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THW Kiel "Die werden so richtig draufschlagen"
Sport THW Kiel "Die werden so richtig draufschlagen"
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07:00 28.04.2017
Von Tamo Schwarz
Morros, immer wieder Morros: Der 33-jährige Viran Morros de Argila (rechts) kennt im Spiel keine Verwandten, attackiert hier im Hinspiel den Hals des THW-Linkshänders Steffen Weinhold, während Filip Jicha nicht eingreift. Quelle: dpa
Kiel/Göppingen

Wer in Spanien zur täglich erscheinenden Sportzeitung „Mundo Deportivo“ griff, musste sich erst einmal schütteln. Barca-Coach Xavi Pascual rechnet da ab. Mit den lettischen Hinspiel-Schiedsrichtern Zigmars Sondors und Renars Licis zum Beispiel. „Es ist eine Schande, dass mein Team die gleiche Anzahl an Strafen bekommen hat wie der THW. Am wütendsten macht mich, dass sie sich uns gegenüber respektlos verhalten haben.“ Barca-Kapitän Victor Tomás geht auf dem Sport-Portal „L’Esportiu de Catalunya“ noch einen Schritt weiter. Er verstehe nicht, dass „die beiden zentralen Abwehrspieler das Spiel überhaupt beenden durften“. Gemeint sind Patrick Wiencek und René Toft Hansen. Sie hätten, sagt Tomás, „unsere Angreifer getötet“.

Beim THW ist man um Gelassenheit bemüht, will die schiefen Töne aus Spanien jedoch nicht unkommentiert lassen. Trainer Alfred Gislason beruft sich auf die Macht der Fakten. „Ich habe das Spiel auf Video analysiert: Es gab genau fünf brutale Fouls in der gesamten Begegnung. Drei vom THW, zwei vom FC Barcelona. René Toft Hansen bekommt die Rote Karte, beim schweren Foul gegen Rune Dahmke hätte es allerdings auch eine Zeitstrafe geben müssen. Und Viran Morros hätte für seinen Schlag ins Gesicht von Marko Vujin auch eine Rote Karte bekommen müssen. Der Rest war aggressiv, aber alles andere als unfair“, sagt der Isländer und gibt zu: „Barcelona hätte zwei Siebenmeter mehr zugesprochen bekommen müssen.“

Wie Gislason glaubt auch THW-Geschäftsführer Thorsten Storm, eine „Taktik“ zu erkennen. „Sie bauen mit diesem Jammern vor für das Rückspiel. Vom großen FC Barcelona hätte ich das nicht erwartet. Das ist meiner Meinung nach nicht sachlich und nicht gerecht.“

„Die Spanier können gern jammern, das ist doch gut für uns“, so THW-Torwart Andreas Wolff. „Denn dann wird die Stimmung im Palau Blaugrana aufgeheizt sein, dann werden sie so richtig draufschlagen. Aber wir haben Jungs, die das auch können. Und dann wollen wir mal sehen, ob sie gegen René (Toft Hansen, d. Red.) und Patrick (Wiencek, d. Red.) bestehen können.“

Der THW Kiel ist in der Handball-Bundesliga knapp an einer erneuten Blamage vorbeigeschrammt. Bei Frisch Auf Göppingen sahen die Zebras am Mittwochabend lange wie der sichere Verlierer aus und entschieden erst in der Schlussphase einen echten Krimi mit 31:27 (14:16) für sich.

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