Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
THW Kiel THW Kiel siegt mit Nilsson-Gala in Montpellier
Sport THW Kiel THW Kiel siegt mit Nilsson-Gala in Montpellier
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:23 22.10.2019
Von Merle Schaack
Der THW Kiel feiert seinen Sieg in Montpellier. Quelle: Patricia Sports
Kiel/Montpellier

Der THW Kiel hat seinen Auswärts-Marathon mit Stationen in Skopje, Wetzlar und Montpellier erfolgreich beendet. Zwei Tage nach ihrem Blitzstart-Sieg in Wetzlar erwischten sie auch in Südfrankreich einen guten Start. 

THW-Trainer Filip Jicha hatte in der Startaufstellung rotiert. Dario Quenstedt löste Niklas Landin im Tor ab, Rune Dahmke und Ole Rahmel starteten auf den Außenpositionen, Domagoj Duvnjak führte Regie. Nicht ganz so dynamisch, aber ebenso souverän wie zuletzt in Skopje und Wetzlar legten sie los. Mit zwei schnellen Paraden legte Quenstedt den Grundstein für die 3:0-Führung (5.). 

Montpellier, das am Mittwoch beim Liga-Konkurrenten Istres nicht über ein Unentschieden hinausgekommen war, tat sich vorne wie hinten schwer. MHB-Trainer Patrice Canayer fing früh an zu wechseln, tauschte im Rückraum, bis er in Jonas Truchanovicius einen treffsicheren Schützen gefunden hatte. Dreimal in Folge ließ der Litauer die Kieler Abwehr, vor allem Pavel Horak, aussteigen, verkürzte auf 5:7 (10.)

Fünf-Tore-Führung nach 20 Minuten

Als Mitte der ersten Hälfte Diego Simonet mit einer Zeitstrafe auf die Bank musste, nutzten die Kieler die Überzahl, um durch zwei schöne Duvnjak-Tore und Ballgewinne in der Abwehr von Lukas Nilsson und Quenstedt auf fünf Tore davonzuziehen (13:7, 20.).

Sollte sich Ähnliches wie in Skopje und Wetzlar wiederholen, wo die Partie jeweils schon im ersten Durchgang entschieden war?

Nein, denn nun unterliefen dem THW Kiel fatale Fehler im Angriff. Ein Duvnjak-Pass nach Linksaußen landete im Aus, Ole Rahmel fing am Kreis den Ball nicht, den nächsten Versuch setzte der Rechtsaußen ins Außennetz. Wenig später schnappte sich Benjamin Agfour einen Reinkind-Pass, der für Hendrik Pekeler gedacht war. Als der eingewechselte Kevin Bonnefoi auch noch einen Duvnjak-Wurf entschärfte, erzielte Truchanovicius den 13:14-Anschluss (7.).

Klicken Sie hier, um zahlreiche weiter Bilder davon zu sehen, wie der THW Kiel bei Montpellier HB in der Handball-Champions League gewonnen hat.

THW Kiel vergibt Chance auf komfortable Pausenführung

In den letzten Minuten vor der Pause hatten die Kieler dennoch Gelegenheit, sich wieder ein Drei-Tore-Polster zu verschaffen, versuchten, den letzten Angriff so lange wie möglich auszureizen. Doch bei drohendem Zeitspiel scheiterte Duvnjak erneut an Bonnefoi, und Valentin Porte traf mit der Pausensirene zum 16:17.

Auch nach Wiederanpfiff konnte der THW Kiel sich nicht weiter absetzen. Auf schnellen Beinen riss Montpellier Lücken in die Kieler Abwehr. Und Bonnefoi fand immer besser ins Spiel. Fünfmal parierte er innerhalb von zehn Minuten - einmal schmerzhaft mit dem Gesicht gegen Lukas Nilsson. Den folgenden Ggenstoß verwandelte Hugo Descat zum 20:20-Ausgleich (38.), eine falsche Sperre der Kieler später, gingen die Gastgeber durch Descat erstmals in Führung. Der Linksaußen legte nach einer weiteren Bonnefoi-Parade auch gleich das 22:20 nach. 

