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THW Kiel Champions-League-Aus für den THW Kiel
Sport THW Kiel Champions-League-Aus für den THW Kiel
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20:28 01.05.2017
Von Tamo Schwarz
Der THW ist gegen Barcelona ausgeschieden. Quelle: imago
Barcelona

Zum ersten Mal überhaupt geht das Mega-Event des europäischen Handballs am Rhein damit ohne deutsche Beteiligung auf dem Feld über die Bühne, weil der THW Kiel als letzter verbliebener Teilnehmer nach dem Triumph im Palau Blaugrana vor einem Jahr das erneute Wunder verpasste.

Dabei sah es am Sonnabendabend auf den Tag genau zehn Jahre nach dem ersten Sieg in der Königsklasse 2007 gar nicht so schlecht aus - vor rund 6000 Zuschauern im katalanischen Hexenkessel. Bis zum 7:6 (17.) trieben die Kieler nervösen Barca-Spielern den Schweiß auf die Stirn, die sich früh nur mit Schauspielerei zu helfen wussten. So warf sich Victor Tomás nach einer harmlosen Aktion von René Toft Hansen theatralisch zu Boden (15.), ehe Niklas Landin im Kieler Tor einen Siebenmeter von Kiril Lazarov parierte (17.). Die Katalanen standen mächtig unter Druck, immer wieder entgleiste Coach Xavi Pascual an der Seitenlinie, plötzlich gerieten auch Patrick Wiencek und Ex-Kollege Filip Jicha mächtig aneinander.

Barcelona deckte nun offensiver, ließ die Kieler gegen ihre 5:1-Deckung Schwerstarbeit verrichten. Auf einmal häuften sich technische Fehler, reihten sich abgefangene Risiko- und Fehlpässe aneinander, der FC setzte sich auf 11:7 ab. Schon jetzt zeichnete sich zudem ab, dass Barca-Schlussmann Gonzalo Perez de Vargas einen Sahnetag erwischt hatte.

Er raubte den Zebras, denen der harte Bundesliga-Fight am Mittwoch in Göppingen noch in den Knochen steckte, den letzten Nerv. Nach der Pause variierte Alfred Gislason offensiv wie defensiv, versuchte es mit einer 3:2:1-Formation mit Christian Dissinger an der Spitze, kurzzeitig mit Rune Dahmke, dann mit Lukas Nilsson offensiv in der Rückraum-Mitte. Das funktionierte gut: Der THW war in der Abwehr endlich schneller auf den Beinen, erarbeitete sich vorne hart seine Chancen - und scheiterte immer und immer wieder an Perez de Vargas. "Davon werde ich noch meinen Enkeln erzählen", sagte der 26-jährige Spanier später, dem nicht weniger als 22 Paraden gelangen.

Marko Vujin (41.), Raul Santos im Gegenstoß (43.), Lukas Nilsson (47.) - immer wenn der THW den Rückstand gerade wieder auf vier Tore, beim 13:16 sogar auf drei Tore verkürzt hatte, stand der "Magier" der Katalanen zwischen den Pfosten im Weg. Beim 21:18 durch Niclas Ekberg (58.) keimte doch noch Hoffnung auf ein spätes Wunder. Nur noch zwei Tore! Doch Jesper Nøddesbo durchkreuzte mit dem 22:18 (58.) alle Träume. Daran konnte auch eine finale offene Kieler Manndeckung nichts mehr ändern.

"Ihr Keeper war heute einfach der größte Unterschied", resümierte THW-Torwart Niklas Landin, während sich Alfred Gislason "sehr enttäuscht" zeigte. "Barcelona war zwischendurch mit den Nerven am Ende, aber dann haben wir ihnen mit unseren Fehlern ihre Nervosität wieder genommen. 23 Fehlwürfe und neun technische Fehler - heute fehlte einfach zu viel", so der Isländer.

Statistik

FC Barcelona: Perez de Vargas (1.-60. Minute/22 Paraden), Ristovski (bei einem 7m/0) – Nøddesbo 2, Tomás 4, Entrerrios 1, Sorhaindo 1, Ariño 1, Rivera 7/3, N’Guessan 1, Syprzak 2, Mem 1, Morros, Saubich, Jicha, Jallouz, Lazarov 3.

THW Kiel: Landin (1.-60. Minute/9 Paraden), Wolff (bei einem 7m/0) – Firnhaber n.e., Toft Hansen, Lackovic 1, Sprenger, Weinhold 1, Dissinger, Wiencek 1, Ekberg 4/1, Dahmke, Brozovic 2, Vujin 4/2, Bilyk 2, Nilsson 2, Santos 1.

Schiedsrichter: Dalibor Jurinovic/Marko Mrvica (Kroatien) – Strafminuten: FCB 4 (Jicha, Jallouz), THW 4 (2x Brozovic) – Siebenmeter: FCB 4/3 (Landin pariert Lazarov), THW 3/3 – Spielfilm: 2:0, 2:1, 4:2 (8.), 6:3, 7:6 (17.), 9:6, 11:7 (25.), 13:8 (27.), 13:9 – 15:10 (37.), 16:13, 18:13 (48.), 20:15, 21:16, 21:18 (58.), 23:18 – Zuschauer: 6000 im Palau Blaugrana in Barcelona.

Zum 25. Mal treffen der THW Kiel und der FC Barcelona am Sonnabend (18.30 Uhr) aufeinander. Der Palau Blaugrana wird kochen im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League. Schon vorher fliegen am Mittelmeer die Giftpfeile, doch heute heißt es: Mann gegen Mann, bis an die Grenzen des Erlaubten.

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