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THW Kiel Die Suche nach einem Anführer
Sport THW Kiel Die Suche nach einem Anführer
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08:00 29.09.2017
Von Tamo Schwarz
Zwei mit Führungsqualitäten in der Zebraherde: Andreas Holst Jensen (rechts) kam am Mittwoch jedenfalls nicht an Christian Dissinger und Steffen Weinhold vorbei. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Am Sonntag steht das Duell beim deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen auf dem Programm, und in der Zebraherde weht ein neuer, ein energischer Wind. Die Partie gegen die Dänen am Mittwoch gab ersten Aufschluss. Wo Duvnjak fehlt, und wo René Toft Hansen nach langer Verletzung noch immer Pausen braucht, trat ein anderer ins Licht: Christian Dissinger.

Der 25-Jährige ist nicht der Typ Leitwolf, aber er kann ein Spiel an sich reißen. Gegen Aalborg übernahm der Halblinke Verantwortung, ließ sich von Fehlwürfen und Zeitstrafen nicht ins Bockshorn jagen und glänzte vor allem defensiv im Innenblock neben Patrick Wiencek. „,Disse’ (Dissingers Spitzname, d. Red.) ist schwer im Kommen. Er ist schnell auf den Beinen, ist eine Maschine. Manchmal will er zu viel“, sagte Gislason, und Dissinger selbst zeigte sich nach dem Sieg sichtlich erleichtert. „Man hat gemerkt, dass in den letzten Wochen viel passiert ist. Das war nicht schön, nicht wahnsinnig überzeugend. Aber wir haben uns reingekämpft. Das war der Schlüssel.“

Ist Dissinger einer für die Rolle des Leaders? Jedenfalls ist er keiner, der sich wegduckt: „Ob man will oder nicht – die Rollenverteilung in der Mannschaft entsteht einfach. Momentan haben wir da ein Problem, dieser Part ist nicht zu 100 Prozent ausgefüllt. Aber da sind alle in der Pflicht, sich gegenseitig zu führen. Ich gebe mein Bestes für den Erfolg und versuche, der Mannschaft zu helfen.“ Oder Steffen Weinhold? Der 31-jährige Linkshänder spielte bei der Europameisterschaft 2016 als Interimskapitän einen überragenden Part. Weinhold hat das Alter, die natürliche Autorität, die (Welt-)Klasse. Doch auch er ist nach sensationellem Saisonstart in der Misere abgetaucht, spielte zuletzt mit Licht und Schatten. „Die Rolle des Führungsspielers muss aus jedem selbst kommen. Ich fühle mich gut, wir haben viel miteinander geredet, und ich denke, das Wichtigste ist, dass wir auf dem Platz eine Einheit sind.“

Alfred Gislason sah einen „großen Schritt in die richtige Richtung“ und weiß, worauf es jetzt ankommt: „Wir können die Kurve kriegen, wenn die Jungs locker werden.“ Lockerheit, das fehle besonders den Youngsters Nikola Bilyk oder Lukas Nilsson. „Bilyk hat mit erst 19 eine überragende Saison gespielt und trägt jetzt die ganze Last auf seinen Schultern. Die Jungen sind noch kein Lövgren oder Karabatic, das müssen auch die Fans verstehen“, so Gislason. Es dürfe nicht bei jedem Wurf im Kopf um ,Tor oder Weltuntergang’ gehen. „Es ist immer noch nur Sport.“ Nach der Niederlage in Wetzlar hatten Routiniers wie Christian Zeitz die Meisterschaft mit bereits sechs Minuspunkten bereits abgeschrieben. Gislason will nicht mit einstimmen: „Es ist erst September, und ich habe keine Lust, jetzt über Anfang Juni und die Meisterschaft zu philosophieren.“

Die Zebras des THW Kiel dürfen durchatmen. Am Mittwochabend feierten die kriselnden Kieler ihren ersten Sieg in der Champions-League-Gruppe B, ließen beim 27:26 (13:12) gegen den dänischen Meister Aalborg Håndbold jedoch erneut Souveränität vermissen.

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Neustart. Raus aus der Krise. Der THW Kiel will am Mittwochabend (18.30 Uhr, Sparkassen-Arena) den ersten Schritt aus der Krise machen, empfängt in der Handball-Champions-League den dänischen Meister Aalborg Håndbold.

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Am Mittwoch beim Champions-League-Heimspiel gegen Aalborg wird Alfred Gislason, Trainer des Handball-Rekordmeisters THW Kiel, wieder auf der Bank sitzen. Am Freitag hatte sich der 58-Jährige einer Bandscheiben-Operation unterziehen müssen, war am Sonntag aus der Helios-Klinik entlassen worden.

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