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THW Kiel THW Kiel setzt auf Titel und 9000 Rückkehrer
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THW Kiel setzt auf Titel und 9000 Rückkehrer

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17:15 02.09.2021
Von Merle Schaack
Die drei THW-Kapitäne fuhren im Boot nach Damp (v. li.): Domagoj Duvnjak, Niklas Landin und Patrick Wiencek.
Die drei THW-Kapitäne fuhren im Boot nach Damp (v. li.): Domagoj Duvnjak, Niklas Landin und Patrick Wiencek. Quelle: Uwe Paesler
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Damp

Der Auftakt für das Modellprojekt des THW Kiel, bei dem rund 9000 Fans für Stimmung bei den Heimspielen in der Wunderino-Arena für Stimmung sorgen sollen, wirft seine Schatten voraus – vor allem in Form von einem breiten Lächeln bei Geschäftsführer Viktor Szilagyi. „Die eigentlichen Neuzugänge oder Rückkehrer sind die Zuschauer“, sagte der Österreicher bei der Saison-Pressekonferenz der Zebras am Donnerstag.

In der ehemaligen Olympiahalle in Damp, in Wurfweite zur Sportstätte, in der sich die Handball-Nationalmannschaft der BRD 1978 auf die WM in Dänemark und ihren späteren Titelgewinn vorbereitete, definierte auch der Rekordmeister seine Ziele für die kommenden Monate. „Wir wollen um jeden Titel mitspielen“, sagte Kapitän Domagoj Duvnjak. Töne, die beim THW Kiel nicht neu sind.

Wiencek und Co. hoffen auf Motivation, Emotion und Atmosphäre

Neue Gesichter im Kader der Zebras gibt es im Olympia-Jahr nicht. „Natürlich war es ein Thema, ob wir noch einen weiteren Spieler dazuholen“, sagte Szilagyi. Angesichts der wirtschaftlichen Lage in der Pandemie habe man sich aber dagegen entschieden. Wie die Spieler aller Handball-Bundesligisten hatten auch die Zebras in den beiden Pandemie-Spielzeiten auf Teile ihres Gehalts verzichtet.

So erhofft sich der Klub von seinem Modellprojekt, mit dem er deutschlandweit eine Vorreiter-Rolle einnehmen will, auch überlebenswichtige Zuschauereinnahmen, arbeitet dazu auch an technischen Lösungen zu schnelleren und pandemiegerechten Einlasskontrollen.

Denn neben den um Nikola Bilyk (Comaback nach Kreuzbandriss) erweiterten Kader sollen nun vor allem die Fans dem THW-Spiel eine weitere Dimension verleihen. Von der Genehmigung eines Modellprojekts mit „9000 plus x“ Zuschauerinnen und Zuschauern erhoffen sich Co-Kapitän Patrick Wiencek und seine Teamkollegen viel. „Ich glaube, man hat gesehen, dass uns vor leeren Rängen immer ein paar Prozent Motivation, Emotion und Atmosphäre gefehlt haben“, sagte er.

Fokus auf der Champions League

Neben der Liga-Spitze, in der Geschäftsführer Viktor Szilagyi neben dem Nord-Duo aus Kiel und Flensburg auch die Teams aus Berlin, Melsungen, Magdeburg und die Rhein-Neckar Löwen aus Mannheim erwartet, nehmen die Zebras auch das Final Four der Champions-League wieder ins Visier. Nachdem sie den Königsklassen-Titel beim Nachhol-Final-Four der Saison 2019/20 erst im Dezember errungen hatten (Trainer Filip Jicha: „Mein Highlight der Saison“), schieden sie in der vergangenen Spielzeit im Viertelfinale gegen Paris Saint Germain aus. Mindestens bis zur Endrunde nach Köln soll es nun wieder gehen. „Der Schlüssel für Köln ist die Gruppenphase“, sagte Szilagyi. Hintergrund: Der Gruppenerste und -zweite überspringen die K.o.-Zwischenrunde vor dem Viertelfinale. Und Jicha betonte: „Unser größtes Ziel ist es, uns für Köln zu qualifizieren.“

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Zum Start der Königsklasse reisen die Kieler am 15. September nach Brest in Belarus, der Heim-Auftakt folgt eine Woche später gegen das norwegische Elverum in Kiel. Allerdings: Während das erste Liga-Spiel gegen Balingen-Weilstetten (8. September) in der Pandemie-Auslastung ausverkauft ist, verkauft der Klub die Königsklassen-Tickets derzeit nur schleppend. Bisher gingen erst rund 4000 „Champions Cards“ für alle sieben Gruppenphasen-Heimspiele weg.

Dennoch bezeichnete Trainer Filip Jicha die Rückkehr der Zuschauer als überlebenswichtig für den Klub. „Es geht um nicht weniger als den Verbleib des Spitzenhandballs in Kiel“, sagte der Tscheche, der sich mit weiteren Prognosen zurückhielt. „Das habe ich aus dem letzten Jahr gelernt.“ Eines steht aber fest, wie Co-Kapitän Niklas Landin ankündigte: „Wir greifen wieder an.“

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