Wiencek fiel mit Knieproblemen aus

Der THW Kiel kämpfte gegen die immer aggressivere Deckung der Franzosen - und gegen die schwindenden Kraftreserven. Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte Rune Dahmke sich bereits mit einem schmerzenden Oberschenkel ausgewechselt. Nun musste Abwehrspezialist Pavel Horak Hendrik Pekeler am Kreis Pausen verschaffen, weil Patrick Wiencek kurzfristig mit Knieproblemen ausgefallen war. 

„In der 40. Minute habe ich zu Sprengi (Co-Trainer Christian Sprenger, d. Red.) und Viktor (Geschäftsführer Szilagyi, d. Red.) gesagt: „Jetzt sind sie platt“, berichtete THW-Trainer Filip Jicha nach dem Spiel. Beim 25:22 eine Viertelstunde vor Schluss lagen die Zebras mit drei Toren hinten, stemmten sich aber mit allen verbliebenen Kräften gegen die erste Champions-League-Niederlage der Saison. 

3:2:1-Abwehr bringt die Wende

„Ich habe Peke (Hendrik Pekeler, d. Red.) dann gefragt, ob er die 3:2:1-Abwehr schafft“, sagte Jicha. Der Kreisläufer und Abwehr-Pfeiler gab grünes Licht. Mit der kraftraubenden, aber effektiven offensiven Abwehrvariante fanden die Kieler wieder ins Spiel, glichen aus, gingen beim 26:25 durch Ekberg (50.) wieder in Führung - und gaben sie nicht mehr her. 

Denn Lukas Nilsson feuerte Wurf um Wurf ab, wurde mit elf Treffern bester Torschütze und später zum Spieler des Spiels gewählt. „Ich bin einfach gut trainiert“, scherzte er später. „Nein, ganz ehrlich: Ich bin jetzt sehr müde.“

Als Pekeler nach Duvnjak-Anspiel zwei Minuten vor Schluss zum 31:28 traf, war die Partie entschieden. „Ich bin glücklich und stolz, wie meine Mannschaft in der zweiten Halbzeit zurückgekommen ist“, sagte Filip Jicha. „Das war außergewöhnlich.“

Zebras im Nationalmannschafts-Einsatz

Als Lohn versprach er seiner Mannschaft einen freien Tag. Den können die meisten aber nicht sofort einlösen. Denn nach der Ankunft in Kiel am Sonntag geht es für alle Zebras bis auf Rune Dahmke, Ole Rahmel und Niclas Ekberg zu ihren Nationalmannschaften. Patrick Wiencek wird wegen seiner Verletzung den Lehrgang und die Testspiele der Deutschen Nationalmannschaft ebenfalls absagen. 

Alle Nachrichten über den THW Kiel lesen Sie hier

Seit zehn Spielen in Serie ist der THW Kiel ungeschlagen. 45 Stunden nach ihrem Liga-Sieg bei der HSG Wetzlar treten die Handballer in Montpellier in der Champions League an. Dort wollen sie ihre Spitzenposition in der Gruppe B verteidigen - und wie zuletzt zweimal ganz schnell in Führung gehen.

Merle Schaack 18.10.2019

Montpellier HB, nächster Gegner des THW Kiel, hat den dienstältesten Trainer in der Handball-Champions-League. Seit 25 Jahren steht Patrice Canayer (58) an der Seitenlinie der Südfranzosen, erlebte jedes Duell zwischen MHB und dem THW Kiel. Gewinnen konnte er aber nur eines.

Merle Schaack 18.10.2019

Durch einen bärenstarken Start hat der THW Kiel bei der HSG Wetzlar gewonnen. Mit 30:26 (17:10) setzten die Kieler Handballer sich bei den Hessen durch. Damit sind sie seit zehn Spielen in Folge ungeschlagen.

Merle Schaack 17.10.2019