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THW Kiel Kielce, Kopfsache und ein Keeper
Sport THW Kiel Kielce, Kopfsache und ein Keeper
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07:23 26.09.2017
Von Niklas Schomburg
THW-Torwart Andreas Wolff (gegen Manuel Strlek/re.) war natürlich auch ein Thema abseits der Platte. Nicht nur den Polen wird nachgesagt, dass sie Interesse am THW-Keeper hätten. Quelle: imago/Norbert Barczyk/PressFocus/Newspix.pl
Kielce/Kiel

Fahrig, unkonzentriert, inkonsequent, verunsichert – die Attribute für das Auftreten der Kieler in Polen könnten per Copy & Paste aus Betrachtungen verschiedener THW-Spiele stammen. „Jetzt kommt Aalborg, da müssen wir alles zeigen, was wir können“, sagt Spielmacher Miha Zarabec. „Wir brauchen nur ein sehr gutes Spiel über 60 Minuten.“ Das klingt nach denselben Durchhalteparolen wie in den vergangenen Tagen und Wochen.

„Ich glaube, wir sind mittlerweile zu heiß, wollen zu viel. Wir müssen einen kühleren Kopf bewahren“, meint der Slowene. Das sah auch THW-Geschäftsführer Thorsten Storm so: „Man merkt jedem einzelnen an, wie sehr er will. Aber dadurch überdrehen sie.“ Eine Rückbesinnung auf die THW-Tugenden muss her. „Wir müssen jetzt zurück nach Hause, uns sammeln und so schnell wie möglich zeigen, dass wir besser sind als das hier“, sagt Rune Dahmke.

Raum für Nebenschauplätze

Während das Sportliche damit auf ernüchternde Weise abgehandelt war, bot sich Raum für Nebenschauplätze. Die Causa Andreas Wolff zum Beispiel. Auch in Kielce fragt man sich: Kommt er? Oder kommt er nicht? Kielces Mäzen und Investor Bertus Servaas bestätigt nichts – dementiert aber auch nicht wirklich.

Nach der Partie unterhielten sich Servaas und THW-Geschäftsführer Storm angeregt. Das Champions-League-Spiel als perfekte Kulisse für Sondierungsgespräche? „Wir haben nicht über Andreas Wolff geredet, sondern über das Spiel und die generelle Situation im Handball in Europa gesprochen“, erklärt Storm. Das Thema bleibt dennoch auf dem Tisch. Auch wenn Servaas sagt: „Es gibt keine Neuigkeiten.“ Denn der Niederländer gibt im nächsten Satz unumwunden zu: „Wir reden mit ihm. Besser gesagt, es gab Gespräche“, so Servaas. „Aber das tun einige andere auch, denke ich.“ Zu diesen anderen gehört dem Vernehmen nach etwa Telekom Veszprem.

Auch ohne Neuigkeiten ist für den Investor eins klar: „Wir wollen immer Top-Spieler zu uns holen. Wenn wir die Chance haben, einen Weltklasse-Torhüter zu verpflichten, wollen wir die ergreifen“, erklärt Servaas. „Jeder auf der Welt hätte gern einen Wolff im Kader. Aber das gilt nicht nur für ihn, sondern auch für einen Landin, einen Sterbik oder einen Perez de Vargas.“ Zumindest in dieser Hinsicht scheint der Kieler Besuch in Kielce zunächst also keine Spuren hinterlassen zu haben.

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