrung für Carstens, aber nicht unbedingt eine negative. "Ab März um die goldene Ananas zu spielen, ist sportlich natürlich komfortabel. Aber ich empfinde die jetzige Konstellation als sehr spannend und habe schon Bock darauf. Jedes Wochenende passiert in dieser Liga eine Überraschung."

Jung, wild und unberechenbar

Auch Carstens Mannschaft reihte sich in dieser Saison bereits in die Reihe der Underdogs ein, die Favoriten stürzen können. Bereits zweimal in dieser Saison bezwang sie die Füchse Berlin, die dort vor knapp zwei Wochen mit 25:30 verloren. Auch dem THW Kiel machte sie im Hinspiel im Dezember lange das Leben schwer, bevor Niklas Landin und Co. sich den 29:27-Sieg sichern konnten.

"Minden hat eine junge, wilde Mannschaft", sagt Jicha. "Das macht sie relativ unberechenbar. Sie machen Tore aus Lagen, die andere Mannschaften nicht machen."

An guten Tagen kann der junge Rückraum mit Juri Knorr (19, Sohn von Ex-Zebra Thomas Knorr), Aliaksandr Padshyvalau (23), Marian Michalczik (23), Savvas Savvas (22) sowie Christoph Reißky (24) und Christoffer Rambo (30) so zu einer echten Waffe werden. Aber: "Wir kommen übers Tempospiel", erklärt Carstens. "Und wenn man viel Tempo macht, vielleicht manchmal auch zu viel, kann man auch schnell einen Vorsprung verspielen. Uns fehlt manchmal die richtige Balance zwischen Ruhe und Risiko. Aber das kann man so jungen Spielern nicht vorwerfen."

Zumindest zu Hause hält sich GWD seit Jahresbeginn schadlos. Und das, obwohl der Traditionsklub seine altehrwürdige Heimspielstätte, die Kampa-Halle, aus Brandschutzgründen verlassen musste und nun für mindestens eineinhalb Jahre in der Halle des Lokalrivalen und Zweitligisten TuS N-Lübbecke spielen wird, bevor die nächste Übergangslösung gefunden und irgendwann ein eventueller Neubau fertig ist. "Das wird uns die Aufgabe nur erschweren", prophezeit Jicha, der selbst zwei Jahre für den TBV Lemgo in der Nachbarschaft spielte und weiß: "Die Ostwestfalen sind handballbegeistert. Ich erwarte ein enges Spiel."

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