THW Kiel in Quarantäne - Jicha: "An unseren Zielen ändert sich nichts"
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THW Kiel Jicha: "An Zielen ändert sich nichts"
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THW Kiel in Quarantäne - Jicha: "An unseren Zielen ändert sich nichts"

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18:27 08.02.2021
Von Merle Schaack
THW-Trainer Filip Jicha muss sich zum zweiten Mal damit abfinden, dass seine Mannschaft von einer Corona-Quarantäne ausgebremst wird.
THW-Trainer Filip Jicha muss sich zum zweiten Mal damit abfinden, dass seine Mannschaft von einer Corona-Quarantäne ausgebremst wird. Quelle: Sascha Klahn
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Plötzlich hat Filip Jicha, Trainer des THW Kiel, wieder Zeit. Statt mit den Zebras durch neun Spiele in 25 Tagen zu hetzen, sich die Nächte mit Video-Studium des nächsten Gegners um die Ohren zu schlagen, kann er sich nun Gedanken machen, wie er die Ausstattung des Kraftraums im Leistungszentrum noch optimieren könnte.

"Für so etwas hat man in der Saison normalerweise keine Zeit", sagt der Tscheche, der seit dem positiven Corona-Test bei einem seiner Spieler wieder in Isolation lebt. Zum zweiten Mal in dieser Saison trifft es die Zebras, zum zweiten Mal haben sie ihren Kraftraum geplündert, die Geräte auf die heimischen Wohnzimmer verteilt, Quarantäne-Trainingspläne geschrieben. 

Ein Déjà-vu? Mitnichten. "Das ist nicht vergleichbar", sagt Jicha. "Im Dezember war klar: Wir haben noch vier Spiele, die wir irgendwie schaffen müssen - und haben die auch geschafft."

Nun trifft die Corona-Zwangspause ein Team, das darauf eingestellt war, in die Terminhatz der zweiten Saisonhälfte zu starten. Aufbruch statt Endspurt. "Man hat gegen Zaporozhye gesehen, wie gut wir physisch und mental drauf waren", sagt Jicha. "Wie wir aus dieser neuen Quarantäne rauskommen, wird man erst sehen, wenn es so weit ist. Physisch und mental ist es eine große Herausforderung."

Jicha vertraut der Liga-Arbeitsgruppe

Die Anzahl der noch zu terminierenden Nachholspiele erhöht sich durch die 14-tägige Quarantäne der Mannschaft voraussichtlich auf sieben. Den THW-Nationalspielern könnten - je nachdem, wie weit sie mit den Zebras in der Champions League kommen - nach heutigem Stand bis zu 43 Spiele in 18 Wochen bevorstehen. Im Schnitt bedeutet das maximal zwei Tage Pause zwischen den Partien. 

Längst geistern Saisonverkürzungsmodelle durch die Liga. "Man muss sich einigen, welchen Weg man geht", sagt auch Jicha. "Die Situation ist eine totale Ausnahme. Da muss man vielleicht auch mal eine Ausnahme-Entscheidung treffen."

Der Spielplan, vor allem der nach der WM-Pause sei "definitiv nicht spielerfreundlich." "Aber die Spieler haben, genau wie wahrscheinlich jeder Zuschauer, mitbekommen, dass diese Saison einfach nicht planbar ist. Wir sind eben mitten in einer Krise und ich habe großes Vertrauen, dass die Arbeitsgruppe, die Klubs und die Liga eine gute Lösung für den Sport und die Sportler finden werden."

Auch wenn unsicher ist, ob sich die Saison in allen Wettbewerben wie derzeit geplant zu Ende spielen lässt, eines ist für Jicha klar: "An unseren Zielen ändert sich nichts. Sobald wir dürfen, werden wir da sein und unsere Leistung bringen wollen."

Trainingsfleiß lässt auch zu Hause nicht nach

Nach der ersten Quarantäne der Zebras im Dezember klappte das hervorragend: Erst sammelten sie wichtige Bundesliga-Punkte in Stuttgart und gegen die Rhein-Neckar Löwen. Dann holten sie sich gegen Veszprém und im Champions-League-Finale gegen den FC Barcelona Europas Handball-Krone. Auch das stimmt Jicha optimistisch. 

"Die Jungs haben schon unter Beweis gestellt, wozu sie in der Lage sind", sagt er, schwärmt von seinen Spielern, die daheim "fleißig" seien, auch eigene Ideen einbringen würden. "Ich weiß, dass wir die Quarantäne-Zeit überstehen werden. Wir müssen uns einfach damit abfinden."

Gleichzeitig hoffen die Kieler, dass die Testergebnisse aller anderen Spieler negativ bleiben - und auch die der Liga-Konkurrenz. "Es wäre super, wenn wir die Letzten wären, die davon betroffen sind", sagt Jicha. "Auch wenn ich vermute, dass das leider nicht der Fall sein wird."

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