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THW Kiel Zwei Punkte mit Beigeschmack
Sport THW Kiel Zwei Punkte mit Beigeschmack
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07:00 30.05.2017
Von Niklas Schomburg
Marko Vujin war mit sieben Treffern bester Torschütze des THW gegen Coburg, hatte nach der Partie aber auch keine echte Erklärung für die enttäuschende Leistung der Zebras. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

„Es ist schwer zu erklären“, sagte THW-Linkshänder Marko Vujin nach der Partie und versuchte, das Geschehene so nüchtern wie möglich zu analysieren. „Wir haben in zu vielen Aktionen viel zu langsam gespielt. Immer wenn wir schnell und mit Selbstvertrauen agiert haben, sind die Tore auch gefallen. In der zweiten Halbzeit haben wir immerhin Charakter gezeigt.“ Linksaußen Rune Dahmke fügte hinzu: „Wir müssen das cleverer spielen. Im Laufe der ersten Halbzeit lässt die Konzentration nach, und dann verkrampfen wir, weil es eng ist und weil wir wissen, was auf dem Spiel steht.“

Auf dem Spiel steht in der zweiten Saison in Folge ohne Meistertitel nicht weniger als die Qualifikation zur Champions League. Ja, den Zebras fehlten mit Domagoj Duvnjak, René Toft Hansen und Steffen Weinhold Schlüsselspieler, weitere sind angeschlagen. Aber bei allem Respekt vor dem HSC Coburg: Ein Team mit dem Anspruch des THW und den personellen Möglichkeiten muss in der Lage sein, eine solche Partie klar zu gewinnen. „Gegen diesen Gegner muss das besser sein“, sagte auch Dahmke. Das ist zweifelsohne richtig, auch angesichts der 10 Tage Vorbereitungszeit auf diese Partie. Ob Argumente wie Müdigkeit oder gar zu viel Training in diesem Fall den Kern des Problems treffen, ist fraglich.

Und so fällt dann auch das Fazit der Spieler aus. „Wir können stolz sein, dass wir gewonnen haben – aber auf die Art und Weise, wie wir gewonnen haben, können wir ganz und gar nicht stolz sein“, sagte Kreisläufer Patrick Wiencek. „Wir freuen uns über zwei Punkte, aber nicht mehr“, meinte Vujin. Mit einer Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen am Mittwoch und einem (deutlichen) Sieg der Füchse Berlin gegen den abstiegsgefährdeten VfL Gummersbach könnte der Vorsprung auf Platz vier schnell dahin sein – das gilt auch für die um 18 Treffer bessere Tordifferenz. Diese deutlich zu verbessern und so eine Niederlage in Mannheim tatsächlich verschmerzen zu können, verpasste der THW gegen Coburg und muss sich das ankreiden lassen. Und so ist das Dahmke-Fazit „Wir haben gewonnen, und damit ist es erstmal gut“ zwar richtig, hat aber einen leicht bitteren Beigeschmack.

Der THW Kiel hat in den letzten Minuten das Spiel gegen HSC 2000 Coburg für sich entschieden. Beste Werfer für die Zebras beim 28:26-Sieg (12:11) waren Marco Vujin (sieben Treffer) und Patrick Wiencek (fünf Treffer).

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